mini|hochkant=0.75|Jurypräsident Ruben Östlund Die 76. Internationalen Filmfestspiele von Cannes fanden vom 16. bis 27. Mai 2023 statt. Sie standen erstmals unter der Leitung von Iris Knobloch. Die gebürtige Münchnerin ist die erste Frau und die erste Nichtfranzösin in dieser Funktion.Jürg Altwegg: Filmfestspiele von Cannes: Ein „trojanisches Pferd“ Hollywoods?. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. April 2022.Festival de Cannes: au revoir Monsieur Lescure, bonjour Frau Knobloch. In: ojim.fr, 26. Mai 2022. (französisch) Als Generaldelegierter für die künstlerische Leitung war erneut Thierry Frémaux verantwortlich. Das Amt des Jurypräsidenten für den Hauptwettbewerb, in dem unter anderem die Goldene Palme für den besten Film des Festivals vergeben wird, übernahm der schwedische Filmemacher Ruben Östlund. Den Hauptpreis gewann das französische Krimidrama Anatomie eines Falls von Justine Triet mit der deutschen Schauspielerin Sandra Hüller in der Hauptrolle.
mini|hochkant=0.75|Mit zwei Filmen beim Festival vertreten: Wim Wenders In den offiziellen Sektionen wurden ab März 2023 nach und nach Beiträge bekanntgegeben. Eröffnet wurde das Festival mit dem Historienfilm Jeanne du Barry der französischen Schauspielerin und Filmemacherin Maïwenn, der außer Konkurrenz gezeigt wurde. Das Programm umfasste Uraufführungen und internationale Premieren von 97 Spiel-, Dokumentar-, Kurz- und Animationsfilmen sowie einem Serienformat in sieben Sektionen. Darunter befanden sich auch die neuesten Werke von Martin Scorsese (Killers of the Flower Moon), James Mangold (Indiana Jones und das Rad des Schicksals) und Pedro Almodóvar (Strange Way of Life), die alle außer Konkurrenz gezeigt wurden. Mit zwei Werken, darunter jeweils einem im Hauptwettbewerb, waren der chinesische Dokumentarfilmer Wang Bing (Jeunesse (Le printemps) und Man in Black) und der deutsche Regisseur Wim Wenders (Anselm und Perfect Days) vertreten. Zwei weitere offizielle Sparten widmeten sich restaurierten Werken und Dokumentarfilmen zur Filmgeschichte (40 Beiträge).Selection. In: festival-cannes.com (abgerufen am 16. Mai 2023). Daneben existieren die unabhängig veranstalteten Nebenreihen Semaine de la critique und Quinzaine des cíneastes.
mini|hochkant=0.75|Moderatorin der Eröffnungs- und Abschlussgala: Chiara Mastroianni Als Moderatorin („maîtresse de cérémonie“) der Auftaktzeremonie und der abschließenden Preisgala wurde die französische Schauspielerin Chiara Mastroianni ausgewählt,Opening & Closing Ceremonies of the 76th Festival de Cannes. In: festival-cannes.com, 15. Mai 2023 (abgerufen am 16. Mai 2023). während ihre Mutter, die Schauspielerin Catherine Deneuve, das Festival eröffnete und auch das offizielle Plakat zierte. Bereits als Laureat fest stand der US-amerikanische Schauspieler und Filmproduzent Michael Douglas, dem bei der Eröffnungsgala der Ehrenpreis des Festivals (Palme d’or d’honneur) verliehen wurde. Gleichzeitig wurde Indiana-Jones-Hauptdarsteller Harrison Ford dieselbe Ehrung zuteil.Indiana Jones and the Dial of Destiny at the 76th Festival de Cannes. In: festival-cannes.com, 3. April 2023 (abgerufen am 3. April 2023). Als Abschlussfilm des Festivals wurde der Pixar-Animatonsfilm Elemental von Peter Sohn ausgewählt.Elemental, the 27th Film by Pixar Animation Studios, to be the “Last Screening” at the 76th Festival de Cannes. In: festival-cannes.com, 19. April 2023 (abgerufen am 20. April 2023).
Festivalplakat
Das offizielle Festivalplakat stammt von der Agentur Hartland Villa (Lionel Avignon, Stefan de Vivies). In Schwarz-Weiß gehalten, zeigt es Catherine Deneuve am Meer, die sich lächelnd von der Kamera abwendet und dabei durch ihr langes blondes Haar streicht. Die französische Schauspielerin eröffnete auch offiziell das diesjährige Festival. Vom Plakat existieren zwei Varianten (Hoch- und Querformat). Vorlage für das Plakat war ein Foto von Jack Garofalo, das während der Dreharbeiten zu Alain Cavaliers Spielfilm La Chamade – Herzklopfen (1968) am Strand Pampelonne in der Nähe von Saint-Tropez aufgenommen wurde. Deneuve bekleidete Rollen in den mit dem Hauptpreis von Cannes ausgezeichneten Filmen Die Regenschirme von Cherbourg (1964) und Dancer in the Dark (2000). Im Jahr 1994 war sie Vizepräsidentin der Wettbewerbsjury des Festivals, während 2005 eine Ehrenpalme und 2008 ein Sonderpreis für ihr künstlerisches Schaffen folgten.The official poster of the 76th Festival de Cannes. In: festival-cannes.com, 19. April 2023 (abgerufen am 21. April 2023).
Offizielle Auswahl 2023 zum wiederholten Mal in den Wettbewerb um die Goldene Palme eingeladen (* = ehemalige Gewinner der Goldenen Palme) Regisseur/-in Einladungen Loach* 15 Wenders* 10 Moretti* 9 Bellocchio 8 Ceylan*, Koreeda* 7 Kaurismäki 5 Haynes 4 Anderson, Corsini, Rohrwacher 3 Breillat, Hausner, Triet 2
Internationaler Wettbewerb um die Goldene Palme Wettbewerbsjury Zum Jurypräsidenten für den Internationalen Wettbewerb, in dem unter anderem die Goldene Palme für den besten Film des Festivals vergeben wird, wurde Ruben Östlund ernannt. Der schwedische Filmregisseur und Drehbuchautor hatte im Vorjahr für seinen Film Triangle of Sadness und 2017 für The Square diese Auszeichnung erhalten.Jochen Müller: Ruben Östlund wird Jurypräsident in Cannes. In: Blickpunkt:Film, 28. Februar 2023. Östlund stand folgender Jury vor:The Jury of the 76th Festival de Cannes unveiled! In: festival-cannes.com, 4. Mai 2023 (abgerufen am 4. Mai 2023). Paul Dano, US-amerikanischer Schauspieler Julia Ducournau, französische Filmemacherin (Gewinnerin der Goldenen Palme 2021) Brie Larson, US-amerikanische Schauspielerin und Filmregisseurin Denis Ménochet, französischer Schauspieler Rungano Nyoni, britisch-sambische Filmemacherin Atiq Rahimi, afghanischer Schriftsteller Damián Szifron, argentinischer Filmemacher Maryam Touzani, marokkanische Filmemacherin
Langfilme Das Programm wurde auf einer Pressekonferenz am 13. April 2023 in Paris vorgestellt. Weitere Filme wurden am 24. April nachgereicht.The 76th Festival de Cannes Official Selection: additions to the Selection. In: festival-cannes.com, 24. April 2023 (abgerufen am 24. April 2023). Insgesamt wurden 21 Filmproduktionen in den Wettbewerb eingeladen, darunter mit Nuri Bilge Ceylan, Hirokazu Koreeda, Ken Loach, Nanni Moretti und Wim Wenders neue Regiearbeiten früherer Wettbewerbssieger. Mit sieben vertretenen Filmemacherinnen wurde die bisherige Bestmarke aus dem Vorjahr übertroffen. Daneben konkurrierten sieben Filmemacher zum ersten Mal um den Hauptpreis (Aïnouz, Ben Hatia, Glazer, Sauvaire, Sy, Trần, Wang). Die deutsche Schauspielerin Sandra Hüller war mit Hauptrollen in zwei internationalen Produktionen vertreten.
Film Regie Land Darsteller (Auswahl) / Anmerkung Anatomie eines Falls(Anatomie d’une chute) Frankreich Sandra Hüller, Swann Arlaud, Milo Machado Graner, Antoine Reinartz Asphalt City(Black Flies) USA Sean Penn, Tye Sheridan, Katherine Waterston Asteroid City USA Tilda Swinton, Adrien Brody, Tom Hanks Banel & Adama(Banel e Adama) Frankreich, Senegal, Mali Khady Mane, Mamadou Diallo La chimera Italien, Frankreich, Schweiz Josh O’Connor, Isabella Rossellini, Alba Rohrwacher Club Zero Österreich, Vereinigtes Königreich, Deutschland, Frankreich, Dänemark Mia Wasikowska, Sidse Babett Knudsen, Amir El-Masry, Elsa Zylberstein Im letzten Sommer(L’été dernier) Frankreich Léa Drucker, Samuel Kircher, Olivier Rabourdin, Clotilde Courau Olfas Töchter(Four Daughters) Frankreich, Tunesien, Deutschland, Saudi-Arabien Hend Sabri Firebrand Vereinigtes Königreich Alicia Vikander, Eddie Marsan, Jude Law, Sam Riley Jeunesse (Le printemps)(青春 / Qīngchūn) Wang Bing Frankreich, Luxemburg, Niederlande Dokumentarfilm Fallende Blätter(Fallen Leaves / Les feuilles mortes) Finnland Alma Pöysti, Jussi Vatanen Auf trockenen Gräsern(About Dry Grasses / Les herbes sèches) Türkei, Frankreich, Deutschland Deniz Celiloğlu, Merve Dizdar, Musab Ekici May December USA Natalie Portman, Julianne Moore, Charles Melton Die Unschuld(怪物 / Kaibutsu) Japan Sakura Andō, Eita Nagayama, Soya Kurokawa, Yota Hiiragi The Old Oak Vereinigtes Königreich, Frankreich, Belgien Dave Turner, Ebla Mari, Debbie Honeywood Geliebte Köchin(La passion de Dodin Bouffant) Trần Anh Hùng Frankreich Juliette Binoche, Benoît Magimel Perfect Days Japan Kōji Yakusho Kidnapped Italien, Frankreich, Deutschland Paolo Pierobon, Barbara Ronchi, Fausto Russo Alesi, Filippo Timi, Leonardo Maltese Rückkehr nach Korsika(Le retour) Frankreich Aïssatou Diallo Sagna, Esther Gohourou, Suzy Bemba Il sol dell’avvenire Italien Mathieu Amalric, Nanni Moretti, Margherita Buy, Silvio Orlando, Barbora Bobuľová The Zone of Interest USA, Vereinigtes Königreich, Polen Sandra Hüller, Christian Friedel
Außer Konkurrenz L’Abbé Pierre – Une vie de combats – Regie: Frédéric Tellier (Frankreich) – mit Benjamin Lavernhe, Emmanuelle Bercot, Michel Vuillermoz Cobweb (거미집 / Geomijib) – Regie: Kim Jee-woon (Südkorea) – mit Song Kang-ho, Lim Su-jeong, Oh Jung-se Elemental – Regie: Peter Sohn (USA) – Animationsfilm The Idol (Fernsehserie) – Stoffentwicklung: Sam Levinson, Reza Fahim, The Weeknd (USA) – mit Lily-Rose Depp, The Weeknd Indiana Jones und das Rad des Schicksals (Indiana Jones and the Dial of Destiny) – Regie: James Mangold (USA) – mit Harrison Ford, John Rhys-Davies, Phoebe Waller-Bridge, Mads Mikkelsen Jeanne du Barry (Eröffnungsfilm) – Regie: Maïwenn (Frankreich) – mit Maïwenn, Johnny Depp Killers of the Flower Moon – Regie: Martin Scorsese (USA) – mit Leonardo DiCaprio, Robert De Niro, Jesse Plemons, Brendan Fraser, Lily Gladstone
Cannes Premières
Diese Reihe wurde erstmals bei der Auflage 2021 für Filme eingeführt, für die kein Platz im Wettbewerb war. L’amour et les forêts – Regie: Valérie Donzelli (Frankreich) – mit Virginie Efira, Melvil Poupaud, Dominique Reymond Bonnard, Pierre et Marthe – Regie: Martin Provost (Frankreich) – mit Vincent Macaigne, Cécile de France, Anouk Grinberg Cerrar los ojos – Regie: Víctor Erice (Spanien, Argentinien) – mit José Coronado, Manolo Solo Eureka – Regie: Lisandro Alonso (Frankreich, Deutschland, Portugal, Mexiko, Argentinien) – mit Viggo Mortensen, José María Yazpik, Chiara Mastroianni Kubi – Regie: Takeshi Kitano (Japan) – mit Ken Watanabe Lost in the Night (Perdidos en la noche) – Regie: Amat Escalante (Mexiko, Deutschland, Niederlande, Dänemark) – mit María Fernanda Osio, Juan Daniel García Treviño, Ester Expósito, Bárbara Mori Le temps d’aimer – Regie: Katell Quillevere (Frankreich, Belgien) – mit Anaïs Demoustier, Vincent Lacoste, Morgan Bailey
Mitternachtsaufführungen (Séances de minuit) Acide – Regie: Just Philippot (Frankreich) – mit Guillaume Canet, Lætitia Dosch Hypnotic – Regie: Robert Rodriguez (USA) – mit Ben Affleck, William Fichtner, Alice Braga Kennedy – Regie: Anurag Kashyap (Indien) – mit Rahul Bhat, Sunny Leone Omar la fraise – Regie: Elias Belkeddar (Frankreich) – mit Reda Kateb, Benoît Magimel Project Silence – Regie: Kim Tae-gon (Südkorea) – mit Lee Sun-kyun, Ju Ji-hoon, Kim Hee-won
Sonderaufführungen (Séances spéciales) As filhas do Fogo – Regie: Pedro Costa (Portugal) – Kurzfilm mit Alice Costa, Elizabeth Pinard, Karyna Gomes Anselm – Regie: Wim Wenders (Deutschland) – Dokumentarfilm Bread and Roses – Regie: Sahra Mani (Afghanistan, USA) – Dokumentarfilm Little Girl Blue – Regie: Mona Achache (Frankreich) – Dokumentarfilm mit Marion Cotillard Man in Black – Regie: Wang Bing (Frankreich, USA, Vereinigtes Königreich) – Dokumentarfilm Occupied City – Regie: Steve McQueen (Niederlande, Vereinigtes Königreich) – Dokumentarfilm Retratos fantasmas (Pictures of Ghosts) – Regie: Kleber Mendonça Filho (Brasilien) – Dokumentarfilm Robot Dreams – Regie: Pablo Berger (Spanien, Frankreich) – Animationsfilm Strange Way of Life – Regie: Pedro Almodóvar (Spanien) – mit Ethan Hawke, Pedro Pascal