Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris wurden vom 1. bis zum 11. August 2024 insgesamt 48 Entscheidungen in der Leichtathletik ausgetragen. Austragungsort war das Stade de France. Die Geh- und Marathonwettbewerbe fanden in der Innenstadt statt. Der Start der Marathonläufe erfolgte am Place de l’Hôtel de Ville – Esplanade de la Libération und endete auf der Esplanade des Invalides. Der Start und das Ziel der Wettkämpfe im Gehen befanden sich an der Pont d’Iéna.
Bilanz Medaillenspiegel Platz Land 20x20px|Gold 20x20px|Silber 20x20px|Bronze Gesamt 1 14 11 9 34 2 4 2 5 11 3 3 1 1 5 4 2 1 3 6 5 2 1 1 4 6 2 1 – 3 7 1 4 5 10 8 1 3 2 6 9 1 3 – 4 10 1 2 4 7 11 1 2 1 4 12 1 1 2 4 13 1 1 1 3 14 1 1 – 2 1 1 – 2 1 1 – 2 1 1 – 2 1 1 – 2 1 1 – 2 20 1 – 2 3 21 1 – 1 2 22 1 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 28 – 2 – 2 29 – 1 2 3 30 – 1 1 2 31 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 36 – – 2 2 37 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 1 Gesamt 48 48 49 145
Medaillengewinner Männer Disziplin Gold Silber Bronze 100 m (USA) (JAM) (USA) 200 m (BOT) (USA) (USA) 400 m (USA) (GBR) (ZAM) 800 m (KEN) (CAN) (ALG) 1500 m (USA) (GBR) (USA) 5000 m (NOR) (KEN) (USA) 10.000 m (UGA) (ETH) (USA) Marathon (ETH) (BEL) (KEN) 110 m Hürden (USA) (USA) (JAM) 400 m Hürden (USA) (NOR) (BRA) 3000 m Hindernis (MAR) (USA) (KEN) 4 × 100 m Staffel 4 × 400 m Staffel 20 km Gehen (ECU) (BRA) (ESP) Hochsprung (NZL) (USA) (QAT) Stabhochsprung (SWE) (USA) (GRE) Weitsprung (GRE) (JAM) (ITA) Dreisprung (ESP) (POR) (ITA) Kugelstoßen (USA) (USA) (JAM) Diskuswurf (JAM) (LTU) (AUS) Hammerwurf (CAN) (HUN) (UKR) Speerwurf (PAK) (IND) (GRN) Zehnkampf (NOR) (GER) (GRN)
Frauen Disziplin Gold Silber Bronze 100 m (LCA) (USA) (USA) 200 m (USA) (LCA) (USA) 400 m (DOM) (BRN) (POL) 800 m (GBR) (ETH) (KEN) 1500 m (KEN) (AUS) (GBR) 5000 m (KEN) (KEN) (NED) 10.000 m (KEN) (ITA) (NED) Marathon (NED) (ETH) (KEN) 100 m Hürden (USA) (FRA) (PUR) 400 m Hürden (USA) (USA) (NED) 3000 m Hindernis (BRN) (UGA) (KEN) 4 × 100 m Staffel 4 × 400 m Staffel 20 km Gehen (CHN) (ESP) (AUS) Hochsprung (UKR) (AUS) (UKR) (AUS) Stabhochsprung (AUS) (USA) (CAN) Weitsprung (USA) (GER) (USA) Dreisprung (DMA) (JAM) (USA) Kugelstoßen (GER) (NZL) (CHN) Diskuswurf (USA) (CHN) (CRO) Hammerwurf (CAN) (USA) (CHN) Speerwurf (JPN) (ZAF) (CZE) Siebenkampf (BEL) (GBR) (BEL)
Mixed Disziplin Gold Silber Bronze 4 × 400 m Staffel Marathon Gehen
Zeitplan +LegendeQQualifikationVLVorläufeHLHoffnungsläufeHFHalbfinale18x18pxMedaillenentscheidungMännerAugustDo1.Fr.2.Sa.3.So.4.Mo.5.Di.6.Mi.7.Do.8.Fr.9.Sa.10.So.11.MAMAMAMAMAMAMAMAMAMAMA100 mQVLHF18x18px200 mVLHLHF18x18px400 mVLHLHF18x18px800 mVLHLHF18x18px1500 mVLHLHF18x18px5000 mVL18x18px10.000 m18x18px110 m HürdenVLHLHF18x18px400 m HürdenVLHLHF18x18px3000 m HindernisVL18x18px4 × 100 m StaffelVL18x18px4 × 400 m StaffelVL18x18pxMarathon18x18px20 km Gehen18x18pxHochsprungQ18x18pxStabhochsprungQ18x18pxWeitsprungQ18x18pxDreisprungQ18x18pxKugelstoßenQ18x18pxDiskuswurfQ18x18pxHammerwurfQ18x18pxSpeerwurfQ18x18pxZehnkampf 18x18pxFrauenDo1.Fr.2.Sa.3.So.4.Mo.5.Di.6.Mi.7.Do.8.Fr.9.Sa.10.So.11.MAMAMAMAMAMAMAMAMAMAMA100 mQVLHF 18x18px200 mVLHLHF18x18px400 mVLHLHF18x18px800 mVLHLHF18x18px1500 mVLHLHF18x18px5000 mVL18x18px10.000 m18x18px100 m HürdenVLHLHF18x18px400 m HürdenVLHLHF18x18px3000 m HindernisVL18x18px4 × 100 m StaffelVL18x18px4 × 400 m StaffelVL18x18pxMarathon18x18px20 km Gehen18x18pxHochsprungQ18x18pxStabhochsprungQ18x18pxWeitsprungQ18x18pxDreisprungQ18x18pxKugelstoßenQ18x18pxDiskuswurfQ18x18pxHammerwurfQ18x18pxSpeerwurfQ18x18pxSiebenkampf 18x18pxMixedDo1.Fr.2.Sa.3.So.4.Mo.5.Di.6.Mi.7.Do.8.Fr.9.Sa.10.So.11.MAMAMAMAMAMAMAMAMAMAMA4 × 400 m StaffelVL18x18pxMarathon Gehen18x18pxMedaillenentscheidungen21534555891
Qualifikation
Von jeder Nation durften maximal drei Athleten in einem Wettkampf antreten, vorausgesetzt, dass diese im Qualifikationszeitraum die Olympianorm erreicht hatten. In den Staffelwettkämpfen durfte jede Nation pro Wettkampf nur eine Staffel stellen. Ohne Berücksichtigung der Qualifikationszeiten war es jeder Nation erlaubt, einen Athleten pro Geschlecht zu entsenden. Hierdurch wurde gewährleistet, dass jedes Land mindestens zwei Athleten bei den Spielen stellen konnte.
Das Qualifikationssystem für die Spiele 2024 übernahm größtenteils den Modus der Spiele 2020, das in erster Linie eine Qualifikation über die Weltrangliste darstellte. World Athletics gab weiterhin Normen bekannt, diese waren jedoch ausschließlich für die Qualifikation von Athleten mit sehr guten Leistungen vorgesehen, die sich nicht über die Weltrangliste qualifizieren konnten. Die Anzahl der Athleten pro Wettkampf war begrenzt. Die Anzahl der Quotenplätze variierten von 24 Athleten für die Mehrkämpfe bis hin zu 80 Athleten für die Marathonläufe. Die Weltrangliste von World Athletics basierte auf einem Durchschnittswert der fünf besten Ergebnisse des jeweiligen Athleten während des Qualifikationszeitraums. Die Ergebnisse wurden dabei unterschiedlich je nach Wichtigkeit der Veranstaltung gewichtet.
Doping Der Umgang mit dem Thema Doping und die Verfahren zur Durchführung von Dopingtests vor und während der Olympischen Spiele von Paris wurden äußerst kritisch gesehen. In den Enthüllungen der ARD und den Testergebnissen der Internationalen Test-Agentur (ITA) wurde deutlich, dass es große Lücken im Dopingtestprogramm gab. So wurden während der Spiele mehr als zehn Prozent der Teilnehmer gar nicht getestet. Ohne Dopingkontrollen blieben unter anderem 67 Medaillengewinner.
Vor den Spielen gab es für annähernd fünfzehn Prozent der Sportler keine Testungen, wobei es wegen der Zuständigkeiten durch die Antidopingagenturen der einzelnen Länder erhebliche länderspezifische Unterschiede gab. Negativ fiel hier besonders Neuseeland auf, wo 40 Athleten (entspricht ca. 21 Prozent) nicht getestet wurden. Neuseeland feierte anschließend mit insgesamt zehn Goldmedaillen über alle olympischen Wettbewerbe hinweg seine erfolgreichsten Spiele überhaupt.Olympia in Paris: 67 Medaillengewinner ohne Dopingtest. In: Deutsches Ärzteblatt vom 20. November 2024, aerzteblatt.de, abgerufen am 16. Dezember 2025 Ebenso fielen Australien und weitere kleinere Länder sehr negativ bezüglich der Testpraxis auf. Medaillen errangen unter anderem auch nicht getestete Sportler aus Großbritannien, Frankreich und Norwegen. So nahmen 15 Handballerinnen des norwegischen Olympiasiegerteams ohne jede Testung an den Spielen teil. Gute Noten gab es dagegen für den Antidopingkampf in Deutschland. Von den 430 deutschen Olympioniken blieb im Vorfeld nur ein einziger ohne Dopingtest.
Der Umgang mit der Dopingproblematik vor und während der Spiele wurde unter anderem auch von den Athletenvertretern äußerst kritisch gesehen. So sei kein fairer Wettbewerbsvergleich möglich, die Sportler fühlen sich ungerecht behandelt.Keine Doping-Kontrollen bei vielen Medaillengewinnern von Paris, Webseite Sportschau vom 20. November 2024, sportschau.de, abgerufen am 16. Dezember 2025
Nachgewiesen wurden bei diesen Spielen fünf Dopingfälle, drei davon in der Leichtathletik:Fünfter Dopingfall betrifft kongolesischen Leichtathleten, Webseite SRF vom 11. August 2024, srf.ch, abgerufen am 16. Dezember 2025 Dominique Mulamba (Demokratische Republik Kongo), 100-Meter-Lauf – in der Vorausscheidung für die Vorläufe qualifiziert und dann ausgeschieden.Er wurde positiv auf das verbotene anabole Steroid Stanozolol getestet und daraufhin disqualifiziert. Sein Ergebnis wurde annulliert.Olympia 2024: Dominique Lasconi Mulamba wurde wegen eines positiven Dopingtests suspendiert - fünfter Dopingfall, Webseite Eurosport vom 11. August 2024, eurosport.de, abgerufen am 16. Dezember 2025 Delvine Relin Meringor (Rumänien), Marathonlauf – zunächst auf Rang sieben. Diese Platzierung wurde ihr aberkannt.Die Athletin wurde zwischen Oktober 2022 und August 2023 fünf Mal positiv getestet. Sie gab ihre Verstöße gegen die Antidopingbestimmungen zu und akzeptierte die für die Zeit vom 11. Januar 2025 bis 20. Januar 2028 verhängte Drei-Jahres-Sperre. Wegen der erst nachträglichen Auswertung der Dopingtests hatte die Läuferin zwischenzeitlich starten können, doch alle seit dem 7. Oktober 2022 erzielten Resultate wurden annulliert.Romanian long-distance runner Delvine Relin Meringor gets three-year doping suspension, agerpres.ro 22. Juni 2025 (englisch), abgerufen am 26. November 2025 Eleni-Klaoudia Polak (Griechenland), Stabhochsprung – in der Qualifikation ausgeschieden.Sie wurde wegen eines positiven Dopingtests suspendiert.Olympia 2024: Griechische Stabhochspringerin vierter Dopingfall, nau.ch vom 6. August 2024, abgerufen am 16. Dezember 2025
Sportliche Leistungen Wie stets bei Olympischen Spiele war das Leistungsniveau wieder ausgesprochen hoch. In zwei Disziplinen wurden zwei Weltrekorde aufgestellt: Stabhochsprung Männer: Armand Duplantis (Schweden) – 6,25 m (Finale) 400-Meter-Hürdenlauf Frauen: Sydney McLaughlin (USA) – 50,37 s (Finale) Außerdem gab es in zehn Disziplinen zehn Olympiarekorde: 1500-Meter-Lauf Männer: Cole Hocker (USA) – 3:27,65 min (Finale) 10.000-Meter-Lauf Männer: Joshua Cheptegei (Uganda) – 26:43,14 min (Finale) Marathonlauf Männer: Tamirat Tola (Äthiopien) – 2:06:26 h 4-mal-400-Meter-Staffel Männer: USA (Christopher Bailey, Vernon Norwood, Bryce Deadmon, Rai Benjamin) – 2:54,43 min (Finale) Diskuswurf Männer: Rojé Stona (Jamaika) – 70,00 m Speerwurf Männer: Arshad Nadeem (Pakistan) – 92,97 m 400-Meter-Lauf Frauen: Marileidy Paulino (Dominikanische Republik) – 48,17 s (Finale) 1500-Meter-Lauf Frauen: Faith Kipyegon (Kenia) – 3:51,29 min (Finale) Marathonlauf Frauen: Sifan Hassan (Niederlande) – 2:22:55 3000-Meter-Hindernislauf Frauen: Winfred Mutile Yavi (Bahrain) – 8:52,76 min (Finale) Darüber hinaus wurden dreizehn Kontinentalrekorde aufgestellt oder egalisiert (Afrika: 3/Amerika: 2/Asien: 2/Europa: 3/Ozeanien: 3) und es gab 68 neue oder egalisierte Landesrekorde.
Erfolgreichste Nation waren wie schon so oft die Vereinigten Staaten mit vierzehn Olympiasiegern – sieben Siege hatten sie bei den letzten Spielen erzielt. Kenia errang vier Goldmedaillen, für Kanada gab es drei Olympiasiege. Dahinter folgten die Niederlande, Spanien und Norwegen mit jeweils zwei Goldmedaillen. Alle anderen Nationen errangen in der Leichtathletik höchstens einen Sieg.
Von den einzelnen Sportlern gewannen folgende Athleten mehrfach Gold: Gabrielle Thomas (USA) – drei Goldmedaillen: 200 Meter, 4-mal 100 Meter und 4-mal 400 Meter Beatrice Chebet (Kenia) – zwei Goldmedaillen: 5000 Meter und 10.000 Meter Rai Benjamin (USA) – zwei Goldmedaillen: 400 Meter Hürden und 4-mal 400 Meter Sydney McLaughlin (USA) – zwei Goldmedaillen: 400 Meter Hürden und 4-mal 400 Meter
14 Olympiasieger von Paris hatten bereits bei früheren Olympischen Spielen Gold gewonnen: Sydney McLaughlin (USA) – 400 Meter Hürden und 4-mal 400 Meter, Wiederholung ihrer Erfolge in diesen Disziplinen von 2021, damit jetzt vierfache Olympiasiegerin Ryan Crouser (USA) – Kugelstoßen, Wiederholung seiner Erfolge in dieser Disziplin von 2016 und 2021, damit jetzt dreifacher Olympiasieger Faith Kipyegon (Kenia) –1500 Meter, Wiederholung ihrer Erfolge in dieser Disziplin von 2016 und 2021, damit jetzt dreifache Olympiasiegerin Sifan Hassan (Niederlande) – Marathonlauf, 2021 Siegerin über 5000 und 10.000 Meter, damit jetzt dreifache Olympiasiegerin Nafissatou Thiam (Belgien) – Siebenkampf, Wiederholung ihrer Erfolge in dieser Disziplin von 2016 und 2021, damit jetzt dreifache Olympiasiegerin Rai Benjamin (USA) – 400 Meter Hürden und 4-mal 400 Meter, 2021 Sieger über 4-mal 400 Meter, damit jetzt dreifacher Olympiasieger Jakob Ingebrigtsen (Norwegen) – 5000 Meter, 2021 Sieger über 1500 Meter, damit jetzt zweifacher Olympiasieger Joshua Cheptegei (Uganda) – 10.000 Meter, 2021 Sieger über 5000 Meter, damit jetzt zweifacher Olympiasieger