Andrea I. Ëngjëll (ital. Angelo, lat. Angelus; * wahrscheinlich in Drisht; † 1451 in Drisht) war ein albanischer Condottiere im Dienst Venedigs.
Herkunft Die Herkunft der Ëngjëlli (Pl. von Ëngjëll) ist unklar. Die Familie gehörte wohl dem Patriziat von DrishtDrisht gehörte zu Dioklitien (622–1217), zu Serbien (1217–1346), dann den Balšić (1356–1392), den Osmanen (1392–1395), den Balšić (1395–1396), den Venezianern (1396-1419), den Balšić (1419-1421), den Serben (1421-1440), den Osmanen (1440-1442), den Venezianern (1442-1478) und ab 1478 den Osmanen. Heute gehört di Stadt zu Albanien. (Oliver Jens Schmitt: Thesaurismata. Paul Angelus, Erzbischof von Durazzo und seine Bedeutung, S. 123 f.) an, was aus einem venezianischen Dokument aus dem Jahr 1455 hervorgeht. In diesem Dokument wird Andrea I. Ëngjëll als „miser“von "messère" (mio signore) () bezeichnet.Oliver Jens Schmitt, Paul Angelus. Erzbischof von Durazzo und seine Bedeutung, Note 34, S. 139 Allerdings gibt es kein im Archiv von Venedig aufbewahrtes Dokument über Drisht, das bestätigt, dass sie wie andere albanische Familien einen eigenen Staat besessen hätten, was die Nachkommen später allerdings behaupteten.Paolo Petta, Despoti d'Epiro e principi di Macedonia. Esuli albanesi nell'Italia del Rinascimento, S. 208.
Leben mini|hochkant|alternativtext=Hamza Kastrioti|Hamza Kastrioti Das erstgenannte Mitglied dieser Familie, das in venezianischen Dokumenten erscheint, ist Andrea I. Ëngjëll. Dieser stand 1448 im Dienst der Republik Venedig als Drisht (venezianisch von 1396 bis 1419 und von 1421 bis 1478) von HamzaHamza war der Sohn von Reposh Kastrioti († 1431 in Hilandar) und einer Osmanin. (Jean-Jacques Boissard, Theodor de Bry, Leben vnd Contrafeiten der Türckischen vn[d] Persischen Sultanen, .... S. 86 ff.) (auch Hamsa oder Amesa) Kastrioti (Kommandant und Neffe Skanderbegs) eigenmächtig angegriffen wurde. Dieser Angriff wurde von Andrea I. Ëngjëll niedergeschlagen.Karl Andree, Globus: Illustrierte Zeitschrift für Länder- und Völkerkunde |Ort=Braunschweig, Band 37, 1880, S. 362.
Als der venezianische Podestà (Zivilgouverneur einer Stadt) von Drisht 1451 einen von den Herren des Hinterlandes (Božidar Dushman und Lekë Dukagjini) organisierten Anschlag aufdeckte,Oliver Jens Schmitt, Paul Angelus. Erzbischof von Durazzo und seine Bedeutung, S. 138 wurden die Verdächtigen festgenommen und gefoltert. Darunter befand sich auch Andrea I. Ëngjëll, der trotz der erlittenen Folter nichts zugab und während der Folter starb; sein Vermögen wurde beschlagnahmt. Die anschließende Untersuchung und das Urteil im Januar 1455 entlastete Andrea I. als möglichen Feind der Venezianer. Die Familie wurde allerdings weiterhin verdächtigt, Venedig feindlich gesinnt zu sein.Oliver Jens Schmitt, Paul Angelus. Erzbischof von Durazzo und seine Bedeutung, Note 34, S. 139
Nachkommen mini|hochkant|alternativtext=Pal I. Ëngjëll|Pal I. Ëngjëll Andrea I. Ëngjëll war mit Dona Thia (Dorothea) verheiratet. Die Nachkommen behaupteten im 16. Jahrhundert, dass sie die Tochter von Comneno Arianiti und einer Tochter von Niccolò SaccatiLaut Giovanni Musachi war Niccolò Saccati Baron von Sendia. (Giovanni Musachi: Historia della casa Musachia, S. 296) Karl Hopf hat offensichtlich einen Fehler begangen, wenn er Niccolò Sevati schreibt. (Carl Hermann Friedrich Johann Hopf, Chroniques gréco-romanes inédites ou peu connues, p. 535.), also eine Schwester von Gjergj Arianiti gewesen wäre, was der Historiker Franz Babinger in Frage stellt."Da aber [Karl] Hopf [auf. S. 535] leider niemals seine Quellen bezeichnet, weiß wenigstens ich mit diesem Namen Sevati, der italienisch klingen könnte, nichts anzufangen. Albanisch ist er sicherlich nicht. (Franz Babinger, Das Ende der Arianiten, S. 12) Im Historisches genealogisches Wörterbuch vom rumänischen Historiker Mihai Dimitrie Sturdza, wird diese angebliche Tochter von Comneno Arianiti nicht zitiert (Mihai Dimitrie Sturdza, Grandes familles de Grèce: d’Albanie et de Constantinople, S. 218)
Andrea I. Ëngjëll und Dona Thia hatten mindestens zwei Söhne: Pal I. (dt. Paul), der spätere Erzbischof von Durrës und Pjetër I. (dt. Peter), ein Söldner im Dienst Venedigs.
Literatur
Weblinks
Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Engjëll (Familie) Kategorie:Condottiere Kategorie:Person des Mittelalters Kategorie:Historische Person (Südosteuropa) Kategorie:Albaner Kategorie:Geboren im 14. oder 15. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1451 Kategorie:Mann