Wolfgang Hagemann (* 30. September 1929 in Wiesbaden; † 4. September 2021Das Sterbedatum wird in der Rede zur Jahresfeier 2021 der Ruprechts-Karls-Universität Heidelberg genannt in Heidelberg) war ein deutscher Botaniker. Er beschäftigte sich mit der vergleichenden Morphologie, der Pflanzenentwicklung, besonders der Spross- und Blattentwicklung bei Farnen und Blütenpflanzen sowie mit den Grundlagen der Pflanzengestaltung, Konstruktion und der Rolle des Organismus in der Evolution.

Biographie Wolfgang Hagemann kam 1929 in Wiesbaden als Sohn des Oberforstmeisters Wilhelm Viktor Hagemann und der Pianistin Margarethe Hagemann, geborene Blaß, zur Welt. Er war seit 1960 verheiratet mit Gisela Hagemann, geborene Fleischer. Gemeinsam hatten sie vier Kinder.

Seine Schulausbildung beendete Wolfgang Hagemann 1950 mit dem Abitur in Holzminden a.d. Weser. Ab 1950 studierte er Biologie, Chemie und Physik an der Universität Mainz und erreichte 1956 den Abschluss als Diplombiologe. Seine Promotion zum Dr. rer. nat. erfolgte 1957. Thema seiner Dissertation ist Vergleichende morphologische, anatomische und entwicklungs-geschichtliche Studien an Cyclamen persicum Mill., sowie einigen weiteren Cyclamen-Arten. Betreut wurde seine Dissertation durch Wilhelm Troll.

Es folgte eine wissenschaftliche Assistenz an der Universität des Saarlandes (1959–1963). 1962 habilitierte sich Hagemann dort.

Ab 1964 wirkte er als Wissenschaftlicher Rat und Professor an der Ruprechts-Karls-Universität Heidelberg, wo er 1970 zum außerplanmäßigen Professor an der Fakultät für Biologie ernannt wurde. Von 1974 bis 1993 wirkte er ebendort als ordentlicher Universitätsprofessor.Die wesentlichen biographischen Daten können auch der folgenden kommerziellen biographischen Enzyklopädie entnommen werden: https://prabook.com/web/wolfgang.hagemann/250084

Zahlreiche Forschungsreisen führten ihn unter anderem nach Kolumbien, Neuguinea, Australien und in zahlreiche europäische Länder.

Nachlass Den wissenschaftlichen Nachlass von Wolfgang Hagemann bewahrt das Universitätsarchiv bzw. der Botanische Garten Heidelberg.„Ein Schwerpunkt der Aufsammlungen seit Mitte des 20. Jahrhunderts (»Neues Herbar«) umfasst insbesondere die Herbarbelege der Heidelberger Botaniker W. Rauh, W. Hagemann und K. Senghas, die auf zahlreichen Forschungsreisen zwischen 1950 und 1980 zurückgehen.“ – www.botgart.cos.uni-heidelberg.de

Veröffentlichungen (Auswahl) Habilitationsschrift Weitere Untersuchungen zur Organisation des Sproßscheitelmeristems: Der Vegetationspunkt traubiger Infloreszenzen nebst einer einleitenden Vorschau auf die Grundlagen und Ziele der in Angriff genommenen entwicklungsgeschichtlichen Studien. Saarbrücken 1962.

weitere Veröffentlichungen Sind Farne Kormophyten? Eine Alternative zur Telomtheorie. In: Plant Systematics and Evolution. Band 124, 1976, S. 251–277. (Kurzfassung in Berichte der schweizerischen botanischen Gesellschaft. Band 85, 1975, S. 168.) Baupläne der Pflanzen, eine vergleichende Darstellung ihrer Konstruktion. Skriptum der Vorlesung gleichen Titels unter Mitarbeit von M. Knierim, M. Erdel und E. Riehle. Selbstverlag, Heidelberg 1984. Vergleichende Morphologie der Pflanzen: Was kann sie zur phylogenetischen Forschung beitragen (erläutert am Beispiel von Verzweigungssystemen)? In: K. Edlinger (Hrsg.): Form und Funktion Ihre stammesgeschichtlichen Grundlagen. Wiener Universitätsverlag, Wien 1989, S. 145–168. mit D. R. Kaplan: The Organism and Plant Cells in Light of Goethe's Comparative Morphological Method. In: G. Mann, D. Mollenhauer, S. Peters (Hrsg.): In der Mitte zwischen Natur und Subjekt. Johann Wolfgang von Goethes „Versuch die Metamorphose der Pflanzen zu erklären“ 1790–1990; Sachverhalte, Gedanken, Wirkungen. SNG-Buch, Frankfurt 1992, S. 93–110. Der Organismus als Subjekt in der Evolution: Die Wiederkehr des offenen Typus in der Pflanzenevolution. In: P. Heusser (Hrsg.): Goethes Beitrag zur Erneuerung der Naturwissenschaften. P. Haupt-Verlag, Bern 2000, S. 63–106.

Literatur Hagemann, Wolfgang. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 440.

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Einzelnachweise

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