mini|hochkant|Wappen derer von MünchSpießen (1903), Tafel 173. Münch (auch Munnik, Mönch, Mönck, Monick, Monnich, Monnick, Münnich, Mönnich o. ä.) ist der Name eines erloschenen westfälisch-niedersächsischen Adelsgeschlechts.

Die Familie ist von den oldenburgischen Münnich und den westfälischen Monnich/Münnich zu unterscheiden.

Geschichte Die Herren von Münch gehörten dem Ritterstand im Stift Minden an und waren im braunschweigisch-lüneburgischen Raum begütert. Wohl schon im 13. Jahrhundert hatten sie Ellerburg als mindensches Lehen inne, und ein Justacius Münch wird 1272 als in der nahen Bauernschaft Destel besitzlich erwähnt. Auch 1397 wird Ellerburg als Gut des Statius von Münch (wohl Enkel des Justacius) erwähnt. Dieser wird 1361 als mindenscher Ministeriale genannt und war 1350 auf einem Hof in Wimmer bei Osnabrück besitzlich.Karl Adolf von der Horst: Nachtrag zu den Rittersitzen der Grafschaft Ravensberg, in: Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, hrsg. v. Adolf Matthias Hildebrandt (Band 27, Verlag C. Heymann, Berlin 1899), S. 67 (books.google.de). 1333 wird ein Hermann Monik in Lübbecke genannt. 1430 stiftete die Familie die Vikarie St. Trinitatis et Nativitatis Beatae Mariae Virginis am Kollegiatstift St. Andreas in Lübbecke.Spahn (1980) S. 118. Der vermeintliche Enkel des o. g. Statius, Hartecke (Harduin) von Mönnich, wurde von Bischof Heinrich von Minden (1473–1508) unter anderem mit zwei Burgmannshöfen in Lübbecke, einem Hof bei Blasheim und dem Tilemannshof zu Wedem belehnt. Dieser Hartecke geriet 1475 in eine Fehde, in deren Zuge er Albert von dem Bussche im Kloster Levern in der dortigen Kirche erstach, was den Bischof von Osnabrück und die Stadt zu einem Feldzug vor die Ellerburg veranlasste. Die blutige Fehde währte bis 1484.Karl Adolf von der Horst: Die Rittersitze der Grafschaft Ravensberg und des Fürstentums Minden (Berlin 1894), S. 117. Ab 1510 erfolgte Erbteilung bei Harteckes Söhnen in die Linien Ellerburg (Statius von Münch, älter) und Benkhausen (Hardeke von Münch, jünger). Die Ellerburg geriet 1662 durch Heirat an Gerhard Mauritz Friedrich von Ripperda.

Die Familie ist 1773 mit dem braunschweigisch-lüneburgischen Oberhofmarschall Philipp von Münch zu Benkhausen im Mannesstamm erloschen.Spießen (1901–1903), S. 92. Dieser setzte den noch jugendlichen, späteren Kammerherrn, Philipp Clamor von dem Bussche zu Ippenburg als Universalerben ein, der unter kaiserlicher Genehmigung vom 14. Dezember 1773 beide Wappen miteinander vereinigte und sich fortan von der Busche-Münch schrieb.

Familienangehörige (Auszüge) Linie Ellerburg

Linie Benkhausen

Wappen Blasonierung: In Silber ein offener roter Flug. Auf dem rot-silbern bewulsteten Helm mit rot-silbernen Decken der Flug.

Weitere Wappendarstellungen:

Literatur Hans Nordsiek: Grundherrschaft und bäuerlicher Besitz im Amt Reineberg. Bruns Verlag, Minden 1966, Seite 162 bis 166 (Band 11 von Mindener Beiträge zur Geschichte, Landes- und Volkskunde des ehemaligen Fürstentums Minden)

Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 92; Band 2, Görlitz 1903, Tafel 222. Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. Band 6: Loewenthal – Osorowski. Leipzig 1865, S. 402. Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 131f. Anton Fahne: Geschichte der westphälischen Geschlechter, 1858, S. 301.

Einzelnachweise

Kategorie:Westfälisches Adelsgeschlecht Kategorie:Niedersächsisches Adelsgeschlecht Kategorie:Adelsgeschlecht (Mittelalter) Kategorie:Ersterwähnung 1272