Guido Hebert (* 10. April 1899 in Dresden; † vor 1962) war ein deutscher Maler.
Leben Hebert studierte Malerei an der Kunstakademie Dresden bei Otto Gussmann. Es gibt von 1927 ein Gruppenfoto von einem Künstlerfest an der Akademie der bildenden Künste, auf dem Hebert mit abgebildet ist.
Mit Künstlern wie Ludwig Godenschweg, Hans Grundig, Eugen Hoffmann, Wilhelm Lachnit und Kurt Schütze bildete Hebert den Kern einer revolutionären Künstlergruppierung in Dresden.Hans Maur: Es begann in Petrograd. Beiträge zu 50 Jahre deutsch-sowjetische Freundschaft. Deutscher Kulturbund, Berlin, 1967, S. 55 Aus Sehnsucht nach einer Begegnung mit den Werken der italienischen Renaissance unternahm Hebert mit Grundig, Schütze und Fritz Skade eine verwegene Wanderung nach Italien.Wissenschaftliche Zeitschrift. Gesellschafts- und sprachwissenschaftliche Reihe der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, 1971, S. 161 Hebert malte Landschaften und Porträts und stand unter dem Einfluss der Malerei von Oskar Kokoschka.
Nach der Machtergreifung wurde er Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste, und er konnte auch ausstellen. 1937 wurden im Rahmen der deutschlandweiten konzertierten Aktion „Entartete Kunst“ von den Nationalsozialisten fünf Bilder Heberts aus Dresdner öffentlichen Sammlungen beschlagnahmt und vernichtet.Datenbank zum Beschlagnahmeinventar der Aktion „Entartete Kunst“, Forschungsstelle „Entartete Kunst“, FU Berlin Danach sind keine Ausstellungen Heberts mehr belegt.Martin Papenbrock, Gabriele Saure (Hrsg.): Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in deutschen Ausstellungen. Teil 1. Ausstellungen deutsche Gegenwartskunst in der NS-Zeit. VDG, Weimar, 2000
Das Dresdner Adressbuch nennt Hebert 1934/1944 als Kunstmaler mit der Adresse Sachsenplatz 2, ein Gebäude, das 1945 beim Luftangriff auf Dresden zerstört wurde.
Werke
1937 als „entartet“ beschlagnahmte und zerstörte Werke
Doppelbildnis (Öl; Staatliche Gemäldegalerie Dresden; zerstört) Stillleben (Öl; Staatliche Gemäldegalerie Dresden; zerstört) Mein Bruder (vor 1925, Öl auf Leinwand; von 1935 bis 1937 in Nürnberg, Dortmund und München in der Ausstellung „Entartete Kunst“; 1937 aus dem Stadtmuseum Dresden beschlagnahmt und danach zerstört) Selbstbildnis (vor 1925, Öl auf Leinwand; Stadtmuseum Dresden; von 1933 bis 1937 in Dresden, Nürnberg, Dortmund und München in der Ausstellung „Entartete Kunst“; 1937 aus dem Stadtmuseum Dresden beschlagnahmt und danach zerstört) Zwei Mädchen (vor 1927, Aquarell; 1935 in Nürnberg und Dortmund in der Ausstellung „Entartete Kunst“; 1937 aus dem Stadtmuseum Dresden beschlagnahmt und danach zerstört)
Weitere Werke (Auswahl)
Stillleben (um 1930)mutmaßlich identisch mit dem 1937 aus der Dresdner Gemäldegalerie beschlagnahmten Bild
Ausstellungen (unvollständig)
Einzelausstellungen
1930: Dresden, „Galerie Junge Kunst“ von Józef Sandel
Ausstellungsbeteiligungen
1930: Berlin, Modernen Galerie Wertheim
1930: Dresden, Brühlsche Terrasse („Dresdner Kunst 1930“)
1934: Dresden, Brühlsche Terrasse („Sächsische Kunstausstellung“) 1934: Dresden, Brühlsche Terrasse („Sächsische Aquarell-Ausstellung“) 1935: Dresden („Dresdner Kunstausstellung“) 1936: Dresden („Kunstausstellung Dresden“)
Literatur
Stephanie Barron: “Degenerate art”. The fate of the avant-garde in Nazi Germany : [published in conjunction with the exhibition to be held at the Los Angeles County Museum of Art, February 17 – May 12, 1991, and at the Art Institute of Chicago, June 22 – September 8, 1991]. New York, NY : Abrams, 1991, S. 249
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Dresden) Kategorie:Künstler in Ausstellungen „Entartete Kunst“ Kategorie:Künstler im Beschlagnahmeinventar „Entartete Kunst“ Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1899 Kategorie:Gestorben im 20. Jahrhundert Kategorie:Mann