Die Elbe Evangelical Lutheran Church (auch: Little White Church of Elbe, deutsch: Kleine Weiße Kirche von Elbe) ist ein Kirchengebäude der Evangelical Lutheran Church in America in Elbe, einer kleinen Ortschaft im Pierce County südlich von Seattle im US-amerikanischen Bundesstaat Washington. Die durch eine Stiftung betreute Kirche wird noch regelmäßig für Gottesdienste genutzt.Worship Schedule auf der Seite der Stiftung (englisch) Die Kirche gilt mit einer Fläche von etwa sechs auf acht Meter als eine der kleinsten Kirchen in Amerika und ist als nationales historisches Denkmal gelistet.Eintrag im National Register Information System. National Park Service, abgerufen am 5. März 2023 (englisch)
Architektur mini|links|Ansicht von Nordwesten Die neogotische Kirche liegt etwas oberhalb des Ufers des Nisqually River im Zentrum der kleinen Siedlung Elbe und wird durch die Mount Rainier Scenic Railway und die Washington State Route 7 vom Rest des Ortes getrennt. Der Bahnhof von Elbe liegt ihr direkt gegenüber. Die Kirche hat einen rechteckigen Grundriss und ist aus weiß gestrichenem Holz auf einem steinernen Fundament errichtet. Ihr Dach ist mit Zedernschindeln gedeckt. Über ihrem Eingang befindet sich ein etwa 13 Meter hoher Kirchturm mit Geläut, der in einer pyramidalen Spitze mit einem schmiedeeisernen Kreuz endet. Am anderen Ende der Kirche befindet sich eine trapezförmige Apsis, die den Altarraum beinhaltet. In einem Anbau links neben der Apsis befindet sich eine kleine Sakristei. Über der Eingangstür, die sich am Kirchturm befindet, ist eine Holztafel mit dem Baujahr 1906 und darüber ein kleines Vordach angebracht. Weiter oben am Turm befindet sich ein Rundfenster mit einer Glasmalerei in Form eines Vierpass. Der Kirchenraum wird von jeweils zwei Spitzbogenfenstern an beiden Seiten des Kirchenschiffs erhellt. Der Innenraum ist hell gestrichen und teils holzvertäfelt. Über dem hölzernen Altar ist ein Christusbild angebracht, der Altarraum ist mit Kommuniongittern aus Holz abgetrennt. Neben dem Eingang zur Sakristei steht eine kleine Pfeifenorgel, rechts der Apsis die hölzerne Kanzel. Im Gebäude befinden sich fünf Reihen von Kirchenbänken.
Geschichte mini|links|Inneres, Blick zum Altar Die evangelisch-lutherische Kirche von Elbe wurde 1906 in einer Holzfäller- und Sägewerkssiedlung, die größtenteils von Deutschen der ersten und zweiten Auswanderergeneration besiedelt war, erbaut. Es war der erste Kirchenbau in Elbe, das 25 Jahre zuvor von Henry Lutkens und seiner Frau Christina gegründet worden war. Elbes erste lutherische Gottesdienste wurden ab 1893 zunächst in Privathäusern durch Pfarrer Lewis H. Schuh von der Trinity Lutheran Church in Tacoma und andere Geistliche abgehalten. Die Gemeinde schloss sich einer landesweiten Kirche, der deutschamerikanischen Ohio-Synode an. 1906 trat Pfarrer Karl Killian, der aus Hermannsburg in Deutschland stammte, den Dienst in Elbe an. Er war lutherischer Pfarrer von Puyallup und hielt Gottesdienste in verschiedenen Gemeinden. Elbe war seit der Gründung angewachsen und die Einwohnerschaft hatte sich erhöht, nachdem die Eisenbahn der Tacoma and Eastern Railroad bis Elbe verlängert wurde. In diesem Umfeld stiftete Henry Lutkens einen Bauplatz und Bauholz für eine eigene lutherische Kirche, die nach einem Entwurf von Pfarrer Killian in Eigenleistung der Gemeinde errichtet wurde. Das aufgesetzte eiserne Kreuz des Kirchturms wurde von Levi Engel, dem Stadtschmied, geschmiedet, die Kirchenglocke stammte aus einer Lokomotive. Die Gottesdienste wurden zunächst auf Deutsch gehalten, wovon heute noch die Bezeichnung „Ev Luth Kirche“ über dem Eingang zeugt. 1946 war die Gemeinde der Kirche zu klein geworden und daher aufgelöst. Die Kirche selbst stand eine Zeit lang leer. In den 70er-Jahren nahm das Interesse an der kleinen Kirche wieder zu, wozu besonders der Pfarrer Ervin E. Krebs aus Tacoma beitrug. 1976 erfolgte auf seine Initiative hin der Eintrag in das nationale Denkmalregister. Der Erhalt der Kirche und des Pfarrhauses wurde einer Stiftung anvertraut und sommerliche Führungen für Touristen angeboten. Auch die monatlichen Gottesdienste wurden unter der Verantwortung von Pfarrer Donald Melchert aus Spanaway wieder aufgenommen. 1984 ernannte Bischof Clifford Lunde die kleine Kirche zu seiner Bischofskirche. Diese Tradition wird bis heute von den Bischöfen der Südwest-Washington-Synode fortgeführt, die einmal jährlich in Elbe predigen.
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Einzelnachweise
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