Karl Artur Baumgarten-Crusius (* 29. November 1858 in Meißen; † 15. April 1932 in Berlin-Wilmersdorf) war ein sächsischer Generalmajor und Militärschriftsteller.

Leben Baumgarten-Crusius Vater war ein Bezirksgerichtsrat, sein Großvater Karl Wilhelm Baumgarten-Crusius der Direktor der Fürstenschule St. Afra in Meißen. Ein Bruder war der Kommissionsrat Walter Baumgarten-Crusius.

Er besuchte ab 1872 die Fürstenschule St. Afra in Meißen und trat anschließend am 1. April 1878 in das 3. Infanterie-Regiment Nr. 102 der Sächsischen Armee in Zittau ein. Baumgarten-Crusius avancierte bis Mitte Oktober 1879 zum Sekondeleutnant und war 1880/85 Adjutant des III. Bataillons. Mitte September 1885 folgte seine Versetzung nach Leipzig in das 10. Infanterie-Regiment Nr. 134. Er rückte Anfang April 1887 zum Premierleutnant auf und war ab Oktober 1888 für drei Jahre zur weiteren Ausbildung an die Preußische Kriegsakademie nach Berlin kommandiert. Daran schloss sich unter Stellung à la suite seines Regiments die Kommandierung als Adjutant der 4. Infanterie-Brigade Nr. 48 an. Unter Beförderung zum Hauptmann wurde Baumgarten-Crusius am 1. April 1892 als Kompaniechef in das 11. Infanterie-Regiment Nr. 139 versetzt. In gleicher Funktion war er ab dem 24. März 1896 im 6. Infanterie-Regiment Nr. 105 „König Wilhelm II. von Württemberg“ tätig und sein Regimentschef zeichnete ihn im September 1899 mit dem Ritterkreuz I. Klasse des Friedrichs-Ordens aus. Mitte April 1901 rückte Baumgarten-Crusius zum aggregierten Major auf und wurde am 23. Januar 1902 Bataillonskommandeur im 4. Infanterie-Regiment Nr. 103. Ab dem 28. Oktober 1904 wirkte Baumgarten-Crusius als Kommandeur der Unteroffizierschule und -vorschule in Marienberg. Er avancierte Ende September 1906 zum Oberstleutnant und trat am 23. März 1910 unter Beförderung zum Oberst als Kommandeur des 8. Infanterie-Regiments „Prinz Johann Georg“ Nr. 107 in den Truppendienst zurück. Am 11. Juli 1910 wurde Baumgarten-Crusius in Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit der Berechtigung zum Tragen seiner Uniform zur Disposition gestellt. Er war zwar völlig mit seinem gewählten Beruf zufrieden, wollte aber mehr von der Welt sehen. Die nächsten Jahre verbrachte er auf Reisen und besichtigte u. a. die damaligen Schlachtfelder des Russisch-Japanischen Krieges.

Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde Baumgarten-Crusius als z.D.-Offizier wiederverwendet und war Kommandeur des von ihm aufgestellten Leipziger Studentenregiment, dem Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 245. Dieses führte in der Schlacht von Ypern, in deren Verlauf er schwer verwundet wurde. Nach seiner Wiederherstellung hatte er im weiteren Kriegsverlauf verschiedene Verwendungen, größtenteils an der Westfront. Am 21. Mai 1917 erhielt Baumgarten-Crusius den Charakter als Generalmajor.Militär-Wochenblatt. Nr. 190 vom 2. Juni 1917, S. 4743.

Baumgarten-Crusius war seit 1885 mit der Sudetendeutschen Helene Redlhammer verheiratet.

Schriften Die Sachsen 1812 in Russland. Nach Tagebüchern von Mitkämpfern. 1912. Die Russenfeldzüge des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg 1914 und 1915. 1916. Die Marneschlacht 1914: Insbesondere Auf Der Front Der Deutschen Dritten Armee. 1919. Sachsen in großer Zeit. Geschichte der Sachsen im Weltkrieg. Akademische Buchhandlung R. Max Lippold Band II: Die Kriegsjahre 1914 bis 1915. Leipzig 1919. Band III: Die Kriegsjahre 1916 bis 1918. Leipzig 1920. Deutsche Heerführung im Marnefeldzug 1914. Beiträge zur Beurteilung der Schuldfrage. Scherl, Berlin 1921. Das Kgl. Sächs. 11. Infanterie-Regiment Nr. 139. (=Erinnerungsblätter deutscher Regimenter. Heft 38), Baensch, Dresden 1927. Das 2. Kgl. Sächs. Husaren-Regiment Nr. 19 „Kronprinz Wilhelm des Deutschen Reiches und von Preußen“. (=Erinnerungsblätter deutscher Regimenter. Heft 59), Baensch, Dresden 1930. Die Rakete als Weltfriedenstaube. Leipzig 1930.

Literatur Carl Arthur Baumgarten-Crusius. In: Ralph Ruß: Afranisches Ecce 1932. 37. Heft, Dresden 1932, S. 12–13. (Digitalisat) Stammliste der Offiziere des Kgl. Sächs. 4. Infanterie-Regiments Nr. 103. 1867–1909. Dresden 1909, S. 64–65.

Einzelnachweise

Kategorie:Militärschriftsteller Kategorie:Generalmajor (Sachsen) Kategorie:Befehlshaber im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Absolvent der Preußischen Kriegsakademie Kategorie:Ritter I. Klasse des Sächsischen Zivilverdienstordens Kategorie:Träger des Albrechts-Ordens (Ritter 1. Klasse) Kategorie:Träger des Friedrichs-Ordens (Ritter I. Klasse) Kategorie:Infanterist (Sachsen) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1858 Kategorie:Gestorben 1932 Kategorie:Mann