mini|Dorfkirche Groß Kreutz. Die evangelische, denkmalgeschützte Dorfkirche Groß Kreutz steht in Groß Kreutz, einem Ortsteil der Großgemeinde Groß Kreutz (Havel) im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg. Die Kirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Die Kirche befindet sich in der Ortsmitte, unweit vom ehemaligen Gutshaus Groß Kreutz.

Beschreibung Die ursprüngliche Saalkirche wurde im Kern in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts gebaut. Sie bestand ursprünglich aus einem Langhaus, einem gleich breiten, querrechteckigen Kirchturm im Westen und einem eingezogenen, gerade geschlossenen Chor im Osten. Die unteren Geschosse des Kirchturms und das Langhaus wurden im Zusammenhang aus Feldsteinen errichtet. Die Seitenmauern des Chors wurden 1717 bis 1723 abgebrochen und in der Flucht der Mauern des Langhauses neu errichtet. Die Ostwand des Chors mit ihrem Giebel blieb erhalten. Die Umfassungsmauern des Langhauses wurden erhöht und ihm ein neues Satteldach mit Biberschwanz-Doppeldeckung aufgesetzt. Außerdem wurden damals größere barocke Fenster eingebrochen, das Portal nach Westen verlegt, der Innenraum ausgemalt und der Kanzelaltar aufgestellt. 1849 erfolgte die Erweiterung des Kirchenschiffs um Querarme zur Kreuzkirche auf dem Grundriss eines griechischen Kreuzes.

Der 1739 errichtete Aufsatz des Kirchturms aus Holzfachwerk wurde durch einen Blitz beschädigt. Er wurde deshalb 1775 durch ein massives Geschoss ersetzt, das die Turmuhr und hinter den Klangarkaden den Glockenstuhl mit zwei Kirchenglocken beherbergt, gegossen 1409 und 1500. Der Kirchturm erhielt 1858 eine schiefergedeckte Glockenhaube, auf der ein spitzer Helm sitzt.

Allianzwappen, BildnisseGerhard Vinken, u. v. a.: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg. 1. Auflage, Hrsg. Georg Dehio-Nachfolge/Dehio-Vereinigung e.V., Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2000, S. 401 f. und Wappenschilde erinnern an die Patronatsfamilien von Hake und von Arnstedt, bis 1875. Hinter der Ostseite der Kirche befinden sich GrabmonumenteLeutnant Bernhard von der Marwitz (Dichter), In: Karl Rauch (Hrsg.): Der Bücherwurm. Monatsschrift für Bücherfreunde. 1931-16. Jahrgang, Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg/Berlin 1931, S. 357 f. der Familie von der Marwitz-Friedersdorf,Ancestry.com (Hrsg.): Find a Grave: Friederike von Müller geb. von der Marwitz. Stand 2026. u. a. für den in Groß Kreutz geborenen Offizier Bernhard von der Marwitz, der ebenso Dichter warHarald von Koenigswald (Hrsg.): Stirb und Werde. Aus Briefen und Kriegstagebuchblättern des Leutnants Berndhard von der Marwitz. Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1931.Literarisches Colloquium Berlin e.V. (Hrsg.): Literaturport/Literaturlandschaft/Autoren-Berlin/Brandenburg: Bernhard von der Marwitz. Stand 1. März 2026. und als Freund von Rainer Maria Rilke gilt.Walter Simon: Rilkis Gedicht "Der Tod Moses". Eine Interpretation. Anhang: Mosis Tod, ein Mysterium von Albrecht Schaeffer. In: Hebrew literature in dialogue. Volume 4; LIT, Münster/Berlin 2019, S. 42.Jessica Riemer: Rilkes Frühwerk in der Musik. Rezeptionsgeschichtliche Untersuchungen zur Todesthematik. Zugleich Diss. Univ. Heidelberg 2009; In: Beiträge zur neueren Literaturgeschichte. Band 272; Verlag Winter, Heidelberg 2010, S. 193. und für Friede von der Marwitz geb. Freiin von Schuckmann,Find a Grave (Hrsg.): Friede von der Marwitz geb. Freiin von Schuckmann. Stand 2026. zweite Ehefrau des letzten Gutsbesitzers Bodo-Gottfried von der Marwitz. Auf dem Friedhof wurde 1975 der ehemalige Diplomat und spätere Autor Wolfgang Gans zu Putlitz bestattet.

Literatur Julius Kohte: Georg Dehio-Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Band 2: Norddeutschland. 2. Auflage-PDF, Hrsg. Deutscher Verein für Kunstwissenschaft, Ernst Wasmuth AG, Berlin 1922, S. 174. Gerhard Vinken, Barbara Rimpel, u. v. a.: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg. 2. Auflage, Hrsg. Georg-Dehio-Nachfolge/Dehio-Vereinigung e.V., Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2012, S. 425.

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