Heroes of Might and Magic (häufig als Heroes, HoMaM, HoMM oder HOMM abgekürzt) ist eine Serie von rundenbasierten Computer-Strategiespielen, die in einer Fantasy-Welt spielen. Der Spieler steuert dabei eine oder mehrere von Helden geführte Armeen über eine Landkarte, kämpft gegen neutrale Kreaturen und gegnerische Parteien, sammelt Ressourcen und baut die von ihm eroberten Städte aus.
Die Hintergrundgeschichte und Charaktere überschneiden sich mit denen der Rollenspielserie Might and Magic, und besonders die späteren Teile der Serie zeichnen sich ebenfalls durch viele Rollenspielelemente aus.
Überblick King’s Bounty gilt als spielerischer Vorläufer der Heroes-Serie. Es wurde von Jon Van Caneghem und seiner Firma New World Computing entwickelt und 1990 für den Amiga, C64 und MS-DOS-Computer veröffentlicht. 1991 folgte eine Umsetzung für das Sega Mega Drive. 2001 wurde das Spiel mit zeitgemäßerer Grafik, jedoch nicht mit größerem Umfang, unter dem irreführenden Titel Heroes of Might and Magic: Quest for the Dragon Bone Staff (in der deutschen Version lautet der Untertitel Die Macht des Drachenstabes) auch auf die PlayStation 2 portiert.
Die Spielfigur, wahlweise ein Ritter, ein Barbar, ein Paladin oder eine Zauberin, ist Anführer einer Armee, welche ein verstecktes Zepter wiederfinden muss. Zu diesem Zweck erforscht man nach und nach die (teilweise zufallsgenerierte) Spielwelt, kämpft gegen wilde Monster, besucht verschiedene Städte und Burgen und erringt magische Artefakte, die die Fähigkeiten des Helden verbessern. Zahlreiche Fantasy-Kreaturen, z. B. Ritter, Zwerge, oder Drachen treten sowohl als Gegner als auch als mögliche Rekruten für die eigene Armee auf. Der Held selbst greift nicht persönlich in die Schlachten ein, kann jedoch Zaubersprüche erlernen und anwenden, um seine Truppen zu unterstützen.
Ein wesentlicher Unterschied zu späteren Heroes-Spielen bestand darin, dass der Spieler in King’s Bounty nur einen einzigen Helden steuert, der zudem nur eine begrenzte Anzahl Truppen in seine Armee aufnehmen kann. Anders als in späteren Spielen gibt es auch nur ein einziges Szenario, welches auf verschiedenen Schwierigkeitsgraden gespielt werden kann.
Während der Entwicklung von King’s Bounty 2 wurde der Spieltitel in „Heroes of Might and Magic“ geändert, um vom Erfolg der Might-and-Magic-Rollenspiele profitieren zu können. Die im Spiel auftretenden Heldenfiguren wurden deswegen stark an Charaktere aus Might and Magic I bis VI angelehnt.
Heroes II wurde schon kurz nach dem ersten Teil veröffentlicht. Die größten Änderungen gegenüber seinem Vorgänger war die Einführung zweier neuer Fraktion, Totenbeschwörer und Hexer, die Einführung von Sekundärfähigkeiten für Helden und das neue Zaubersystem. Ein Add-on, The Price of Loyalty folgte kurz darauf.
1999 wurde der dritte Teil veröffentlicht, der sehr erfolgreich werden sollte. Erneut wurden zwei neue Fraktionen eingeführt und mit der Erweiterung Armageddon's Blade folgte die dritte. Auch eine zweite Erweiterung, The Shadow of Death, wurde entwickelt. Die mit Heroes III eingeführten Änderungen am Spielprinzip waren zahlreich aber, mit Ausnahme der Einführung eines „Warten“-Buttons im Schlachten-Modus, eher geringfügig. Die Eigenschaften des zweiten Teils wurden von New World Computing konsequent ausgebaut und auch in den beiden Add-ons weiter verfeinert.
Auf gleicher technischer Basis wie Heroes III wurden danach die Heroes Chronicles auf den Markt gebracht. Die Chronicles waren eine Serie von sieben eigenständigen Spielen, die aber jeweils ausschließlich eine einzige Einzelspieler-Kampagne (im letzten Teil zwei) beinhalteten.
Drei Jahre nach dem dritten Teil erschien der vierte. Er enthielt mehrere gröbere Änderungen im Vergleich zu seinen Vorgängern. So steuerte der Spieler seine Armeen, die nicht mehr notwendigerweise von einem Helden angeführt werden mussten, nun aus einer isometrischen statt aus einer senkrechten Perspektive. Diese Perspektive wurde auch in den Kämpfen, an denen die Helden nunmehr direkt beteiligt waren, beibehalten. Auch das Fertigkeiten- und das Zaubersystem wurden grundlegend umgearbeitet. Die Anzahl der Fraktionen wurde wieder auf sechs gesenkt und in Städten musste der Spieler zwischen den zur Verfügung stehenden Gebäuden eine Auswahl treffen.
3DO, mittlerweile der Eigentümer von New World Computing, sah sich gezwungen, das Spiel in einem unausgereiften Zustand zu veröffentlichen. Wegen der vielen Programmfehler, dem erst mit einem Patch nachgeliefertem Online-Modus und der schwachen KI wurde das Spiel von der Fangemeinde stark kritisiert. Die mangelhafte KI wurde auch in den beiden Erweiterungen The Gathering Storm und Winds of War nicht entscheidend verbessert. Auch die weiteren Neuerungen in den Add-ons hielten sich in Grenzen.
Während der Entwicklung von Heroes V musste 3DO schließlich Insolvenz anmelden. In einer Versteigerung erwarb Ubisoft die Rechte an der Heroes-Reihe und beauftragte Nival Interactive damit, Heroes V von Grund auf neu zu entwickeln. Man siedelte die Handlung in einer völlig neuen Hintergrundgeschichte an und benutzte für das gesamte Spiel eine 3D-Engine. Das Spielprinzip wurde ebenfalls weitgehend umgearbeitet und lehnt sich eher am dritten Teil als an Heroes IV an.
Ähnlich wie der vierte Teil war das Spiel anfangs etwas fehlerbehaftet und einige von den Fans gewünschte Features wurden erst nachträglich nachgereicht; insgesamt verkaufte es sich jedoch erfolgreich, ebenso die Add-ons Hammers of Fate und Tribes of the East.
Der sechste Teil erschien 2011 unter dem Titel Might & Magic: Heroes VI.
Der siebte Teil erschien im September 2015 unter dem Titel Might & Magic: Heroes VII.
Im August 2024 wurde die Entwicklung von Heroes of Might and Magic: Olden Era angekündigt.
Heroes of Might and Magic
Heroes of Might and Magic: A Strategic Quest wurde 1995 von New World Computing für MS-DOS veröffentlicht und orientiert sich spielerisch an King’s Bounty, jedoch mit diversen Neuerungen. Die deutsche Version stammt von Softgold. Später folgten eine Version für Windows 95 mit einem Karteneditor, der die Kreation selbsterstellter oder auch zufallsgenerierter Szenarien erlaubte, sowie Umsetzungen für Mac OS und den Game Boy Color.
Morglin Eisenfaust, der rechtmäßige Herrscher eines unbekannten Landes, muss vor einem Thronräuber fliehen. Durch ein Dimensionsportal gelangt er mit seinen Dienern auf den Kontinent Enroth, auf dem bereits drei weitere Kriegsherren um die Vorherrschaft streiten. Der Spieler übernimmt nun die Rolle einer der vier Parteien und muss nach und nach sämtliche Gegner besiegen, um Enroth unter seiner Herrschaft zu einen. Obwohl man jede der vier Parteien zum Sieg führen kann, wird in den späteren Spielen, die auf diese Handlung Bezug nehmen, davon ausgegangen, dass Morglin Eisenfaust den Kampf um Enroth gewinnt und sich zum König krönt.
Heroes of Might and Magic II
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Bereits 1996 wurde Heroes of Might and Magic II: The Succession Wars veröffentlicht. Grafik und Spielmechanik wurden mit nur wenigen Änderungen übernommen. Auch einige neue Kreaturen und Merkmale wurden hinzugefügt, wesentliche Änderung ist hier aber die Aufwertbarkeit vieler Kreaturklassen.
Das Spiel unterstützt sowohl MS-DOS als auch Windows 95. New World Computing war inzwischen von 3DO aufgekauft worden, wodurch auch der deutsche Publisher wechselte. Diesmal wurde das Spiel von Ubisoft übersetzt. Auch diesmal wurde das Spiel wieder auf den Apple Macintosh portiert; die Version für den Game Boy Color ist tatsächlich eine Mischung aus Heroes II und III.
Heroes of Might and Magic III
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Der dritte und erfolgreichste Teil der Serie, Heroes of Might and Magic III: The Restoration of Erathia, wurde 1999 veröffentlicht. Das Gameplay bot abermals keinerlei wesentliche Unterschiede, jedoch verfügte das Spiel neben neuen Rendergrafiken mit höherer Farbtiefe auch über zahlreiche kleinere Verbesserungen und über einen sehr hohen Umfang. Die Originalversion des Spiels lief nur noch unter Windows 95 und neueren Versionen; es wurde aber auch auf den Mac OS, Linux und Sega Dreamcast portiert. Im Laufe der folgenden Monate veröffentlichte man das Add-on Armageddon's Blade, eine erweiterte Version des Hauptprogramms namens The Shadow of Death und schließlich ein Bundle Heroes of Might and Magic III Complete.
Die Story spielt auf dem Kontinent Antagarich und ist nur sehr lose mit den Vorgängern verknüpft. Tatsächlich war die Geschichte um Roland und Archibald bereits im Rollenspiel Might and Magic V fortgesetzt worden; in Might and Magic VI wurden dann beide Erzählstränge wieder zusammengeführt. Der König von Erathia, Nicholas Greifenherz, ist ermordet worden. Als seine inzwischen mit Roland Eisenfaust verheiratete Tochter Catherine zurückkehrt, sind bereits die Armeen aus Nighon und Kreegan in Erathia eingefallen. Der Krieg verschlimmert sich weiter, als der tote König von Nekromanten als Lich wiedererweckt wird und ebenfalls eine Invasion auf sein Heimatland startet. Catherine ernennt sich nun selbst zur neuen Königin und muss nun sämtliche Angreifer vertreiben und den Mörder ihres Vaters finden, um den Frieden wiederherzustellen.
Heroes of Might and Magic III bietet acht Stadttypen und 56 verschiedene Kreaturen, die fast alle auch auf eine leicht stärkere Version aufgerüstet werden können. Die meisten Stadttypen orientieren sich mehr oder weniger stark an denen der Vorgänger, allerdings wurden viele Kreaturen verändert oder ausgetauscht. Jedem Stadttyp sind nun zwei Heldenklassen zugeordnet, von denen einer stärkere Macht- und der andere stärkere Magiefähigkeiten besitzt. Auch die Anzahl der Sekundärfähigkeiten, Zaubersprüche und Landschaftsobjekte wurde deutlich erhöht, und es sind nun Szenarien mit bis zu acht Spielern möglich. Das Spiel ist generell abwechslungsreicher und erlaubt nun auch den Einbau von Quests, die die Spieler absolvieren können oder müssen. Die insgesamt 128 Helden besitzen unterschiedliche Starttalente und Spezialfähigkeiten, welche sie von anderen Charakteren derselben Klasse abheben. Ferner verfügt jeder Held über eine individuelle Biografie, und man erhält allgemein einen tieferen Einblick in die Spielwelt.
New World Computing veröffentlichte mit Armageddon's Blade und The Shadow of Death noch zwei Add-ons.
Im Dezember 2014 kündigte Ubisoft ein HD-Remake für PC, Android und iOS an, welches am 29. Januar 2015 erschienen ist.Heroes of Might & Magic 3 - HD Edition angekündigt. In: 4Players.
Auf der Gamescom 2026 kündigte Ubisoft ein 3D-Remake für 2027 an.
Heroes Chronicles
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Als Heroes Chronicles wurden 2000 und 2001 diverse Einzelkampagnen veröffentlicht, welche in spieltechnischer Hinsicht mit Heroes of Might and Magic III identisch waren, allerdings ohne das Hauptprogramm vorauszusetzen. Aufgrund des schlechten Preis-Leistungs-Verhältnisses (die meisten Episoden enthalten gerade einmal acht Szenarien, ein Leveleditor oder Mehrspielermodus sind nicht vorhanden) war der Serie jedoch kein großer Erfolg beschieden. Gelobt wurden jedoch die Gestaltung der Szenarien und die ausführliche Entwicklung der Charaktere und der Hintergrundgeschichte, welche Heroes III und IV miteinander verbindet.
Heroes of Might and Magic IV
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