Poor Butterfly ist der Titel eines Foxtrott-Schlagers des amerikanischen Schriftstellers und Komponisten Raymond Hubbell mit einem Text von John L. Golden,Siehe Autorenangaben in Poor Butterfly, Lyrics (parlorsongs.com) der 1916 im Musikverlag von T. B. Harms Inc. in New York erschien.Vergleiche von Burton Rice illustrierten Notentitel: Abbildung (Wikimedia Commons). Für Europa übernahmen Francis, Day & Hunter, N. Y., den Vertrieb.
Hintergrund Das Lied wurde angeregt durch Giacomo Puccinis 1904 erstaufgeführte Oper Madama Butterfly, aus welcher darin auch ein kurzes Stück, das Duett Tutti i fior aus dem zweiten Akt, zitiert wird. Es war Bestandteil des Broadway-Spektakels The Big Show, das im August 1916 im New Yorker Hippodrome Theatre Premiere feierte.“Additional music by Frank Leighton, Bert Leighton, Max Darewski and Julius Einodshofer”, vergleiche Darin sang es bei der Erstaufführung die Japanerin Haru Onuki, dann aber nach kurzer Zeit die Sopranistin Sophie Bernard auf der Bühne.Vergleiche Jazz Standards Songs and Instrumentals – Poor Butterfly (jazzstandards.com): “Although a Japanese American actress/vocalist, Haru Onuki, introduced the song, she was replaced soon after the opening by soprano Sophie Bernard.”
Auf der Grammophonplatte war das Lied 1917 durch die Aufnahmen der Altistin Elsie Baker, welche es unter dem Künstlernamen Edna Brown sang, der Sopranistin Anna Howard, und der Victor Military Band populär geworden.Vergleiche Jazz Standards Songs and Instrumentals – Poor Butterfly (jazzstandards.com): “The song was so popular that over two million copies of the sheet music were sold, and it was played and sung by almost every musical artist of the day.” Bakers Aufnahme wurde am 15. Dezember 1916 gemacht und auf dem Victor-label unter der Nummer 18211 veröffentlicht.Siehe Hinweis from the Hippodrome Production “The Big Show” auf dem Schallplattenetikett in der Abbildung zur archivierten Kopie: Anna Howard sang es ebenfalls am 15. Dezember 1916 auf Victor 18211-A.Matrix number: B-18900, anzuhören unter ; Anna Howard hieß bürgerlich Lucy Isabelle Marsh (1878–1956), siehe ein Bild der Sängerin bei Discogs. Die Victor-Militärkapelle spielte ihre auf dem Plattenetikett (Label) als „For Dancing“ klassifizierte Fassung im Rahmen eines Potpourris mit „New York Hippodrome Hits“ am 29. November 1916 in den Trichter. Dieses wurde unter der Nummer 35605 publiziert.Enthält: Poor Butterfly – Come on Down to Ragtime Town – The Hippodrome Street Parade – Poor Butterfly und ist anzuhören unter . Zum Tanzen spielte es auch der Geiger und Bandleader Joseph Cyrus Smith mit seiner Kapelle bei Victor ein (Bestell-Nr. 18246-A).Fox Trot; For Dancing; from N. Y. Hippodrome production “The Big Show”, anzuhören unter ; ein Foto der Kapelle bei phonostalgia.com: Joseph C. Smith with his orchestra.
Bei der Konkurrenzfirma Columbia nahm die Sopranistin Katherine Clark den Titel im November 1916 auf; er wurde unter der Nummer A 2167 publiziert.Matrix number: 47167, anzuhören unter ; ihr bürgerlicher Name war Nannette Flack, zwei Fotos der Künstlerin in Wikimedia Commons: Stage actress Nannette Flack, Portrait of stage actress Nannette Flack. Hier spielte ihn im Dezember 1916 auch (Charles Adams) Prince’s Orchestra (auch als „Prince’s Band“ bekannt) als Orchesterstück auf die Columbia-Platte No. A 5930.
Vielleicht von ein wenig geringerer Popularität, jedoch zu ihrer Zeit noch immer geachtet, war die Aufnahme, die Elizabeth Spencer bei Thomas Alva Edison machte. Sie wurde als Edison Diamond Disc (Katalog-Nummer 50386)Matrix number: 4987, mit Hinweis New York Hippodrome – “The Big Show”, anzuhören unter ; ein Foto von Spencer am Klavier (1915) auf Wikimedia Commons. und auch noch als Amberol-Cylinder (Katalog-Nummer 3039) herausgebracht.
Der Geigenvirtuose Fritz Kreisler schließlich nahm das Lied in einem Arrangement für Violine und Orchester am 1. März 1917 bei Victor auf (Katalog-Nummer 64555).Rot-Etikett 714-B, anzuhören unter
Zwei Jahre später erschien auf das Lied eine Art Antwort-Schlager von M. K. Jerome, der den Titel Poor little Butterfly is a Fly Gal now bekam. Sam M. Lewis und Joe Young schrieben den Gesangstext dazu. Auch dieses Foxtrottlied, das in New York bei Waterson, Berlin & Snyder herauskam, wurde wiederum in der Broadway-Aufführung The Big Show von 1919 eingesetzt.
Die Melodie wurde zu einem Jazzstandard, den zahlreiche bekannte Jazzmusiker wie Red NicholsBluebird B-10522-B (1939), anzuhören unter Paul Whiteman und Benny Goodman, Art Tatum, Erroll Garner und Oscar PetersonHis Master's Voice X 7887 (Apr. 1953), anzuhören unter , aber auch Lee Morse, Sarah Vaughn und Frank Sinatra, aufgriffen und einspielten.
In den 1950er Jahren hatte die US-amerikanische Popmusik-Gesangsgruppe The Hilltoppers noch einmal einen Erfolg mit dem Lied, das sie bei der Plattenfirma Dot Records (Katalog.-Nr. 15156) aufnahm. Ihr Pianist war der später als Bandleader mit seinem typischen Orchesterklang bekannt gewordene Billy Vaughn.Foto der Gruppe, ca. 1954 (Wikimedia Commons)
Einzelnachweise
Kategorie:Lied 1916 Kategorie:Revue Kategorie:Jazz-Titel