Gladiator II ist ein britisch-US-amerikanischer Monumentalfilm von Regisseur Ridley Scott, der am 14. November 2024 in die deutschen und acht Tage später in die US-amerikanischen Kinos kam. Es handelt sich um eine Fortsetzung zu Gladiator (2000), in der Paul Mescal als Lucius Verus Aurelius zu sehen ist. Nebenrollen übernahmen Denzel Washington, Connie Nielsen, Pedro Pascal, Fred Hechinger und Joseph Quinn.
Handlung 16 Jahre nach dem Tod von Marcus Aurelius hat sich sein Traum von einem gerechten Rom ins Gegenteil verkehrt. Die Herrschaft der neuen Kaiser – der Brüder Caracalla und Geta – ist von Tyrannei, Korruption und Machthunger geprägt. Der römische Tribun Acacius wird daher mit der Eroberung der letzten freien Stadt in Numidien beauftragt. Bei der Schlacht an der Stadtmauer muss sich Acacius dem numidischen General Hanno stellen, nicht wissend, dass es sich dabei um Lucius handelt. Dieser ist der Sohn seiner Ehefrau Lucilla, der Tochter des ehemaligen Kaisers Mark Aurel. Nach dem Tod ihres Bruders Commodus wurde Lucius als Kind von seiner Mutter fortgeschickt, um als rechtmäßiger Thronerbe Roms in Sicherheit aufwachsen zu können.
In der Schlacht wird Lucius’ Ehefrau Arishat tödlich verwundet, ehe die von Acacius angeführten römischen Truppen die Stadt einnehmen können. Lucius selbst wird zum Kriegsgefangenen und in Anzio an den Sklavenhändler Macrinus verkauft, der einen Sitz im Senat von Rom anstrebt. Macrinus, ehemaliger Sklave von Marcus Aurelius, der nun auf Vergeltung aus ist, bildet Lucius zum Gladiatoren aus und ermöglicht ihm so die Teilnahme an mehrtägigen Spielen, die anlässlich des Sieges von Acacius im Kolosseum abgehalten werden. Lucius möchte die Gladiatorenkämpfe zur Rache an Acacius nutzen, wird aber schon am ersten Tag von seiner Mutter Lucilla erkannt. Diese strebt mit ihrem Ehemann Acacius und seinen Truppen insgeheim die Ermordung der beiden Kaiser an, um die Tyrannei zu beenden und den von Gracchus geführten Senat wieder zu stärken.
Macrinus, der über gute Kontakte zum einflussreichen Senator Thraex verfügt, erfährt von den Umsturzplänen Lucillas und Acacius’. Um seine eigene Position in Rom zu stärken, berichtet er den Kaisern vom bevorstehenden Verrat und wird so zu einem engen Vertrauten der Brüder. Acacius wird zur Strafe in die Gladiatorenarena geschickt und muss gegen den bislang ungeschlagenen Lucius antreten. Als er sich geschlagen gibt, um den Sohn seiner Ehefrau nicht zu verletzen, sieht auch Lucius von seiner Rache ab. Auf Befehl von Kaiser Geta wird Acacius dennoch mit Pfeilen erschossen, was Tumulte in der römischen Bevölkerung auslöst. Macrinus nutzt diese politische Unruhe für sich und überzeugt Caracalla davon, dessen eigenen Bruder zu ermorden, um als alleiniger Kaiser über Rom zu herrschen. Caracalla ernennt später seinen Lieblingsaffen Dondos zum ersten und Macrinus zum zweiten Konsul Roms. Er gibt diesem die Befehlsgewalt über die Prätorianergarde.
Auch Lucius möchte Rom nun von der Schreckensherrschaft befreien. Er beauftragt den befreundeten Gladiatorenarzt Ravi, die in Ostia stationierten Truppen Acacius’ von seiner wahren Identität in Kenntnis zu setzen und sie so nach Rom zu holen, um die Stadt einzunehmen. Am letzten Tag der Gladiatorenspiele muss er selbst in der Arena das Leben seiner Mutter Lucilla verteidigen, die als Strafe für ihren Verrat den Prätorianern ausgeliefert werden soll. Lucius provoziert einen Gefangenenaufstand und nimmt mit anderen Gladiatoren das Kolosseum ein, muss aber wenig später mitansehen, wie seine Mutter dennoch durch einen Pfeil getötet wird. Der Schütze entpuppt sich als Macrinus, der kurz zuvor auch Caracalla ermordet und so die Herrschaft über Rom übernimmt.
Macrinus führt seine Prätorianergarde vor die Tore Roms, um der Armee von Acacius entgegenzutreten. Es kommt zu einem Zweikampf mit Lucius, der den Sklavenhändler vor den Augen beider Truppen tötet. Im Anschluss appelliert er an den Traum, den Marcus Aurelius für ein gerechtes Rom hegte, und kann so eine Konfrontation zwischen beiden Armeen abwenden.
Produktion Ursprüngliche Pläne
Der Monumentalfilm Gladiator von Regisseur Ridley Scott konnte weltweit über 460 Millionen US-Dollar einspielen und wurde im Rahmen der Oscarverleihung 2001 unter anderem als Bester Film ausgezeichnet. Daraufhin bestätigte Produzent Douglas Wick im Juni 2001, dass es erste Gespräche über einen weiteren Film gebe, man aber auf die richtige Geschichte warten und nicht nur des Geldes wegen handeln wolle. Zur Debatte standen ursprünglich neben einem Prequel auch eine direkte Fortsetzung, in der Russell Crowe seine oscarprämierte Rolle des Gladiators Maximus wiederaufnehmen sollte. David Franzoni, einer der Drehbuchautoren des Vorgängerfilms, stand in frühen Verhandlungen über seine erneute Beteiligung, während eine Rückkehr von Regisseur Ridley Scott zu diesem Zeitpunkt noch fraglich schien.
Ende 2002 wurden Fortsetzungspläne seitens DreamWorks und Universal konkreter, als John Logan offiziell als Drehbuchautor engagiert wurde, während Franzoni dem Filmprojekt weiterhin als Produzent erhalten blieb. Die Handlung sollte 15 Jahre nach den Ereignissen aus Gladiator spielen und sich um den mittlerweile erwachsenen Prinzen Lucius Verus drehen, der sich als letzter Nachfahre von Marcus Aurelius in einem zunehmend faschistischen Rom wiederfindet. Die Suche nach der Identität seines leiblichen Vaters sollte auch einen Auftritt von Russell Crowe ermöglichen, während die Produzenten ebenso eine Rückkehr von Regisseur Ridley Scott anstrebten. Dieser gab im September 2003 bekannt, dass das Drehbuch fertiggestellt sei und man einen zeitnahen Produktionsstart anpeile. Crowe würde entgegen den ursprünglichen Berichten hingegen nicht auftreten, da die nächste Generation im Zentrum der Geschichte stehe. Die Fortsetzung würde dabei verstärkt von Politik und Prätorianern handeln, weshalb auch ein neuer Filmtitel gefunden werden müsse.
Da es in den 2000er Jahren zu keiner Umsetzung dieser Pläne kam, beauftragte Hauptdarsteller Russell Crowe im Jahr 2009 den Musiker Nick Cave, selbst ein Drehbuch für eine Fortsetzung mit Maximus zu schreiben. Dessen Skript Christ Killer sah vor, dass Maximus nach seinem Tod von den römischen Göttern als unsterbliches Wesen auf die Erde zurückgeschickt wird, um den aufstrebenden Jesus Christus und dessen Anhänger zu töten. Der Gladiator sollte dabei mit seinem noch lebenden Sohn wiedervereinigt werden und später in zahlreichen Kriegen der Geschichte als Kriegstreiber inkarniert werden. Eine Umsetzung soll unter anderem daran gescheitert sein, dass Crowe diese Idee nicht gemocht habe.
Stab und Besetzung mini|hochkant|Paul Mescal spielt die Hauptrolle Lucius Verus. Nach über einem Jahrzehnt bekräftigte Regisseur Ridley Scott im Jahr 2017 Pläne für eine Fortsetzung mit Hauptdarsteller Russell Crowe, falls dieser Interesse an einer Rückkehr hätte. Im Folgejahr engagierte Paramount den Drehbuchautor Peter Craig, der die bereits ursprünglich um Lucius Verus zentrierte Geschichte weiter ausarbeiten sollte. Regisseur Ridley Scott wandte sich im Anschluss allerdings zunächst anderen Projekten zu und verkündete erst Ende 2021, dass die Fortsetzung zu Gladiator sein nächster Film werden würde, woraufhin David Scarpa im November 2022 den finalen Drehbuchentwurf fertigstellte. Scott fungierte daneben gemeinsam mit Douglas Wick, Michael Pruss und Lucy Fisher auch als Produzent.
Nachdem Darsteller wie Timothée Chalamet und Miles Teller von Regisseur Ridley Scott für die Hauptrolle in Erwägung gezogen wurden, wurde Lucius Verus Anfang 2023 schließlich mit dem Iren Paul Mescal besetzt, dessen Darbietung in der Fernsehserie Normal People für Scott den Ausschlag gegeben hatte. Mescal ersetzte damit Spencer Treat Clark aus dem Originalfilm und trainierte sich in Vorbereitung auf die Dreharbeiten mehrere Kilogramm Muskelmasse an. Daneben zählten Connie Nielsen als Lucilla und Derek Jacobi als Senator Gracchus zu den wiederkehrenden Darstellern aus dem Originalfilm, während eine Rückkehr von Djimon Hounsou zwar geplant gewesen, „umständebedingt“ aber nicht zustande gekommen sei.Ryan Northrup: Original Gladiator Star Confirms He Won´t Appear In Sequel After Conflicting Reports screenrant.com, 19. Dezember 2023
Die Rollen der beiden Kaiser Caracalla und Geta wurden zunächst mit Barry Keoghan und Joseph Quinn besetzt, ehe Keoghan das Filmprojekt aufgrund von Terminkonflikten verlassen musste und durch Fred Hechinger ersetzt wurde. Als weitere Nebendarsteller wurden Denzel Washington als Sklavenhändler Macrinus, Pedro Pascal als römischer General Acacius, Lior Raz, Peter Mensah, Matt Lucas, Alexander Karim, Rory McCann und Alec Utgoff verpflichtet. Die Rolle der Schauspielerin May Calamawy wurde hingegen fast gänzlich aus dem Film geschnitten, um die zunächst fast vierstündige Laufzeit zu reduzieren.
Wie bereits beim Vorgängerfilm waren Janty Yates als Kostümbildnerin und Arthur Max als Szenenbildner tätig. Die Filmmusik komponierte Harry Gregson-Williams, der zuvor jahrelang der Protegé des Gladiator-Komponisten Hans Zimmer war. Zimmer erklärte, nicht für den Film zu komponieren, mit den Worten: „Ich habe mich in der Welt [von Gladiator] schon einmal ausgetobt. Ich denke, dass ich das gut hinbekommen habe. Und was mir jetzt nur passieren könnte, wäre: Entweder ich wiederhole mich selbst, was ich nicht machen will, oder ich werde von Kritikern zerrissen, die mir vorwerfen, dass ich es nicht so gut wie bei Teil 1 hinbekommen habe.“
Dreharbeiten und Effekte Die Filmaufnahmen begannen Anfang Juni 2023 in Marokko, wo nahe der Stadt Ouarzazate ein Amphitheater aus Holz errichtet wurde. Als Kameramann fungierte John Mathieson, der mit einer Digitalkamera von ARRI drehte. Weitere Filmaufnahmen erfolgten in Malta und im Vereinigten Königreich, ehe die Dreharbeiten im Zuge des Streiks der Schauspieler-Gewerkschaft SAG-AFTRA Mitte Juli unterbrochen wurden. Zu diesem Zeitpunkt waren rund 90 Minuten des Films abgedreht, die während der Zwangspause editiert wurden. Regisseur Ridley Scott nutzte die Unterbrechung außerdem dafür, in Malta Massenszenen mit zahlreichen Statisten zu drehen. Nach Ende des Streiks wurden die Filmaufnahmen Anfang Dezember 2023 fortgesetzt und im Folgemonat abgeschlossen. Weitere Nachdrehs fanden im Juni 2024 in den South Downs in Sussex statt.
Der zentrale Schauplatz des Kolosseums wurde in Teilen im maltesischen Kalkara mit einer etwa 400 Meter langen und 14 Meter hohen Kulisse nachgebaut und in der Postproduktion noch einmal digital vergrößert. Daneben griff die Produktion auch auf ältere Filmsets aus früheren Regiearbeiten von Ridley Scott wie etwa Königreich der Himmel zurück. Ein Großteil der Schlachten mit auf hydraulischen Plattformen befestigten und bis zu 20 Meter langen Booten wurden dabei tatsächlich auf Sand gedreht; nur ein Bruchteil ebendieser Szenen entstand in einem der größten Wassertanks Europas. Für die visuellen Effekte war Industrial Light & Magic verantwortlich, die in der Postproduktion unter anderem das Wasser im Kolosseum digital hinzufügten. Auch Tiere wie ein Nashorn, für das am Filmset eine lebensgroße Animatronic genutzt wurde, Affen oder Haie wurden nachträglich animiert.