Der Wasserverbund Region Bern (WVRB) ist ein Gemeindeverband und für die Wasserversorgung in der Region Bern zuständig.

mini|Neben dem Pumpwerk Schönau, vis-à-vis vom Tierpark Dählhölzli, befindet sich die Geschäftsstelle des Wasserverbundes Region Bern

Geschichte Die Gründungsversammlung fand am 17. April 1974 im Kursaal Bern statt. Per 1. Januar 2007 wurde die Gesellschaft einer Umstrukturierung unterzogen, die Aktionäre verkauften ihre Primäranlagen dem WVRB. Dabei sind die Aktionäre Belp und die Wasserverbund Grauholz AG ausgestiegen und wurden zu Vertragspartnern des WVRB. 2008 wurde die Geschäftsstelle in die Betriebszentrale Schönau verlegt. 2012 bis 2014 wurde dort das Pumpwerk Schönau einer Gesamterneuerung unterzogen. Mit sechs Pumpen, die eine Leistung von je 7'500 l/min aufweisen (insgesamt 45'000 l/min), ist es das grösste Pumpwerk des WBRB.

Reservoirs Der WVRB betreibt mehrere Wasserreservoirs. Neben den drei grössten, welche nachfolgenden aufgeführt sind, gibt es zahlreiche kleinere.

Könizberg Das 1869/1870 erbaute Reservoir Könizberg hat nach mehrmaligen Erweiterungen ein Fassungsvermögen von 12’400 Kubikmeter. Von 1873 bis 1879 wurden die Scherlitalfassungen mit einer direkten Zuleitung zum Reservoir Könizberg gebaut. Bereits 1925 musste mit der Desinfektion des Wassers durch Beigabe kleiner Chlormengen begonnen werden. Zur Sanierung des Quellwassers wurde im Herbst 1955 eine Filter- und Ozonanlage beim alten Reservoir Könizberg fertiggestellt. 2009/2010 wurden zwei Wasserleitungen aus Jahren 1926 und 1960 ersetzt. Seit die Quellwasserfassungen zwischen Bern und Schwarzenburg 2014 wegen zu hohen Nitratbelastungen ausser Betrieb genommen wurden, wird das Reservoir mit Wasser aus dem Aaretal über das Pumpwerk Schönau und/oder das Pumpwerk Belpau befüllt.

Mannenberg mini|Wasserreservoir Mannenberg (2021, vor Neubau)

Das 1906 in Betrieb genommene und mehrfach erweiterte Wasserreservoir Mannenberg (Wsp. ) war mit einem Fassungsvermögen von 26’400 Kubikmeter das grösste Reservoir der WVRB. Das Wasser wird hauptsächlich in der rund 30 Kilometer entfernten Grundwasserfassung Aeschau im Emmental gewonnen und fliesst durch das natürliche Gefälle einer Freispiegelleitung bis ins Reservoir. Am 11. Oktober 2021 begannen unmittelbar neben dem bestehenden Reservoir die rund vier Jahre dauernden Bauarbeiten für einen Ersatzneubau (). Anschliessend wird das alte Reservoir ausser Betrieb genommen und zurückgebaut. Das Fassungsvermögen des neuen Reservoirs wird 30’000 Kubikmeter betragen. Es wird über eine neue Leitung mit dem im Bau befindlichen neuen Reservoir Stockeren (Wsp. ) in Bolligen verbunden, welches wiederum mit dem Reservoir Aebnit (Wsp. ) verbunden wird. Im Oktober 2025 wurde das neue Reservoir in Betrieb genommen. Die offizielle Einweihung erfolgte am 14. Oktober 2025.

Gurten Das Anfang der 1970er fertiggestellte Reservoir Gurten hat ein Fassungsvermögen von 18’500 Kubikmeter. Die Befüllung läuft über das Pumpwerk Schönau und/oder jenes in Belp.

Grundwasserfassungen Das Grundwasser wird im Emmental und Aaretal als Uferfiltrat aus dem jeweiligen Grundwasserbegleitstrom der Emme bezw. der Aare gewonnen. Falls erforderlich wird das Wasser mit Natriumhypochlorit (Javel) oder Chlordioxid versetzt oder mittels UV desinfiziert. Aufgrund erhöhter Pestizidrückstände wurden in den letzten Jahren verschiedene Quellen und Fassungen stillgelegt, welche über ungenügend grosse Wasserschutzgebiete verfügten oder anderen Gefährdungen ausgesetzt waren. Gleichzeitig wurde im Einzugsgebiet der verbleibenden Fassungen in Aeschau, Kiesen und in der Belpau die landwirtschaftliche Nutzung stark eingeschränkt oder ganz verboten.EWB und Wasserverbund Region Bern: In: wvrb.ch, 3. Juli 2017; abgerufen am 14. Dezember 2017. Das beste Wasser bezüglich Wasserqualität liefert die Fassung Aeschau.

Emmental Aeschau mini|Reguliergebäude der Wasserverbund Region Bern AG in der Aeschau (2026) mini|Emme bei Niedrigwasser in der Aeschau (24. August 2026) 1906 wurde im Weiler Aeschau zwischen Eggiwil und Signau auf dem Gemeindegebiet von Signau die sogenannte Quellwasserfassung Aeschau in Betrieb genommen, womit der Emme Uferfiltrat entnommen wurde. 1927/1928 wurde sie durch eine Grundwasserfassung mit acht Schachtbrunnen ersetzt. Die aktuelle Konzession für die Grundwasserfassung Aeschau räumt dem Betreiber das Nutzungsrecht für die Wasserentnahme bis 2047 ein und weisst eine konzedierte Menge von 26’000 l/min auf. Der erschlossene Grundwasserstrom besteht zu rund 70 Prozent vom Wasser der Emme. Die Folgen der globalen Erwärmung in der Schweiz führen vermehrt dazu, dass die Emme stellenweise austrocknet. Infolge musste die Wasserentnahme bereits mehrmals vorübergehend eingeschränkt werden, wie etwa in den heissen und trockenen Sommern 2018 und 2022. In jenen Jahren wurde durch Einleitung von Grundwasser aus einem der Schachtbrunnen versucht, die Situation etwas zu entschärfen. Während der Dürre und Hitze in Europa 2026 lieferte die Aeschau nur noch rund 20 Prozent des jährlichen Wasserbedarfs der angeschlossenen Gemeinden, normalerweise gewinnt der WVRB knapp 50 Prozent dieses Bedarfs in der Grundwasserfassung Aeschau. Die WVRB AG setzt einzig in der Aeschau Chlordioxid zur Desinfektion ein.

Aaretal Kiesen (Aaretalwerk 1) 1947 bis 1950 wurden in Kiesen in einer europaweiten Premiere fünf Horizontalfilterbrunnen gebaut, mit denen dem Grundwasserstrom der Aare Wasser entnommen wird. Die Grundwasserfassung Kiesen ist die grösste Grundwasserfassung des WVRB und die grösste im Kanton Bern. Das gewonnene Wasser wird anschliessend mit einem Hebewerk in Kiesen über eine Freispiegelleitung bis zum Pumpwerk in der Belpau geleitet, von wo aus die weitere Verteilung erfolgt. Die aktuelle Konzession für die Grundwasserfassung läuft bis 2030 und weisst eine konzedierte Menge von 55’000 l/min aus. Mit der sogenannten Aaretalleitung 3 soll bis voraussichtlich September 2026 eine zweite Wassertransportleitung vom Hebewerk in Kiesen zum Pumpwerk in der Belpau gebaut werden.

Belpau (Aaretalwerk 2) Im Januar 1997 wurden im Naturschutzgebiet Belpau in der Gemeinde Belp die Grundwasserfassung Belpau in Betrieb genommen, bestehend aus zwei an der Aare gelegenen Brunnen. Im Oktober 1997 wurde bekannt, dass wegen Köcherfliegenlarven in den Fassungsträgern ein Filter eingebaut werden muss. Die ursprüngliche Konzessionsmenge von 25’000 Liter wurde aufgrund des limitierten Dargebotes auf 11’500 Liter reduziert. Die aktuelle Konzession läuft bis 2037.

2021/2022 wurden Pumpversuche gestartet, um in der oberen Belpau eine neue Wasserfassung zu bauen. Jedoch war die Ausbeute zu gering, die Pläne wurden verworfen.

Amerikaegge, Uetendorf 2014 wurde im früheren Mündungsgebiet der Kander in Uetendorf das Grundwasserpumpwerk Amerikaegge in Betrieb genommen welches von der Wasserversorgung Region Thun AG (WARET) mit Beteiligung der WVRB gebaut wurde. 2016 wurde eine 4,66 Kilometer lange Verbindungsleitung von der Grundwasserfassung Amerikaegge bis zum Anschlussbauwerk in Kiesen in Betrieb genommen. Der WVRB kann mind. 6'000 l/min beziehen.

Wehrliau, Muri Mit dem Beitritt von Muri bei Bern zum WVRB im Jahr 2020 wurde die Grundwasserfassung Wehrliau erworben und 2022/2023 einer Totalsanierung unterzogen. Die Anlage wurde 2023 mit zwei neuen Leitungen an die zwei bestehenden Transportleitungen Aaretal 1 und Aaretal 2 angeschlossen. Die Grundwasserfassung Wehrliau wurde ursprünglich 1980 in Betrieb genommen, bestehend aus zwei Brunnen an der Aare. Die Konzession, zuletzt 2012 verlängert, läuft bis 2052 und weisst eine konzedierte Menge von 18’600 l/min aus.

Oberi Au, Uttigen 2023 wurde im Gebiet der Aarelandschaft zwischen Thun und Bern zusätzlich die Grundwasserfassung Oberi Au in Uttigen in Betrieb genommen, mit einem an der Aare gelegenen Horizontalfilterbrunnen. Die aktuelle Konzession für die Grundwasserfassung läuft bis 2061 und weisst eine konzedierte Menge von 25’000 l/min aus.

Verbandsgemeinden Die inzwischen 23 Verbandsgemeinden sind die Aktionäre der Wasserverbund Region Bern AG.

Allmendingen, seit 2019 Bäriswil, seit 2025 Bolligen Bremgarten Frauenkappelen Ittigen Kehrsatz, seit 2014 Kirchlindach Mattstetten, seit 2025 Münchenbuchsee, seit 2025 Gemeindebetriebe Muri b. Bern (gbm), seit 2020 Ostermundigen Rubigen, seit 2019 Stettlen, seit 2015 Urtenen-Schönbühl, seit 2025 Vechigen, seit 2015 Wichtrach, seit 2025 Wohlen Worb, seit 2019 Zollikofen Energie Wasser Bern (ewb) Gemeindeverband Wasserversorgung Saurenhorn (WVS), bestehend u. a. aus den Gemeinden Grossaffoltern, Moosseedorf und Rapperswil, seit 2025 Wasserversorgungsgenossenschaft Meikirch-Uettligen und Umgebung (WVGM), seit 2013

Vertragspartner Wasserlieferverträge bestehen mit folgenden Vertragspartnern: Energie Belp AG Köniz Mühleberg InfraWerkeMünsingen Tierpark Dählhölzli Wasserverbund Grauholz AG (WAGRA; bestehend aus den Gemeinden Münchenbuchsee, Bäriswil, Mattstetten und Urtenen-Schönbühl)

Weblinks Website des Wasserverbunds Region Bern

Einzelnachweise

Kategorie:Wasserversorger (Schweiz) Kategorie:Unternehmen (Bern) Bern Bern

Kategorie:Unternehmensgründung 1974