Alatyr (, /Ulatăr, mordwinisch Ратор Ош/Rator Osch) ist eine Stadt in der Republik Tschuwaschien innerhalb des Föderationskreises Wolga in Russland. Sie ist Verwaltungssitz des Rajons Alatyr und hat Einwohner (Stand ).

Geographie Alatyr liegt rund 800 km südöstlich von Moskau und etwa 195 km südwestlich der Republikshauptstadt Tscheboksary über dem linken Ufer der Sura an der Mündung des Flusses Alatyr.

Geschichte Zar Iwan der Schreckliche ließ 1552 an der Mündung des Flusses Alatyr eine befestigte Siedlung zum Schutz der Grenzen des Moskauer Reiches errichten. Seit 1780 ist Alatyr Kreisstadt.

In der Stadt bestand das Kriegsgefangenenlager 463 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.Maschke, Erich (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962–1977.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1795 2.830 1825 3.565 1897 12.209 1915 25.144 1926 22.437 1939 29.782 1959 40.074 1970 43.499 1979 45.272 1989 46.593 2002 43.161 2010 38.203 Anmerkung: 1897 und ab 1926 Volkszählungsdaten

Wirtschaft und Verkehr Alatyr besitzt ein Lokomotivausbesserungswerk. Weitere bedeutende Industriezweige sind Machorka- und Schuhfabrikation sowie Elektrogerätebau. Die Stadt liegt an der Eisenbahntrasse Pensa – Kasan und besitzt einen Flusshafen an der Sura sowie einen Flugplatz.

Sehenswürdigkeiten miniatur|Simbirskaja-Straße und Kirche der Gottesmutter von Kasan (links). Fotografie von 1908 Die Stadt ist ein Zentrum der russischen Orthodoxie in Tschuwaschien; davon zeugen zahlreiche historische Sakralbauten, unter vielen anderen die Johannes-Kirche (Иоанно-Предтеченская церковь, 1703), die Kirche zur Geburt der Gottesmutter (Богородице-Рождественский собор, 1747) sowie das Dreifaltigkeits-Kloster (Троицкий монастырь; 1584 gegründet, stark dezimiert) und das Nikolaus-Kloster (Николаевский монастырь, 1634 gegründet). Überdies haben sich im Stadtzentrum zahlreiche Straßenzüge mit Gebäuden des 19. bis frühen 20. Jahrhunderts erhalten.

Söhne und Töchter der Stadt Wiktor Masyrin (1859–1919), Architekt Andrei Schidlowski (1915–2007), Mathematiker Wiktor Schtatland (1912–1971), Kameramann und Offizier Alexei Sudajew (1912–1946), Waffenkonstrukteur Nadeschda Suschkina (1889–1975), Bodenkundlerin und Hochschullehrerin

Einzelnachweise

Weblinks

Offizielle Seite der Stadtverwaltung (russisch) Alatyr auf mojgorod.ru (russisch)

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