mini|Wappen derer von Pladiese Ennigloh genannt Pladiese, meist nur Pladiese (auch: Ennichlo, Enichlo, Einichlo, Eniglo, Pladiesen, Pladisen, Pladeis, Pladyse, Pladis o. ä.), ist der Name eines im späten 17. Jahrhundert erloschenen niedersächsisch-westfälischen Adelsgeschlechts, das unter anderem in der Grafschaft Ravensberg, im Osnabrücker Land und in Bielefeld besitzlich war.
Geschichte Der Stammsitz des Geschlechts lag in der Bauernschaft Ennichlo bei Holthusen im Kirchspiel BündeSpießen (1901–1903), S. 99., eher nicht in Ennigerloh. Als ritterliche Burgmannen zum Limberg wurden die Pladiese zunächst als ravensbergische Ministerialen erwähnt. Sie waren zudem 1375 und 1501 Lehensträger der Fürstabtei Herford und der Grafen von Tecklenburg, wurden 1454 durch den Herzog von Jülich-Berg und 1423 durch einen der Bischöfe von Osnabrück belehnt. Gegen letztere waren die Herren von Pladiese zu Zeiten des Bischofs Johann öfters in Fehden verwickelt, so vor allem Johann IV. von Enichlo gen. Pladiese, bis 1434 seine Burg Hudenbeck durch die Osnabrücker zerstört wurde. Auch einige spätere Namensträger, wie Herbort von Pladiese um 1550, traten vor allem als Teilnehmer an Kriegszügen (die mit dem Halse ihr Geld verdienten)Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück, Band 15 (Kisling, Osnabrück 1890), S. 367 (books.google.de). und berüchtigte Drosten hervor.
Die Familie von Pladiese besaß 1367 ein Salzhaus in Salzuflen, 1375 diverse Lehen verschiedener Landesherren, 1472, 1491 und 1514 Meierhöfe zu Kilver im Kirchspiel RödinghausenKarl Adolf v. d. Horst: Die Rittersitze der Grafschaft Ravensberg und des Fürstentums Minden, (Berlin 1894) S. 20. (mitsamt Meierhof zu Königsdorf sowie Burgmannshof im Hagenbruch/Habenbroich zu Bielefeld)Urbar d. Gft. Ravensberg 1556, PDF, S. 132 (Abgerufen am 9. März 2023). und Krevintorp/Kreventrup im Kirchspiel Schötmar (Grafschaft Lippe), und gründete in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts Hof Lappe als Adelsgut. Im Ravensberg-Mindischen saß sie ab 1375 auf Gut Huntemühlen (ursprünglich Corveysches Lehen)Carl Stüve: Geschichte des Hochstiftes Osnabrück, Band 2; von 1508 bis 1623 (Jena 1872), S. 120., ggf. Gut SondermühlenAnton Fahne: Die Dynasten, Freiherren und jetzigen Grafen von Bocholtz (Köln 1859), S. 197., um 1507 auf Gut Bockbrede, bis 1535 Haus Vornholz, ab 1404 auf Burg Hudenbeck und Brüggehof. Im Osnabrückischen waren Haus Hamke im Kirchspiel Badbergen bis 1613, Gut Langelage, Gut Wimmer (Pladiesen-Haus)Mittheilungen des historischen Vereins zu Osnabrück, Band 7: Kirchspiels-Beschreibungen, Amt Wittlage, Kirchspiel Lintorf, Haus Wimmer (Osnabrück 1864) S. 250., einer der Rittersitze zu Arenshorst und etwa 100 Jahre bis 1622 die Ledenburg (Neue Burg Holte) samt Haus Krietenstein, zusammen mit dem Patronat über die St.Urban-KircheKirchengemeindelexikon.de (Abgerufen am 6. März 2023) in Holte, in der Hand derer von Pladiese. Die letzte Namensträgerin war wohl die Seniorin zu Kloster Rengering, Margaretha Elisabeth von Pladiese, die 1699 noch lebte. mini|Siegel des Ecbert von Enichlo, 1384Theodor Ilgen: Die westfälischen Siegel des Mittelalters (Münster, 1894–1900); Heft IV, Tafel 236 Nr. 20 (Digitalisat). mini|Tafel mit Liste der Drosten zu Limberg (rechts)
Familienangehörige (Auszüge, Filiation teils hypothetisch) Johannes de Enichlo (Johannis de Enecle, commendatur domus, Joh. Hervordensis), Siegel 1325 (Turnierkragen von vier Lätzen), erwähnt im Vertrag des Stiftes Herford über die Woldemeine vom 16. Januar 1325Joseph Prinz: Die Urkunden des Bistums Paderborn 1301-1325, Teil 4 (Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung, 1972), S. 1240 (Eingeschränkte Google-Vorschau). Egbert von Enniglo (* um 1290; † n. 1336), 1325 Knappe, 1334 Burgmann und 1336 Drost zu Limberg; stiftete 1334 ein Altarbenefizium in der Kirche Börninghausen Johann II. von Enichlo (* um 1325; † nach 1370), evtl. Siegel 1350 Dietrich von Enichlo (* ca. 1318, erw. 1343 Knappe, 1375 Lehen der Fürstabtei Herford im Kspl. Rödinghausen, 1373 Burgmann zu Limberg, 1367 Salzhaus in Salzuflen zusammen mit seinem Sohn Johann, 1381 der Alte"), Sohn des Egbert von Enichlo († n. 1336) (?) Heinrich von Pladiese, Ravensberger Ministeriale, begütert bei Osnabrück, gefangen ca. 1414Carl Stüve: Geschichte des Hochstiftes Osnabrück, Band 1 (Osnabrück 1853), S. 300. (?) Dietrich von Pladiese, 1416 verwundet in Ravensberger Fehde gegen MindenCarl Stüve: Geschichte des Hochstiftes Osnabrück, Band 1 (Osnabrück 1853), S. 302. Johann III. von Enichlo der Alte (* ca. 1335; † n. 1381) 1367 Knappe, 1373 Burgmann zum Limberg; ⚭ Ilseke N.N. (?) Ecbert von Enichlo, Siegel 1384 N.N. von Enichlo; ⚭ N.N. von Rusle"Ahnentafel von Bernd Josef Jansen", private Website (Abgerufen am 9. März 2023). Johann IV. von Enichlo gen. Pladiese zu Hudenbeck (* um 1375) erw. 1381 (jung) bis 1454Carl Stüve: Geschichte des Hochstiftes Osnabrück, Band 1 (Osnabrück 1853), S. 330, 333, 356ff., 1404 Fehde gegen die Bürgerschaft der Stadt Osnabrück unter der Führung von Bürgermeister Friedrich von Haren; 1407 Knappe, Herr auf Hudenbeck; 1426 Kauf des halben Zehnten zu Getmold von Heidenreich von SchloenGetmold 775 Jahre (Dorfgemeinschaft Getmold, 2003); S. 59 (Eingeschränkte Google-Vorschau). ISBN 3-00-012811-5, 1430 bis 1433 Fehde mit Drost von Reineberg gegen Bischof Johann III von Osnabrück (Am 17. Juli 1434 wurde Pladieses Burg Hudenbeck zerstört), 1438 Fehde gegen Alhard von Hörde, 1451 Vermittler beim Teilungsvertrag der Brüder von Quernheim; ⚭ N.N. von Top/Topff (zu Krevintorp, Tophusen bei Werl, Altena)A. Fahne (1858), S. 384, Enkelin des Heinrich Top (um 1352–1404)urk. erw. 1372–1404, 1409 tot, 1372 Knappe, gräfl. ravensberg. Burgmann i. Sparrenberg, Lehnsmann der Fürstabtei Herford, belehnt u. a. mit dem Amt Didissen (?) N.N. von Pladiese (* um 1410); ⚭ v. 1451 Alhard von Quernheim (Eltern der Rixa von Quernheim, * ca. 1455, diese (I) ⚭ um 1480 Johann von Schloen gen. Tribbe, Sohn d. Justacius Schloen gen. Tribbe und Oda von Lutten; (II) ⚭ 18. Januar 1486 Richard von Westorp)vgl. private Website genealogieonline.nl (Abgerufen am 6. März 2023)private Website (Abgerufen am 6. März 2023). (?) N.N. von Pladiese; ⚭ vor 1433 Reineke von Schloen gen. Tribbe zu FigenburgKarl Adolf v. d. Horst: Die Rittersitze der Grafschaft Ravensberg und des Fürstentums Minden, (Berlin 1894) S. 17. (?) Rembert von Pladiese, 1445 DomherrLandesarchiv NRW Abt. Westfalen, Fürstentum u. Domkapitel Minden - Urkunden, Nr. 289. (Abgerufen am 6. März 2023). und 1450 Domkapitular zu Minden und 1450, 1452 Archidiakon zu RehmeLedebur (1856), S. 201. (?) Everdt von Ennigloe, um 1440 unter den Widersachern des Domdechanten Hugo von Sonagen zu Osnabrück erw.
Linie Hudenbeck 1404 – 1610, gegr. durch Johann IV. von Enichlo Johann V. von Ennichlo, gen. Pladise (wohl Sohn des Johann IV.), erhält von Dietrich von der Horst nach 1461 das Burglehn über Burg Wittlage (1556 bei Linie Pladeise zu Wimmer), und wird damit 1468 belehntWolfgang Huge: 700 Jahre Burg Wittlage. Kleine Geschichte der Burg Wittlage; S. 15 Online als PDF (Abgerufen am 7. März 2023) . Zusammen mit Bruder Rabodo von Enichlo gen. Pladise zu Hudenbeck (1478 Knappe)Niedersächsisches Landesarchiv, NLA OS, Rep 2, Nr. 208 a verkauft Johann am 1. Mai 1480 Acker und eine Burglehnsstätte in Lübbecke an Heinrich Kolling, Kirchherr zu Oldendorf, für die Vikarie Unserer Lieben FrauMaria Spahn (1980) S. 106. mini|Haus Kilver Heinrich IV. von Ennigloh gen. Pladiese zu Hudenbeck, baut Burg Hudenbeck wieder aufRittergut Hudenbeck und Brüggehof, priv. Webseite (Abgerufen am 7. März 2023)., urk. erw. 1462 bis 1514, Herr auf Hudenbeck und Brüggehof, 1491 Ritter, 1462–1465 Richter, seit 1472 Burgmann zum Sparrenberg (mit Burgmannshof im Hagenbruch in Bielefeld), belehnt mit Meierhöfen zu Kilver und Krevintorp, Lehnsmann der Fürstabtei Herford (Neubelehnung 1501); ⚭ Elseke von Lappe Simon von Einichlo gen. Pladyse zu Hudenbeck, erw. 1440, verpfändet Hof zu KrevintorpLandesarchiv NRW Abt. Westfalen, D 605, 421 (Grafschaft Ravensberg Lehen) Blatt 19, erw. 1514 (Sohn des Heinrich) bei Revers des ravensbergischen Lehens Patthost, Ksp. Brockhagen, an Wilhelm von ClosterSt.A. Düsseldorf, Jülich-Berg Ir. 2492 BI. 43, 45, s. Urbar d. Gft. Ravensberg 1556, Bd. 1, Teil 2 PDF, S. 103 (Abgerufen am 9. März 2023) (?) Simon von Ennigloe genannt Pladise; ⚭ Elisabeth, erw. 1556 (Amt Limberg), 1558, 1562Landesarchiv NRW Abt. Westfalen, U 126u, 119 Familie von der HorstUrbar d. Gft. Ravensberg 1556, Bd. 1, Teil 3 PDF, S. 340ff., 360, 440 (Abgerufen am 9. März 2023). Wilhelm (?) von Pladiese (* um 1520?); ⚭ ? N.N. von Lüning (Tochter von Theodor Lüninck (ravensbg. Drost 1504) ? und einer N.N. von Plettenberg?) Wilhelmina von Ennigloh gen. Pladiese († um 1600); ⚭ (I) Christoph von Uslar zu CrollageVerzeichniss der Bibliothek u. handschriftlichen Sammlungen d. Vereins f. Geschichte u. Landeskunde v. Osnabrück (Kisling Osnabrück, 1879) S.92 (* 1506; erw. 1565, Sohn von Wedekind von Uslar und Anna von Oldershausen); ⚭ (II) Johann von Korte († 3. Mai 1598); Epitaph in Kirche HolzhausenWebseite "Routen der Reformation. Lübbecker Land", Uni Münster (Abgerufen am 9. März 2023)Sebastian Schröder: Memorabilia Ecclesiae Holthusanae in: Gemeindebrief Evangelisch am Limberg 2018, PDF (Abgerufen am 9. März 2023) (aus I.) Anna von Uslar, erw. 1611; ⚭ zu Lübbecke, Johann von MünchDas Staatsarchiv Münster und Seine Bestände: T. 1-3. Gerichte des Alten Reiches (Nordrhein-Westfäl. Staatsarchiv Münster, 1973) S. 240. Johann Pladiese († n. 1541), 1514 mit dem Meierhof zu Kilver belehnt, verkauft 1488, mit Sohn Alhard, eine Mühle zu Äschen im Ksp. Spenge an den Knappen Gerd LedeburLandesarchiv NRW Abt. Westfalen, U 172u, 21 Alhard Pladiese († v. 1531 ?), 1489 verklagt durch Ludeken von VinckeLandesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abt. Rheinland, AA 0030, 616 / Jülich-Berg I (AA 0030), 1507 Knappe, seine Frau Leneke und Jasper, beider Sohn, verkaufen einer Vikarie (zu Osnabrück) 1507 eine Rente aus Gut Bockbrede im Kirchspiel BuerLandesarchiv NRW Abt. Westfalen, Gesamtarchiv von Spiegel (Dep.), U 202, 5751 Eintrag archivportal-d.de. Jasper Pladiese, vor einem Gografen des Herzogs Wilhelm von Jülich-Berg erwähnt am 11. Juli 1507, wegen Gut Bockbrede im Kirchspiel Buer (?) Johann von Pladiese zu Hudenbeck († 12. März 1610), mit ihm erlischt die Hudenbecker Linie (?) Dorothea von Pladiese zu Hudenbeck; ⚭ ca. 1570 Johann von Rollinghausen gen. Korte (1589 Besitzer v. Gut Hudenbeck)Karl Adolf v. d. Horst: Die Rittersitze der Grafschaft Ravensberg und des Fürstentums Minden, (Berlin 1894) S. 15. (?) Johann von Einichloe gen. Pladis zu Holzhausen, verkauft 1541 die Meierhof-Lehen Kilver (Kirchspiel Rödinghausen) und Krevingtorf (Kreventrup) an Henrich Ledebur zu Bruchmühlen, erw. 1556, ohne männliche Leibeserben verstorbenLandesarchiv NRW Abt. Westfalen, D 605, 421 (Grafschaft Ravensberg Lehen) Blatt 34.
mini|Herrenhaus von Gut Langelage mini|Ledenburg, Torhaus Linie Huntemühlen, Wimmer, Langelage Heinrich von Pladiese auf Huntemühlen, erw. 1480 bis 1499; ⚭ Gese von Bissendorf (?) Rötger von Pladiese, zählt zum Adel des Stifts Münster 1534Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde 24, Folge 3, Bd. 4. (1864) S. 306 (?) Anna von Pladies zu Huntemühlen; ⚭ ca. 1535 Heinrich Vogt von Elspe, Mitgift Haus Vornholz (?) Maria von Pladise zu Sondermühlen (Huntemühlen); ⚭ ca. 1515 Caspar (Jasper) von Westphalen zu FürstenbergUrurgroßeltern des Probstes Mauritius von Westphalen (1701–1710); vgl. priv. Website Welt-der-wappen.de, nach A. Fahne (Abgerufen am 9. März 2023) (?) Henrich von Pladiese, 1506 ravensbergischer Knappe, 1514, 1535Urbar d. Gft. Ravensberg 1556, Bd. 1, Teil 3 PDF, S. 42 (Abgerufen am 9. März 2023) Amt Limberg; ⚭ Odeke (?) Heinrich von Pladiese, 1613 Bürger in MindenLandesarchiv NRW Abt. Westfalen, F 001, M 1175