mini|hochkant|Wappen derer von Snetlage im Wappenbuch des Westfälischen Adels Snetlage (auch Schnetlage, Snethlage, Snedlage, Sneytlaghe, Snettlage o. ä.) ist der Name eines alten westfälisch-niedersächsischen Adelsgeschlechts. Die Herren von Snetlage gehörten dem osnabrückischen Landadel (Ritterstand) an. Die Familie ist Ende des 17. Jahrhunderts (1697) erloschen.M. Gritzner et al.: Der Adel des Grossherzogtums Oldenburg (Nürnberg: Bauer & Raspe, 1872), Seite 11 mini|hochkant|Haus Gartlage, Osnabrück

Geschichte Das Ministerialengeschlecht Snetlage gehörte schon 1226 zur tecklenburgischen Dienstmannschaft und tritt 1248 mit Burgmannen in Quakenbrück (Amt Fürstenau des Hochstifts Osnabrück) in Erscheinung. Der ursprüngliche Stammsitz war der Hof Schnetlage im Kirchspiel Löningen.Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, Bd. 1. (Görlitz 1903) S. 114 Die Herren von Snetlage traten zunächst als gefürchtete Raubritter im Osnabrücker Nordland hervor. Sie verfügten über einige Güter und Wohnsitze, etwa die Burg Haslageprivate Webseite Geneal-Forum, abgerufen am 27. Januar 2023, Herrlichkeit Wulften im Amt Iburg, das Gut Gartlage, das Rittergut Crollage (um 1496 bis 1510)Ludorff, A.: Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen. Bd. 22 Kreis Lübbecke (1907), S. 38 Digitalisat (Abgerufen am 8. Februar 2023), den Rittersitz Lonne (Haus Lonne bei Bramsche, Kirchspiel Bippen) sowie Besitzungen im Oldenburgischen Land, Westerholte bei Ankum, Zetlage/Zerlaghe bei Freren und Berchfeld. Seit dem 16. Jahrhundert gehörte den Herren von Snetlage zudem der Burgmannensitz Kemnade. Die Familie stellte Amtmänner, Domherren, Domdekane, Pröbste, Ritter und Knappen sowie einen Komtur der Johanniterkommende Steinfurt, eine Äbtissin und eine als vermeintliche Hexe ermordete Person. Ein Zusammenhang mit der auf den Rektor der Tecklenburger Lateinschule, Wilhelm Snethlage (1565–1650), zurückgehenden bürgerlichen Familie Snethlage, die ein ähnliches Wappen führt, ist nicht zweifelsfrei zu belegen.vgl. De Nederlandsche Leeuw 99ste jaargang, no. 2-3, februari-maart 1982, Digitalisat auf privater niederländischer Webseite Familie Snethlage (Abgerufen am 29. Januar 2023)

Als Familienmitglieder und Vorfälle erscheinen in Urkunden u. a.: 1251 die Gebrüder Johann und Engelbert von Snetlage, in einer Urkunde als Quakenbrücker Burgmannen genannt. 1309 Lambert von Schnetlage, 1303 bis 1314 als Probst des Stiftes Börstel, sein Bruder Hermann als Burgmann in Quakenbrückvgl. Sudendorf, S. 30A.von Düring: Geschichte des Stiftes Börstel in: Mittheilungen des Vereins für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück, Band 18, S. 173 ff, S. 190, S. 249 (Osnabrück 1893); online bei books.google.de 1347 belehnt Dietrich I. von Dalwigk, Abt zu Corvey, den Bernhard von Schnetlage (lebt 1365) mit dem Haupthofe zu Schnetlage, auch der Knappe Otto von Sneitlage wird dort belehnt. 1351 überträgt Graf Claus von Tecklenburg-Schwerin dem Knappen Engelbert van Snetlage das Wibben-Haus zu Anten im Kirchspiel Berge 1364 Erwerb des Zehnten zu Lechterke vom Knappen von Dorne, ein Lehngut des Grafen von Delmenhorst durch die Snetlage 1400 verkauft ein Otto von Snetlage das Vollerbe Schenke zu Bokel im Kirchspiel Bippen dem Probst zu Börstel 1408 erwirbt ein Lambert von Snetlage den Burgsitz im Teichhaus zu Lonne und das Erbe Wolkering, 1426 wird er als Herr von Aselage erwähnt 1517 hielt Johann von Snetlage, mit Hermann von Dyncklage, Hermann Schwencken/Swencker (zu Fresenburg) und Wulfhard Dorgeloe, den Knappen Syze van Steenwyk auf dem Rittersitz Lonne gefangen Am 5. Juni 1534 kauft Johann von Snetlage für 1500 Goldgulden von seinem Vetter Johann von Sloen gen. Tribbe dessen Besitzungen in Bippen (Upman zu Dalum), Ankum und Schwagstorf, vor den Zeugen Alhard von Quernheim und dessen Sohn Jasper von QuernheimSt.A. Münster, Depositum Haus Venne, Urkunde Nr. 251; in: Selbach (Hrsg., 1993): Haus Lonne (Faksimile-PDF), S. 15 1522 Amelung von Snetlage ist 1522 Senior des Domkapitels zu Minden, sowie Osnabrücker Domherr und Domkantor um 1530 1558 bis 1563 verrenten Heinrich von Snetlage und seine Frau Gertrud ihr Erbe, unter anderem an ihren Vetter Hugo von Dincklage, Drost zu Cloppenburg 1568 Roleff von Snetlage, Domherr zu Minden, verkauft an Herbrodt von Langen u. a. eine Rente aus dem Hause Wulfften und aus dem Erbe Stüve und Haszberg zu Malbergen im Kirchspiel St. Johann 1597 Rudolf (Roleff) von Schnetlage und seine Frau Lucia verkaufen ihrem Leibeigenen Heinrich Ramemann und seiner Frau Anne, wohnhaft zu Hohne im Kirchspiel Lengerich, den Eikelkamp zu Hohne.Tecklenburger Familienforschung e.V. (Abgerufen am 29. Januar 2023) 1608 wird Anna von Snetlage als Hexe gefoltert und durch Feuer in Fürstenau hingerichtetKurt Heckscher: Bersenbrücker Volkskunde: Volkstümliches Glauben und Wissen. Sitte und Brauch. Rechtliche Volkskunde, Seite 49 (Im Selbstverlag des Vereins für Geschichte und Landeskunde, 1969) Gisbert Jürgen von Snetlage verkauft am 23. Juli 1621 die schuldenbelastete Burg Haslage an Heinrich von Werne zu Rastenburg (1577–1664) um 1651 wirkt Nikolaus Eberhard von Snetlage († 1697) als Hildesheimer DomherrGND-Eintrag. 1675 kauft er Haus Gartlage. 1682 überträgt er den Besitz in Wulften an Gustav Bernhard Moltke und das Haus Lonne an Johann Adrian von Wendt, Domprobst zu Osnabrück, der es 1685 dem Bruder Jobst Dietrich von Wendt zu Holtfeld († 1714) vermacht.

Wappen In Gold ein roter Greif oder Flügellöwe. Auf dem bewulsteten Helm rechts ein goldener und ein roter Flügel. Die Helmdecken sind rot-gold.Spießen (1901–1903), S. 114.

Weitere Wappendarstellungen:

Stammbaum (Auszug, teils hypothetisch) Lambert von Snetlage ⚭ Gosta N.N., erwähnt 1408 und 1426, verkauft 1397 Woestmann zu Anten im Kirchspiel Berge als Freigut

Literatur Hans Sudendorf: Beiträge zur Geschichte des Landes Osnabrück, bis zum Jahre 1400 (1840), S. 30 (Digitalisat) Anton Fahne: Geschichte der westphälischen Geschlechter, 1858, S. 357. Maximilian Gritzner et al.: Der Adel des Grossherzogtums Oldenburg J. Siebmachers grosses und allgemeines Wappenbuch. Bd. 3,5 (Nürnberg : Bauer & Raspe, 1872), Seite 11 (Digitalisat) und Tafel 9 Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 114 (Digitalisat); Band 2, Görlitz 1903, Tafel 287 (Digitalisat). Wilhelm Berning: Das Bistum Osnabrück vor Einführung der Reformation (1543) (Dissertation, Verlag Obermeyer, Osnabrück 1940), S. 154 Christian Dolfen: Der Altar des Domdechanten Lambert von Snetlage im Osnabrücker Dom, in: Neue Tagespost 16, Nr. 36, (Osnabrück 2. Februar 1961) Rudolf vom Bruch: Die Rittersitze des Fürstentums Osnabrück. F. Schöningh, Osnabrück 1930. Nachdrucke: Wenner, Osnabrück 1965, S. 78f. (online UB Bielefeld); Wenner, Osnabrück 1982; Wenner, Osnabrück 2004, ISBN 3-87898-384-0. Dieter Besserer: Beiträge zur Geschichte des Rittergutes Crollage, in: Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins Jahrgang 59 (Minden 1987) S. 27 ff (Digitalisat, Uni Münster. Abgerufen am 1. März 2023)

Weblinks Wappen der Familie Schnetlage im Wappenbuch des Westfälischen Adels in GenWiki DI 26, Stadt Osnabrück, Nr. 95 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di026g003k0009503. (Abgerufen am 27. Januar 2023). Memorabilia Ecclesiae Holthusanae, in: Gemeindebrief Evangelische Kirchengemeinden Bad Holzhausen und Börninghausen April-Mai-Juni 2017, Seite 14 (online als PDF, 15 MB. Abgerufen am 28. Januar 2023) Hans Selbach (Hrsg., 1993): älteres Typoskript (Mikrofiche 16. September 1985) Haus Lonne (online als Faksimile-PDF, 3,6 MB. Private Webseite. Abgerufen am 24. Februar 2023)

Einzelnachweise und Anmerkungen

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