mini|Anna Nero (2022) Anna Nero (eigentlich Anna Neroslavsky, , wiss. Transliteration ; * 23. November 1988 in Moskau) ist eine deutsche bildende Künstlerin russisch-jüdischer Herkunft.

Leben Anna Nero wurde in eine Moskauer Künstlerfamilie geboren. Ihr Vater ist der Kunstmaler, Designer und Fotograf Alexander Neroslavsky, ihre Mutter Julia Ovrutschski ist ebenso wie ihre Großmutter Tatjana Ovrutschski Malerin und Keramikkünstlerin. 1995 siedelte die Familie mit dem Status jüdischer Kontingentflüchtlinge in die Bundesrepublik Deutschland über und ließ sich in Frankfurt am Main nieder.Farben, Sex und Malerei faz.net, 21. Dezember 2021. 2008 bestand Anna Nero an der Liebigschule das Abitur mit einem Notendurchschnitt von 1,3. Sie bezeichnet sich selbst als „von der jüdischen Kultur geprägt“.»Ich lege Wert auf Rituale« faz.net, 5. März 2019.

Von 2009 bis 2012 studierte sie an der Kunsthochschule Mainz bei Anne Berning und anschließend an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Ingo Meller und Oliver Kossack. Ihre Diplomarbeit widmete sie dem Thema Fetischismus, sie setzte sich darin mit Bilderverboten und Bilderverehrung auseinander.»Ich lege Wert auf Rituale« faz.net, 5. März 2019. Sie schloss ihr Studium als Meisterschülerin bei Heribert C. Ottersbach ab. 2018 erhielt sie ein Stipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen für einen dreimonatigen Studienaufenthalt in Columbus (Ohio). Weitere Stipendien erhielt sie für Detroit und Yangon in Myanmar. Von 2019 bis 2022 war sie Lehrbeauftragte an der Kunsthochschule Mainz.Anna Nero | Testing into Compliance | FeldbuschWiesnerRudolph | 12.11.2022-21.01.2023 artatberlin.com, abgerufen am 1. Februar 2023.

2021 zeigte im Rahmen des Festjahres „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ die Frankfurter Gemeinschaftsausstellung „Drei Generationen“ Werke Anna Neros, ihrer Mutter Julia Ovrutschski sowie ihrer Großmutter Tatjana Ovrutschski.Farben, Sex und Malerei faz.net, 5. Dezember 2021. Anna Nero versteht sich als Feministin und Streiterin gegen Antisemitismus, Sexismus und Rassismus.An Artist Interview #5 Anna Nero kunzten.de, abgerufen am 2. Februar 2023.

Künstlerisches Schaffen Anna Nero malt nicht figurativ, nach ihren eigenen Worten ist dies der Einfluss des Bilderverbots in der jüdischen Kultur.»Ich lege Wert auf Rituale« juedische-allgemeine.de, 5. März 2019. Ihre Bilder und Keramiken prägt ein ironisch-heiterer Charakter, oft sind sie frivol, manchmal bewusst „albern“.Philipp Schreiner, „Man kann es ernst meinen mit dem Frivolen, frivol mit dem Ernsten“. In: Anna Nero. All Things Considered. Bielefeld/Berlin, S. 5.Die EMOTION-Atelierbesuche – diesen Monat bei Anna Nero emotion.de, 30. August 2021.

Den Untergrund für die meisten ihrer Gemälde bildet ein klar markiertes Gittermuster, bestehend aus Quadraten. Auf dieses Raster malt sie mit fotografischer Genauigkeit Gegenstände, die sie wiederum durch scheinbar zufällig hinzugefügte Linien, Striche, Kleckse ergänzt.Angelica Horn, Die Heterogenität des Objekts. Zur Malerei Anna Neros. In: Anna Nero Solid Cream. Frankfurt a. M. 2016, S. 2–3. Die Form der realistisch wirkenden Gegenstände erinnert oft an Dekorationsobjekte, Nippes, Sexspielzeuge, Geschlechtsteile.Philipp Schreiner, „Man kann es ernst meinen mit dem Frivolen, frivol mit dem Ernsten“. In: Anna Nero. All Things Considered. Bielefeld/Berlin, S. 5. Oft dominieren Elemente in leuchtenden poppigen Farben wie Pink oder Türkis. Nach eigenem Bekenntnis spielt sie mit Versatzstücken aus Popkultur, Kitsch und Design, Mode und Werbung.One, two, three kinds of art the-frankfurter.com, abgerufen am 2. Februar 2023.„Ich will keine Hirsche jagen“ journal-frankfurt.de, 15. Februar 2022. Auch schafft sie Skulpturen aus glasiertem Ton.Sandra Danicke, Stacheln im Auge. In: art - Das Kunstmagazin, 8.2023, S. 100.

Das Berliner Internetportal ArtFacts, das die Verkaufsdaten auf dem globalen Kunstmarkt auswertet, stufte sie 2023 unter den ersten Tausend in Deutschland und den ersten 10.000 weltweit ein.Anna Nero, artfacts.net, abgerufen am 2. Februar 2023.

Einzelausstellungen Dresden (Raum für zeitgenössische Kunst, 2014) Hamburg (Galerie Oel-Früh, 2015) Frankfurt a. M. (Forum der Frankfurter Sparkasse, 2016) Hamburg (Galerie Oel-Früh, 2017) Rüsselsheim (Kulturstiftung Opelvillen, 2018) Bremen (Galerie Kramer, 2019) Eschborn (Galerie am Rathaus, 2019) Köln (Galerie Falko Alexander, 2019) Leipzig (Galerie She BAM, 2019) Leipzig (Spinnerei, 2019) Leipzig (Kunstraum Ortloff, 2019) Hamburg (Galerie Oel-Früh, 2019) Frankfurt a. M. (Galerie Schierke Seinecke, 2020) Frankfurt a. M. (AusstellungsHalle 1A, 2021) Berlin (Galerie Rainbow Unicorn, 2021) Berlin (Sammlung Simonow, 2021) Leipzig (Galerie She BAM, 2021) Leipzig (Museum der bildenden Künste, 2022) New York (Another Place Gallery, 2022) Mailand (Plain Gallery, 2022) Berlin (Galerie FeldbuschWiesnerRudolph, 2022) New York (Marc Straus, 2023)

Monografien Anna Nero. Solid Cream. Text: Angelica Horn. Hrsg. Stiftung der Frankfurter Sparkasse. Frankfurt a. M. 2016 ISBN 978-3-945243-18-3 [Arbeiten 2014–2016] Anna Nero. All Things Considered. Text: Philipp Schreiner, Dmitrij Kapitelman und Mirna Funk. Kerber Verlag Bielefeld/Berlin 2020 ISBN 978-3-7356-0717-1 [Arbeiten 2016–2020] DREI Generationen. Tatiana Ovrutschski – Julia Ovrutschski – Anna Nero. Text: Philipp Schreiner. Kann Verlag, Frankfurt a. M. 2021 ISBN 978-3-949312-24-3 [Arbeiten 2019–2021]

Literatur Sandra Danicke, Stacheln im Auge. Die abstrakte Kunst von Anna Nero lässt immer gerade so viel erahnen, dass die Fantasie mit einem durchgeht. In: art - Das Kunstmagazin, 8.2023, S. 100. Angelica Horn, Die Heterogenität des Objekts. Zur Malerei Anna Neros. In: Anna Nero Solid Cream. Frankfurt a. M. 2016, S. 2–5. Philipp Schreiner, Man kann es ernst meinem mit dem Frivolen, frivol mit dem Ernsten. In: Anna Nero. All Things Considered. Kerber Verlag Bielefeld/Berlin 2020, S. 5–9. Philipp Schreiner, Blut und Ölfarbe sind dicker als Wasser – Drei Generationen einer Malerfamilie. In: DREI Generationen. Tatiana Ovrutschski – Julia Ovrutschski – Anna Nero. Frankfurt a. M. 2021, S. 7–12.

Einzelnachweise

Links Website der Künstlerin Interview auf der Ausstellung ERECT der Kunstsäule (2020) 13 Fragen, ZDF (2021) Kunzten Viewing Room Blogbeitrag des Jüdischen Museums Frankfurt über Anna Nero, ihre Mutter und Großmutter

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