mini|Brustbild Gundelachs mit faksimilierter Unterschrift, um 1900; Adolf Eckstein’s Verlag Berlin-Charlottenburg; Heliogravüre Nr. 3694
Karl GundelachHelmut Zimmermann: Der Bildhauer Karl Gundelach (1856–1920). In: Hannoversche Geschichtsblätter, Neue Folge Bd. 39, Heft 2–4 (1985), S. 237–260. oder Carl GundelachRita Seidel (Schriftltg.), Horst Gehrken, Oskar Mahrenholtz, Karl-Heinz Manegold, Cord Meckseper, Gerhard Schlitt, Rita Seidel (Red.): Gundelach, Heinrich Carl Christian Philipp, in dies.: Catalogus Professorum 1831–1981. Festschrift zum 150jährigen Bestehen der Universität Hannover, Bd. 2, hrsg. im Auftrag des Präsidenten, Stuttgart; Berlin; Köln; Mainz: Verlag W. Kohlhammer, 1981, ISBN 3-17-007321-4 (Gesamtwerk: ISBN 3-17-007322-2), S. 92. oder Heinrich Karl Christian Philipp Gundelach (* 16. Juni 1856 in Linden (Hannover); † 19. Januar 1920 Hannover) war ein deutscher Bildhauer.Reinhard Glaß, Günther Kokkelink, Monika Lemke-Kokkelink: Gundelach, Heinrich Karl Christian Philipp in der Datenbank Architekten und Künstler mit direktem Bezug zu Conrad Wilhelm Hase (1818–1902) [ohne Datum], zuletzt abgerufen am 19. November 2022.
Leben
mini|links|Gundelach am 6. Januar 1903 vom Hannoverschen Künstlerverein gewidmeter Kristallpokal; Karlsbader Glasindustrie-Gesellschaft Ludwig Moser & Söhne AG
Gundelachs Vorfahren stammen aus den Orten Silberborn und Schönhagen nordwestlich von Uslar im Solling. Von dort übersiedelte Gundelachs Großvater, der Weber-Geselle Justus Ludewig Gundelach nach Linden vor Hannover, wo er einen eigenen Webereibetrieb gründete. Aus dessen Ehe am 2. Juli 1822 in Lindener Martinskirche geschlossenen Ehe mit der aus Dannenberg stammenden Webermeister-Tochter Sophie Dorothee Schulze ging am 18. Januar 1825 Gundelachs Vater Heinrich Gundelach hervor, der später die Arbeit am eigenen Webstuhl aufgab und dann „viele Jahrzehnte als Werkmeister, Expedient, Buchhalter und Rechnungsführer“ in der 1853 gegründeten Mechanischen Weberei wirkte. Gundelachs Vater hatte am 28. Dezember 1851 in der Lindener Martinskirche die aus Lüneburg stammende Tochter eines Böttchermeisters geeehlicht. Aus der Verbindung ging neben Karl 7 Jahre jüngerem Bruder, der später in Magdeburg tätige Geheime Veterinärrat Georg Gundelach, auch zwei Schwestern des Künstlers hervor.
Carl Gundelach absolvierte sein Studium in den Jahren 1871 bis 1886 an der Polytechnischen Schule (Technischen Hochschule) Hannover. Er unterbrach es 1873 bis 1877 für eine Bildhauerlehre bei dem hannoverschen Bildhauer Wilhelm Engelhard und 1882 bis 1885 für ein Studium an der Berliner Akademie.Hugo Thielen: Gundelach, Karl, in: Stadtlexikon Hannover, S. 242–243
Gundelach war seit 1884 Mitglied der hannoverschen Bauhütte und trat 1887 des Hannoverschen Künstlerverein bei.
Am 14. April 1891 heiratete Gundelach in der Aegidienkirche Ida Anna Emilie Luise Else Helmholz, Tochter des aus Gronau stammenden Pianoforte-Fabrikanten Friedrich Helmholz. Wenig später, am 9. Februar 1892 wurde Gundelachs Tochter Magdalene geboren (gestorben 25. März 1974 in Hannover), die den hannoverschen Kaufmann Gerhard Otte ehelichte.
Von 1900 bis 1920 arbeitete Gundelach als Lehrer an der Kunstgewerbeschule Hannover, parallel dazu ab 1903 auch als Dozent und ab 1910 als Professor an der Technischen Hochschule Hannover.
Viele seiner Werke entstanden in Zusammenarbeit mit der „Hannoverschen Schule“; vor allem entstanden Denkmäler zusammen mit hannoverschen Architekten wie Otto Lüer. Noch heute zeugen Skulpturen, Bildwerke, Reliefs und Brunnen im Stadtbild Hannovers von Gundelachs bildnerischem Schaffen.
mini|Familien-Erbbegräbnis mit Gundelachs Friedensengel; Stadtfriedhof Stöcken
Karl Gundelach wurde im Erbbegräbnis der Familie mit dem von ihm geschaffenen „Friedensengel“ auf dem Stadtfriedhof Stöcken beigesetzt.
Werke (Auswahl) nach 1884: Friedensengel, Brunnenfigur auf dem Lindener Bergfriedhof in Hannover 1890: Reliefs am Verwaltungsgebäude der Landschaftlichen Brandkasse in Hannover (nicht erhalten) 1893: Peter-Friedrich-Ludwig-Denkmal auf dem Schlossplatz in Oldenburg 1895: Kaiserstandbilder auf der Balkonbrüstung am Landgericht Bremen, Domsheide 1896: Holzmarkt-Brunnen in Hannover (mit Otto Lüer) 1897–1898: Figuren der Brunsviga und der Hannovera am Giebel der Braunschweig-Hannoverschen Hypothekenbank in Hannover, Landschaftstraße 8 1897–1901: Reliefs an der Hauptfassade des Niedersächsischen Landesmuseums in Hannover (mit Georg Herting und Georg Küsthardt) 1900: Figuren des Brunnens an der Flusswasserkunst in Hannover, Friederikenplatz (Figuren 1941 eingeschmolzen; Schale heute auf dem Klagesmarkt) nach 1900: Grabmal für Hermann Schlüter auf dem Stadtfriedhof Engesohde in Hannover 1900–1901: Figurengruppe (Stifter Karl Lange und zwei weitere Figuren) für die Langesche Stiftung in der Luisenpassage in Hannover, Theaterstraße 14 (unter Denkmalschutz) 1902: Grabdenkmal für Ludwig Hölty auf dem Alten St.-Nikolai-Friedhof in Hannover (mit Otto Lüer) 1908: Reichenbach-Denkmal (auch Sülfmeister-Brunnen) in Lüneburg (mit Otto Lüer; erst später an den heutigen Standort versetzt) um 1912: Reliefs am Neuen Rathaus in Hannover 1913: Johanna-Stegen-Denkmal in Lüneburg, Bastionstraße 1914: Hirtenbrunnen in Göttingen (Skulptur, Brunnen-Architektur: Wilhelm Rathkamp) 1916: Denkmal für Conrad Wilhelm Hase am Künstlerhaus Hannover, Sophienstraße (mit Otto Lüer)
Literatur Paul Trommsdorff: Der Lehrkörper der Technischen Hochschule Hannover 1831–1931. Bibliothek der Technischen Hochschule, Hannover 1931, S. 110. Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler. Bd. 15, VEB E. A. Seemann Verlag, Leipzig, S. 340. Heimatland, Zeitschrift für Heimatkunde, Naturschutz, Kulturpflege. Mit ständigen Berichten und Bildern aus dem Historischen Museum am Hohen Ufer Hannover. Heimatbund Niedersachsen, Hannover 1976, darin: Albrecht Otte: Werke des Bildhauers Karl Gundelach (1856–1920). Helmut Zimmermann: Der Schöpfer des Hölty-Denkmals zu Hannover. Bildhauer Karl Gundelach. Helmut Zimmermann: Der Bildhauer Karl Gundelach (1856–1920). In: Hannoversche Geschichtsblätter. Neue Folge Bd. 39, Heft 2–4 (1985), S. 237–260. Alheidis von Rohr (Red.): Tafelaufsatz von Karl Gundelach 1903 (= Patrimonia. Bd. 4, ). Kulturstiftung der Länder, Bonn 1988. Günther Kokkelink, Monika Lemke-Kokkelink: Baukunst in Norddeutschland. Architektur und Kunsthandwerk der Hannoverschen Schule 1850–1900. Schlüter, Hannover 1998, ISBN 3-87706-538-4, S. 529MA. Hugo Thielen: Gundelach, Karl. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 141f.
Siehe auch Liste von Mitgliedern des Hannoverschen Künstlervereins
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Bildhauer (Hannover) Kategorie:Hochschullehrer (TH Hannover) Kategorie:Bildender Künstler (Hannover) Kategorie:Mitglied der Bauhütte zum Weißen Blatt Kategorie:Linden-Mitte Kategorie:Mitte (Hannover) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1856 Kategorie:Gestorben 1920 Kategorie:Mann