mini|Dr. David Mansfeld, um 1855

David Mansfeld (* 2. Mai 1796 in Braunschweig; † 10. September 1863 ebenda; vollständiger Name: David Magnus Mansfeld) war ein deutscher Arzt und braunschweigischer Medizinalbeamter.Pingel: David Mansfeld. In: Braunschweigisches biographisches Lexikon - 19. und 20. Jahrhundert, Hahn, Hannover 1996, S. 401

Leben und Wirken David Mansfeld, Sohn des Wechselhändlers Magnus Moses Mansfeld († 1830) und dessen Ehefrau Sarrah Fries († 1830),weblink des Kommunalarchivs Minden abgerufen am 13. April 2023 erlernte zunächst in Wolfenbüttel die Apothekerkunst, studierte dann ab dem 17. Oktober 1817 in Göttingen Medizin und erreichte 1820 die Doktorwürde. Nach erfolgreich bestandener Prüfung vor dem Braunschweiger Obersanitätskollegium ließ er sich im gleichen Jahr in Braunschweig als praktischer Arzt und Accoucheur nieder. Wissenschaftlich vielseitig interessiert, wirkte er hier seit 1828 als nicht honorierter Privatdozent am Anatomisch-Chirurgischen Institut.

Mansfeld war mit geldlicher Zuwendung einiger angesehener Braunschweiger Bürger an der Gründung vieler gemeinnütziger Stiftungen beteiligt;Theodor Müller: Stadtdirektor Wilhelm Bode, Leben und Werk. Braunschweiger Werkstücke, Bd. 29, Waisenhaus-Buchdruckerei und Verlag, Braunschweig, S. 222. Digitalisat auf LeoPARD der TU Braunschweig, abgerufen am 14. März 2023 so 1824 an der Speiseanstalt für arme Genesende und Wöchnerinnen. Die Bedürftigen erhielten „Freitische“. 1826 am Taubstummeninstitut. 1833 an der Pflegeanstalt für dürftige Kinder, seit 1876 Kleinkinderbewahranstalt genannt. Noch nicht schulpflichtige Kinder, deren beide Elternteile notgedrungen ganztägig arbeiten mussten, wurden hier aufgenommen. Es war einer der ersten Kindergärten in Deutschland.Norman-Mathias Pingel: David Mansfeld. In: Braunschweiger Stadtlexikon, Joh. Heinr. Meyer Verlag, Braunschweig 1992, S. 152Kindertagesstätte Volkskindergarten in der Leopoldstr. 30, Braunschweig auf braunschweig.de, abgerufen am 16. März 2023 In sozialer Verantwortung und aus humanitärer Tradition entwickelte sich daraus unter einer neuen Aufgabenstellung die heutige Mansfeld-Löbbecke-Stiftung von 1833. mini|Heil- und Pflegeanstalt Königslutter (etwa 1890), Blickrichtung von Süden Später verlegte sich sein Interesse mehr auf die Psychiatrie. Seit 1840 war er an dem zur Irrenanstalt ausgebauten Alexius-Pflegehaus als 2. Arzt, seit 1856 als Leitender Arzt tätig und lernte dort die trostlosen Zustände kennen. Seit 1848, inzwischen selbst Mitglied des Obersanitätskollegiums, setzte er sich für einen Neubau einer Heil- und Pflegeanstalt (heute: AWO Psychiatriezentrum) außerhalb der Stadt ein.Ehrhardt Frank u. a.: Zwischen Erfolg und Ablehnung. Arbeitskreis Andere Geschichte, Braunschweig 2013, S. 17. Die Wahl des Standorts fiel auf das Gelände des ehemaligen Benediktinerklosters in Königslutter. Die Bezugsfertigkeit der Gebäude erlebte er selbst nicht mehr.Reinhard Bein: Lebensgeschichten von Braunschweiger Juden. Döring Druck, Braunschweig, S. 38ff

Mansfeld beteiligte sich an mehreren medizinischen Zeitschriften und schrieb Abhandlungen zu geburtshilflichen, psychiatrischen, epidemiologischen und gerichtlich-medizinischen Fragestellungen.August Hirsch (Hrsg.): Biographisches Lexikon der hervorragenden Ärzte aller Zeiten und Völker. Urban & Schwarzenberg, Wien u. Leipzig 1896, Bd. 4, S. 119. Digitalisat auf Google Books Ein Nachdruck des Nachrufs von Karl Uhde aus Deutsche Reichs-Zeitung, 1863.

Bei der Versammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte in Braunschweig im Jahr 1841 wurde er zum zweiten Vorsitzenden gewählt.Theodor Müller: Stadtdirektor Wilhelm Bode, Leben und Werk. Braunschweiger Werkstücke, Bd. 29, Waisenhaus-Buchdruckerei und Verlag, Braunschweig, S. 222. Digitalisat auf LeoPARD der TU Braunschweig, abgerufen am 14. März 2023

Sonstiges Mansfeld war Mitglied der Braunschweiger Freimaurerloge Carl zur gekrönten Säule. 1836 konvertierte er vom jüdischen Glauben zur evangelischen Konfession.Ehrhardt Frank: Zwischen familiärer Tradition und beruflicher Ambition - die Konversion des Mediziners David Mansfeld. In: Werner Meiners: Konversionen von Juden zum Christentum in Nordwestdeutschland, Hahn, Hannover 2009, S. 169–182. Nach ihm ist der David-Mansfeld-Weg in Braunschweig-Kanzlerfeld benannt.

Schriften (Auswahl) Über das Wesen der Leukopathie oder des Albinoismus, nebst Beschreibung eines in Braunschweig lebenden Albinos.als Digitalisat auf Google Books Über das Alter des Bauch- und Gebärmutter-Schnitts an Lebenden: ein Beitrag zur Geschichte der Geburtshülfe.als Digitalisat auf Google Books Das Taubstummen-Institut zu Braunschweig von seiner Errichtung bis zum Ende des Jahres 1829.als Digitalisat auf dem Publikationsserver der TU-Braunschweig

Siehe auch Mansfeld-Löbbecke-Stiftung von 1833

Literatur Reinhard Bein: Lebensgeschichten von Braunschweiger Juden. Döring Druck, Druckerei und Verlag GmbH, Braunschweig 2016, 328 S. Reinhard Bein: Sie lebten in Braunschweig. Biografische Notizen zu den in Braunschweig bestatteten Juden (1797 bis 1983). In: Mitteilungen aus dem Stadtarchiv Braunschweig, Nr. 1, Döring Druck, Braunschweig 2009, ISBN 978-3-925268-30-4, S. 60. Gerd Biegel: Kinder – Bürger – Stiftung. Chronik der Mansfeld-Löbbecke-Stiftung von 1833. 144 S., Meyer, Braunschweig 2008. Werner Meiners: Konversion von Juden zum Christentum in Nordwestdeutschland. 264 S., Hahn, Hannover 2009.

Weblinks Dr. David Mansfeld-Schule Angaben zu David Mansfeld in der Deutschen Nationalbibliothek Einzelnachweise

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