mini|Lluís Bru i Salelles im Jahre 1909 Lluís Bru i Salelles (* 14. Juni 1868 in Ondara, nördlich von Valencia; † 1. September 1952 in Barcelona) war ein Mosaizist und Bühnenbildner des katalanischen Modernisme. Er wird als der bedeutendste Schöpfer von Mosaiken des modernistischen Barcelona betrachtet.

Abstammung und Laufbahn Als Sohn und Enkel von Bühnenbildnern entwickelte er von Kindheit an seine künstlerische Begabung als Zeichner. Schon in jungen Jahren nach Barcelona übersiedelt, blieb er zeitlebens mit seinem Atelier in dieser Stadt, wo auch der Großteil seiner Werke zu finden sind. Sein erstes Atelier hatte er ab 1904 in der Carrer d’Enric Granados, Nr. 64. Die ersten Aufträge zur Anfertigung von Mosaiken erhielt er schon ab 1902 vom Architekten Lluís Domènech i Montaner.

Zuvor fertigte er 1901 im Auftrag von Maurici Vilomara Bühnenbilder für das Opernhaus Gran Teatre del Liceu an, von denen die der Oper Hänsel und Gretel im Stadtarchiv von Esplugues de Llobregat noch erhalten sind. Konkret handelt es sich dabei um Zeichnungen, die der Künstler auf der Rückseite selbst signiert hat: die Hütte des ersten Akts, in der die Kinder mit ihren Eltern leben, und die Waldszene, in der sie im zweiten Akt verloren gehen.

1904 reiste er nach Venedig, um sich in der Technik der Mosaikgestaltung fortzubilden. In seinem Wirken als Mosaizist schuf er sein bestes und umfangreichstes Werk. Dabei fällt seine Hingabe an die Gestaltung von bestellbarer Serienkeramik der Fabrik Pujol i Bausis in Esplugues de Llobregat auf, Motive, die man häufig an den Ecksteinen, Fassaden und Traufen modernistischer Gebäude wiederfindet.

Lluís Bru i Salelles ist an den meisten Werken des Modernisme beteiligt, von einfachen Werbeplakaten für Industriegebäude in Badalona über die Ausgestaltung von Kirchenräumen mit römischen Mosaiken in den Fußböden oder in den Apsiden bis hin zu Großbauten, an denen er nahezu immer beteiligt ist, entweder alleine oder in Zusammenarbeit mit Maria Maragliano i Navone oder Eliseu Querol. Er ist der Künstler der Casa Lleó Morera, des Instituts Pere Mata in Reus und der späteren Außenmosaike zur Geschichte des Hospitals de la Santa Creu i Sant Pau (1923). Dieses Gebäude gehört zusammen mit dem Palau de la Música Catalana zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Im Palau de la Música Catalana fertigte er die gesamte Dekoration aus Mosaiken und Trencadís an, die zusammen mit den Buntglasfenstern von Antoni Rigalt i Blanch die Elemente modernistischen Kunsthandwerks bilden, die den Charakter dieses Gebäudes prägenBru hatte in manchen Jahren bis zu 14 Techniker, die ausschließlich für ihn arbeiteten. Für die gesamte Fassade erlöste er 9.000 Peseten..

Ehrungen Lluís Bru war zu seiner Zeit sehr anerkannt und gewann 1911 die Medaille der Internationalen Kunstausstellung von Barcelona mit einem Kamin, der den hl. Georg rechts oberhalb des Körpers des toten Drachen zeigt. Die Zeichnung dafür stammte vom Künstler Josep Triadó. Im selben Jahr wiederholte er das Thema an der Casa Barbey, in diesem Fall mit dem hl. Georg zu Pferd. 1925 erhielt er die Goldmedaille auf der Internationalen Ausstellung für dekorative Kunst in Paris.

Werke +1898–1909JahrNameOrtArchitektBeschreibungFoto1898–1912Institut Pere MataReusLluís Domènech i Montanerpsychiatrische Klinik, errichtet im Auftrag von Dr. Emili Briansó Planes und anderen katalanischen Intellektuellen; Lluís Bru fertigte hier mehrere Deckenmosaike.ohne|mini|170x170px1902Apotheke Novellas, heute Apotheke BolósBarcelonaAntoni Falguera i SivillaLluís Bru fertigte zusammen mit Mercellí Gelabert die Wand- und Deckenmalereien an.mini|Malerei an der Rückwand der Apotheke|ohne|170x170px1902–1905Casa Lleó MoreraBarcelonaLluís Domènech i MontanerGestaltung von Foyer und Treppenhausohne|mini|220x220px1903Torre MauriLa Pobla de SegurRamon Mauri i ArnalotAußengestaltung der Sommerresidenz des Bauunternehmers Ramon Mauri i Arnalotohne|mini|170x170px1904Palau del Baró de QuadrasBarcelonaJosep Puig i CadafalchLluís Bru gestaltete die römischen Mosaike des Haupteingangs und des Brunnenhofs.ohne|mini|170x170px1905Can RocosaCanet de MarLluís Domènech i MontanerEs handelt sich um das Mosaik eines segensspendenden Engels, der eigentlich für den „Pavelló dels Distingits“ des Instituts Pere Mata vorgesehen war, den Domènech i Montaner dann aber in sein eigenes Ateliergebäude integrierte.ohne|mini|220x220px1905Eingangspavillon des FriedhofsSentmenatAntoni Falguera i SivillaEs ist ein kleines, rechteckiges Gelände, in dem der Einfluss Antoni Gaudís durch die Verwendung von Trencadís und windungsreicher Kurven spürbar ist. Der Eingangspavillon wird von drei symmetrischen Baukörpern in der Mitte des Geländes gebildet.ohne|mini|170x170px1906–1907Pla del Palau, 10BarcelonaEnric SagnierGemäß den Aufzeichnungen des Archivs in Esplugues de Llobregat führte Lluís Bru hier die Deckenmosaike aus.1907–1913Casa de la LactànciaBarcelonaPere Falqués i Urpí und Antoni Falguera i SivillaLluís Bru fertigte für dieses prächtige Haus sowohl die römischen Mosaike der Fußböden als auch die zahlreichen Mosaike der Wandverkleidungen an.ohne|mini|170x170px1908–1909Palau de la Música CatalanaBarcelonaLluís Domènech i MontanerVon Lluís Bru stammen an diesem UNESCO-Weltkulturerbe sowohl das große Orpheusmosaik an der Fassade als auch die Säulendekore und die Deckenverkleidung im Konzertsaal. Diese enthält Medaillons mit den Namen internationaler und katalanischer Komponisten.ohne|mini|170x170px1908–1911La RotondaBarcelonaAdolf Ruiz i CasamitjanaAm besten erhalten sind in diesem zeitweise als Hotel genutzten Gebäude bis heute Brus Mosaiken an der namensgebenden Kuppel. ohne|mini|170x170px1909Pfarrkirche San MartínCerdanyola del VallèsClaudi Duran i VentosaLluís Bru gestaltete zu beiden Seiten des Hochaltars je ein Mosaik mit Wundertaten, die dem hl. Martin von Tours zugeschrieben werden: die Auferweckung eines Katechumenen und die Unterwerfung Kaiser Valentinians.1909Gerberei Franco-EspanyolaMollet del VallèsSebastián MayolBru gestaltete hier drei Mosaike an der Fassade, eines mit dem Firmennamen am Giebel, eine Allegorie der Industrie und eine Allegorie des Handels.ohne|mini|220x220px +1910–1919JahrNameOrtArchitektBeschreibungFoto1910Kirche Santa María la RealUjuéBauwerk aus dem späten 11. JahrhundertVon 1910 bis 1952 stand in der Kirche ein Altar mit 14 Mosaiken von Lluís Bru, darunter Bilder der 12 Apostel, eine Verkündigung an Maria und die Geburt in Bethlehem. Die Mosaiken wurden 2010 in einem Lager in Ujué wiederentdeckt.1910–1911Casa BarbeyLa GarrigaJoaquim Raspall i MayolLluís Bru schuf hier ein großes Mosaik des hl. Georg begleitet von den Wappen von Katalonien und Barcelona über dem Balkon der Westfassade, dazu eine Sonnenuhr am Südgiebel und diverse Wandverkleidungen. Dazu kommt noch im Inneren ein Kamin nach einer Gedichtzeile von Jacint Verdaguer.ohne|mini|170x170px1910–1917Kirche unserer Lieben Frau vom KarmelBarcelonaJosep Domènech i Estapà und Josep Domènech i MansanaDie Kirche ist nach formalen byzantinischen Proportionen errichtet. Die üppige Dekoration mit Mosaiken und Wandgemälden von Lluís Bru ist ebenfalls byzantinisch inspiriert. Während des spanischen Bürgerkriegs wurde die Kirche niedergebrannt, die Mosaike trugen aber nur Rauchschäden davon.ohne|mini|220x220px1910–1918Fábrica de Andreis - La LlaunaBadalonaJoan Amigó i BarrigaAn diesem eng an die Wiener Secession angelehnten Gebäude einer Metallfabrik gestaltete Lluís Bru einige Wappenmedaillons an der Längsfassade: das Wappen von Spanien, das der Stadt Badalona und das der italienischen Gemeinde Sampierdarena, wo der Ursprung der Familie de Andreis liegt. Darunter befindet sich noch ein Medaillon, das eine Landschaft mit einem ausbrechenden Vulkan zeigt.ohne|mini|170x170px1911Casa ComalatBarcelonaSalvador Valeri i PupurullAn diesem sehr ungewöhnlichen Gebäude mit klaren Einflüssen Antoni Gaudís gestaltete Lluís Bru die Fassade zur Carrer Còrsega mit überreichem Mosaikdekor. ohne|mini|170x170px1911Sühnetempel des Heiligsten Herzens JesuBarcelona (Tibidabo)Enric SagnierHier gestaltete Lluís Bru die beeindruckenden Mosaike der 1911 fertiggestellten fünfschiffigen Krypta. Jedes der Schiffe endet in einer mosaikgeschmückten Apsis (v. l. n. r.: Maria, Hilfe der Christen; hl. Antonius von Padua; Allerheiligstes Sakrament; hl. Josef; Unsere Liebe Frau von Montserrat). Ein ebenfalls aus seinem Atelier stammendes Tympanon über dem Hauptportal wurde 1936 zerstört und 1955 von seinem Sohn Josep Bru neu gestaltet.ohne|mini|170x170px1911Ladengeschäft Casa TexidorBarcelonaJoaquim Raspall i MayolDas Geschäft widmete sich Schreibwaren und Künstlerbedarf und bestand bis 1995. Derzeit wird es von einem Optiker genutzt, der aber das bestehende Design von Raspall und Lluís Bru sehr respektiert hat.ohne|mini|220x220px1911Casa Doctor GenovéBarcelonaEnric SagnierIn dem schmalen Haus mit einem Tudorbogen befanden sich die Apotheke und das Labor des Besitzers. Lluís Bru gestaltete das Fassadenmosaik.ohne|mini|220x220px1911frühere Textilfabrik Casaramona, heute Caixa ForumBarcelonaJosep Puig i CadafalchDas große Mosaik mit dem Firmennamen am Turm auf dem Fabrikgelände stammt von Lluís Bru.ohne|mini|187x187px1912Geschäftshaus Maldonado, Martínez & Cia.Buenos Aires, Avenida Belgrano 1758/66Pascual Sanz BarreraAn diesem leider heute abgerissenen Geschäftshaus schuf Lluís Bru sein einziges Werk außerhalb Spaniens.1913–1918Bahnhof Estaciò del NordValenciaDemetri Ribes i MarcoDie üppige Mosaikdekoration Lluís Brus, die hier mit Keramikverzierungen an den Säulen und einer sehr filigranen Tischlerarbeit kombiniert ist, konzentriert sich thematisch auf die landwirtschaftliche Produktion von Orangen. Die Halle, die Decken, die Säulen und der aktuelle Informationsbereich wurden durch ihn gestaltet und stehen seit 1987 unter Denkmalschutz. Interessanterweise gibt es Mosaikpaneele mit dem Wunsch für eine gute Reise (in Deutsch ist „Glückliche Reise“ zu lesen) in diversen Sprachen (z. B. Arabisch, Englisch, Griechisch, Italienisch, Russisch), aber nicht auf Katalanisch.ohne|mini|170x170px1914Casa Cuyàs FerrerBarcelona Antoni Millás i FiguerolaAn diesem Gebäude, das durch seine halbzylindrische Achse an der Gebäudeecke hervorsticht, gestaltete Lluís Bru den Mosaikfries entlang des gesamten Obergeschosses.ohne|mini|170x170px1917Casa Teresa FontBarcelonaManel Comas i ThosDie Fassade zeigt ein großes Mosaik Brus über 3 Stockwerke hinweg.ohne|mini|220x220px