mini|hochkant|Die Festung von Novomonte (heute Novo Brdo), Heimatort von Georgius Pelino Georgius Pelino, auch Georgius Andree Pellini oder Georg Pelino (, Georgio Pelmi, Giorgius Pelini, Georgius Pelinus, Georgius Pellinouich, Georgii Pelinovich, , , , * in Novomonte (Novo Brdo); † nach 7. Januar 1464 wahrscheinlich in Venedig), war Mönch und dann Abt der Abtei der Heiligen Maria von Ratac (1436–1463), apostolischer Protonotar (1453–1456) und Vermittler zwischen der Republik Venedig und Gjergj Kastrioti, genannt Skanderbeg (1448–1462).
Leben mini|hochkant|alternativtext=Ruine der Abtei von Ratac|Ruine der Abtei von Ratac Die Herkunft von Georgius Pelino aus Novomonte ist unklar. Von 1436 bis 1463 war er Abt der Abtei der Heiligen Maria von Ratac. Allerdings war er nicht immer der einzige Abt im Kloster, wie aus einem Bericht der Gemeinde Bar an den venezianischen Senat aus dem Jahr 1445 hervorgeht, als sich zwei Äbte gleichzeitig die Einkünfte der Abtei teilten.Momčilo Spremić, Ratačka opatija kod Bara (Abtei von Ratac in der Nähe von Bar), Band VII, 1964, S. 204.
Die Abtei von Ratac war eine befestigte Klosteranlage an der Küste zwischen Bar und Sutomore im heutigen Montenegro, gehörte zum Fürstentum Zeta (1356–1455) und unterstand auf religiöser Ebene der römisch-katholischen Erzdiözese Bar. Auf weltlicher Ebene wechselte das Gebiet mehrmals seinen Herren: Serbien (1356–1455, 1426–1443), Balsic (1365–1421), Venedig (1405–1426; 1443–1571), Osmanen (1571–1878). 1532 verwüsteten die Osmanen die Güter der Abtei und verboten, die Ernte einzuholen, so dass die Mönche nichts mehr zum Leben hatten und das Kloster verließen.Savo Marković, Benediktinska opatija sv. Marije Ratačke kod Bara, 2004.
mini|hochkant|alternativtext=Đurađ Branković (1429)|Đurađ Branković (1429) Die ersten Quellen, die Georgius Pelino als Abt erwähnen, berichten über verschiedene Handelsverträge, die er ab 1436 mit einem Goldschmied aus Kotor, der schon zuvor mit den Äbten von Ratac zusammengearbeitet hatte, abgeschlossen hatte.Savo Marković, Benediktinska opatija sv. Marije Ratačke kod Bara, 2004, S. 204 f.
Despotat Serbien Georgius Pelino war auch politisch tätig. Um die Interessen der Abtei zu schützen, arbeitete er mit dem serbischen Despoten Đurđ Branković (1427–1456) zusammen und hielt sich 1438 als sein diplomatischer Vertreter in Dubrovnik auf. In einem Dokument vom 29. November 1438 wird Georgius als „dominus abbas de Rataz“ (Herr Abt von Ratac) zitiert.
Als Anfang Juli 1439 Sultan Murad II. sich auf den Weg machte, um das serbische Despotat zu erobern, verhandelte die Bevölkerung von Bar im August 1442 mit Venedig über eine Kapitulation. Sprecher der Gemeinschaft war wohl der Abt Georgius Pelino, denn nach der Eroberung der Gemeinde Bar im Herbst 1442 vonseiten Stjepan Vukčić Kosača (osmanischer Vasall) verjagte dieser den Abt und setzte ein Kopfgeld auf ihn aus.Momčilo Spremić, Ratačka opatija kod Bara (Abtei von Ratac in der Nähe von Bar), Band VII, 1964, S. 197.
Republik Venedig mini|hochkant|alternativtext=Papst Pius II. dargestellt in einem Fresko von Pinturicchio (1507), „Piccolomini-Bibliothek“ in Siena.|Papst Pius II. dargestellt in einem Fresko von Pinturicchio, „Piccolomini-Bibliothek“ im Dom von Siena Georgius konnte erst nach sieben Monaten nach Ratac zurückkehren, als das Gebiet wieder unter venezianischer Kontrolle stand. In der Zwischenzeit hatte der Abt mit venezianischer Unterstützung versucht, ein vakantes Bistum, eine Abtei oder irgendeine Art von Pfründe zu erhalten. Obwohl er 1443 erneut an der Spitze der Abtei stand, bemühte er sich unter Bezugnahme auf die schon erwähnten venezianischen Versprechen um eine bedeutendere kirchliche Position, d. h. das erste vakante Bistum, eine Stellung, die er dann nicht erreichte.Savo Marković, Benediktinska opatija sv. Marije Ratačke kod Bara, 2004, S. 205 f.
Anfang 1445 berichtete Georgius Pelino, dass Petrus SpanConradum Eubel, Hierarchia Catholica Medii Aevi, Band I, S. 93. (Erzbischof von Bar) mit dem serbischen Fürsten Đurađ Branković einen Komplott gegen Venedig plante„Z początkiem 1445 r . Jerzy Pelinović , były opat klasztoru benedyktyńskiego z Rataca , donosił o spiskowaniu arcybiskupa Baru z serbskim wojewodą Zety przeciw Wenecji.“ (Piotr Wróbel, Krzyż i Póĺksiężyc - Zachodnie Baĺkany wobec Turcji w latach 1444-1463, 2000, S. 35)Piotr Wróbel, Krzyż i Póĺksiężyc - Zachodnie Baĺkany wobec Turcji w latach 1444-1463, 2000, S. 35, sodass dieser von der römischen Kurie exkommuniziert wurde (Petrus Span trat erst 1448 zurück, weil seine Schuld nicht bewiesen werden konnte.).Der Verdacht fiel auf den Erzbischof, weil zwei Mitglieder der Familie Span, Stefan und Pjetër, sich im venezianisch-serbischen Konflikt tatsächlich auf die Seite des serbischen Despoten gestellt hatten. (Ivan Božić: Nemirno pomorje XV veka, 1979, S. 290.)Conradum Eubel: Hierarchia Catholica Medii Aevi, Band II, 1914. S. 89.Ivan Božić: Nemirno pomorje XV veka, 1979, S. 290.
In venezianischen Dokumenten wurde Georgius Pelino 1458 als „apostolischer Protonotar und Kommentator der Abtei der Heilgen Maria von Ratac“ erwähnt„commendatarius monasterii B. Mariae de Rotetio Antibaren“ (15. Mai 1453, 8. Juli 1457, 14. Januar 1461) „prothonotarius apostolicus et commendatarius abbatie sancte Marie de Rothecio extra Antibarum“ (18. August 1458)Savo Marković, Stanovništvo Srednovjekovnog Bara, 2004, S. 785. und bemühte sich sowohl für die Erhaltung des Komplexes als auch der Ländereien der Abtei. Er unterstützte Venedig gegen die Osmanen, wofür er von Papst Pius II. 1462 gelobt wurde.„Magister Georgio Pelmi commendatario monasterii beatae Mariae de Rotezo Antibarensis dioec. Restitutio omnium rerum in bello contra infideles a catolicis ablatarum remittuntur.“ (Augustin Theine, Vetera monumenta Slavorum meridionalium historia Illustrantia … Band I., 1863, S. XXIX.)Momčilo Spremić, Ratačka opatija kod Bara (Abtei von Ratac in der Nähe von Bar), Band VII, 1964, S. 198.
Nach 1460 bat Pelino den venezianischen Senat in Venedig ein Haus mieten zu dürfen, in dem er mit seinen Verwandten leben könnte, und beendete seinen Antrag mit dem Wunsch, seine Region verlassen zu dürfen, was der Senat bewilligte und ihm ein Haus für 30 Dukaten vermietete. Georgius Pelino wurde zuletzt am 20. Oktober 1463 in Venedig als „protonotarius et abbas sancte Marie de Rotetio“ erwähnt.Momčilo Spremić, Ratačka opatija kod Bara (Abtei von Ratac in der Nähe von Bar), Band VII, 1964, S. 203.
Probleme mit den lokalen Behörden mini|hochkant|alternativtext=Stefan Uroš II. Milutin|Stefan Uroš II. Milutin von Serbien Als der venezianische Rektor von Bar noch im März 1445 von der Abtei den Zehnten von Wein und Öl („decimam vini et olei“) verlangte, bemühte sich Georgius Pelino in einem langen Streit, die alten Privilegien (Steuerfreiheit) von Stefan Uroš II. Milutin (1282–1321) zu erhalten. Die Sache erledigte sich erst 1458 mit dem Eingreifen des venezianischen Senates, als dieser verordnete, dass die alten Privilegien respektiert werden sollen.Momčilo Spremić, Ratačka opatija kod Bara (Abtei von Ratac in der Nähe von Bar), Band VII, 1964, S. 208 f.
Georgius Pelino umging fast immer die venezianischen Rektoren, indem er sich direkt an den Senat wandte, wofür sie ihn hassten. Deshalb arbeiteten sie, wann immer sie die Gelegenheit dazu hatten, gegen die Entscheidungen des Senates, um ihm zu schaden. So wurde Georgius Pelino 1448 erneut aus dem Kloster verbannt. Dieses Mal von Jacopo Dolfin (Rektor von Bar), was auf Anordnung des Senats rückgängig gemacht wurde.Momčilo Spremić, Ratačka opatija kod Bara (Abtei von Ratac in der Nähe von Bar), Band VII, 1964, S. 213.
Vermittler zwischen Venedig und Skanderbeg mini|hochkant|alternativtext=Porträt von Skanderbeg (1900)|Porträt von Skanderbeg (vor 1900) 1448 vermittelte Georgius Pelino den Frieden im Konflikt zwischen der Republik Venedig und Skanderbeg (Albanisch-Venezianischer Krieg), der zusammen mit Đurađ Branković und Stefan Crnojević die Umgebung von Bar und Ulcinj verwüstete. Der Frieden wurde am 4. Oktober 1448 in Lezha zwischen den venezianischen (Paolo Loredano, Kapitän von Shkodra und Andrea Venier, Redner und Provveditore in Albanien) und den albanischen Vertretern (Skanderbeg und Nikollë II. Dukagjini) im Namen der anderen albanischen Herren zum Vorteil beider Parteien abgeschlossenDie Bedingungen des Friedens waren wie folgt: Venedig behielt das Gebiet um Dagnum und Skanderbeg und seine männlichen Erben erhielten als Entschädigung jährlich 1.400 Dukaten; 1.500 Dukaten als Darlehen, um Johann Hunyadi im Krieg gegen die Osmanen im Kosovo zu unterstützen und den Kauf von jährlich "duecento cavalli carichi di sale, franchi di tasse, a Durazzo" (200 mit Salz beladene Pferde, steuerfrei in Durrës). Venedig verpflichtete sich im Falle eines Sieges der Osmanen alle albanischen Herren und ihre Untertanen, die von den Osmanen aus ihren jeweiligen Ländern vertrieben werden würden, in seinen Herrschaftsgebieten willkommen zu heißen. Gjergj Arianiti wurden seine Handelsprivilegien bestätigt. Außerdem erhielt Skanderbeg von Venedig jährlich zu seiner Bekleidung zwei scharlachrote Anzüge. Im Gegenzug verpflichtete sich Skanderbeg jedes Jahr zwei Hasen und zwei Falken als symbolische Anerkennung der venezianischen Oberhoheit nach Venedig zu schicken. (I libri commemoriali della Republica di Venezia, 1901, S. 16.) und am 30. Dezember ratifiziert. Zeugen waren Andrea (Bischof von Albanien) und Georgius Pelino.Fan S. Noli, Scanderbeg, 1993, S. 75.Oliver Jens Schmitt: Das Venezianische Albanien 1392–1479, 2001, S. 302.Savo Marković, Benediktinska opatija sv. Marije Ratačke kod Bara: Acta diplomatica et iuridica, 2004, S. 207. Mit dem Frieden von Lezha wurde Skanderbeg „unter die Zahl der getreuen Schützlinge“ Venedigs aufgenommen.Johann Gottfried Gruber, Johann Samuel Ersch, Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste in alphabetischer Folge, Band 86, 1868, S. 124. mini|hochkant|Die mittelalterliche Festung von Kruja Im Namen von Skanderbeg bot Georgius Pelino im Oktober 1450 den Venezianern die Übernahme der von den Osmanen belagerten Festung von KrujaDie Festung von Kruja war zwischen 1395 und 1415 der Sitz der Kastrioti als sie osmanisch wurde. 1443 übernahm Skanderbeg kampflos die Burg und 1450 wurde sie von den Osmanen belagert. (Erste Belagerung Krujas) an, ein Angebot, das die Venezianer mit der Begründung ablehnten, sie hätten nie fremdes Eigentum begehrt, da sie bereits mehr als genug hätten. Außerdem wollten sie ihre Handelsbeziehungen mit den Osmanen nicht betrüben.„Ser Augustino de Renerio, provisori Dagni: Recepimus literas vestras datas die XIIII Octobris et per eas intelleximus quid vobis dici fecit Scandarbegus per illum abbatem de volendo dare nobis civitatem Croye quodque nisi earn acceptemus, necesse erit quod ipsam det in manibus Turchi, etc., volumus igitur et vobis cum nostro consilio Rogatorum [i.e., the Senate] respondentes mandamus quatenus si ad vos redierit vel suprascriptus abbas vel alius nomine predicti Scandarbegi pro tali materia sibi dicere debeatis quod quecunque vobis dici fecit intelleximus et sicut per experientiam potuit intellexisse sincere amavimus ipsum Scandarbegum et status sui conservationem caram habuimus paratique eramus mittere ad presentiam Imperatoris Turchorum pro concordando eum cum sua Excellentia et omnia facere pro paterna nostra affectione que statui suo et conservationi eius expedientia esse credebamus quodque quando sensimus Turchum ab obsidione Croye re infecta se levasse plurimum letati sumus, quia non dubitabamus ipsum Scandarbegum dominium suum recuperaturum esse, debere et per consequens sibi non debere deficere aliquam bonam concordiam et compositionem cum predicto domino Turchorum.“