Umweltdaten (auch Umweltinformationen) sind Daten über den Zustand und die Entwicklung der Umwelt und können empirisch durch Messung erhoben werden.

Allgemeines Umweltdaten gehören zu den Open Data, also jedermann zugänglichen Daten, zu denen auch bestimmte Politik- und Verwaltungsdaten (Open Government Data), Forschungsdaten (Open Science Data), Finanzkennzahlen und Geodaten zählen.Silke Bellanger, Open Data, in: Christoph Weischer/Rainer Diaz-Bone (Hrsg.), Methoden-Lexikon für die Sozialwissenschaften, 2015, S. 298 Wie alle Daten (analoge oder digitale Daten) dienen sie als Grundlage für Entscheidungen und Statistiken.

Selbst unter Experten herrscht keine Einigkeit, was unter dem Begriff Umweltdaten zu verstehen ist.Andreas Jaeschke/Werner Pillmann, Informatik für den Umweltschutz, 1990, S. 3 Jedenfalls ist Umwelt ein räumlicher Begriff, so dass Umweltdaten raumbezogen sein müssen. Alle übrigen Daten können umweltrelevante Daten genannt werden. Umweltdaten müssen „… direkt mit der (natürlichen) Umwelt in Zusammenhang stehen …“Annegret Baumewert-Ahlmann/Leonore Zink, Umweltdatenbanken – Sachstand und Zukunftsperspektiven, in: Bernd Page/Lorenz M Hilty (Hrsg.), Umweltinformatik: Informatikmethoden für Umweltschutz und. Umweltforschung, Band 13.3, 1994, S. 79; ISBN 978-3486235050

Arten Umweltdaten werden in drei Kategorien eingeteilt:Michael Olsson/Dirk Piekenbrock, Kompakt-Lexikon Umwelt- und Wirtschaftspolitik, 1998, S. 355 Umweltzustand: Immissionen, Unternehmensdaten (Abwasser-, Energie- oder Wasserverbrauch, Umweltkosten)Carlo J. Burschel/Martin Weigert/Werner F. Schulz, Lexikon Nachhaltiges Wirtschaften, 2001, S. 137, Wetterdaten, Wettervorhersage. Umweltbelastungen: Emissionen, Ressourcenverbrauch; Umweltschutz: Maßnahmen, Umweltkostenrechnung, Nutzen. Einige Umweltdaten sind stark ortsabhängig (Mikrodaten wie Luftfeuchtigkeit, Lufttemperatur, Sonnenscheindauer), andere Daten gelten für größere Regionen (Makrodaten wie seismografische Daten, Wasserstand, Windstärke).

Ein Umweltdatenkatalog kann unterscheiden zwischenAndreas Jaeschke/Werner Pillmann, Informatik für den Umweltschutz, 1990, S. 412 Natürlicher Umwelt: Boden, Klima, Luft, Wasser, Natur und Landschaft; Wirtschaftlicher Umwelt: Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Fischerei, Nahrung, Gewerbe und Industrie, Abfall, Lärm, Verkehr oder Energie. Aus diesen Quellen können Umweltdaten abgeleitet werden.

Rechtsgrundlagen Das auf der beruhende Umweltinformationsgesetz (UIG) sichert dem EU-Bürger den freien Zugang zu Informationen über die Umwelt und verpflichtet die EU-Mitgliedstaaten zur Umweltberichterstattung.Dirk Piekenbrock, Gabler Kompakt-Lexikon Volkswirtschaft, 2003, S. 417 Nach Abs. 3 UIG sind Umweltinformationen – unabhängig von der Art ihrer Speicherung ÷ alle Daten über den Zustand von Umweltbestandteilen wie Luft und Atmosphäre, Wasser, Boden, Landschaft und natürliche Lebensräume einschließlich Feuchtgebiete, Küsten- und Meeresgebiete, die Artenvielfalt und ihre Bestandteile einschließlich gentechnisch veränderter Organismen, sowie die Wechselwirkungen zwischen diesen Bestandteilen; Faktoren wie Stoffe, Energie, Lärm und Strahlung, Abfälle aller Art sowie Emissionen, Ableitungen und sonstige Freisetzungen von Stoffen in die Umwelt, die sich auf die Umweltbestandteile auswirken oder wahrscheinlich auswirken; Maßnahmen oder Tätigkeiten, die sich auf die Umweltbestandteile oder auf Faktoren im auswirken oder wahrscheinlich auswirken oder den Schutz von Umweltbestandteilen bezwecken; zu den Maßnahmen gehören auch politische Konzepte, Rechts- und Verwaltungsvorschriften, Abkommen, Umweltvereinbarungen, Pläne und Programme; Berichte über die Umsetzung des Umweltrechts; Kosten-Nutzen-Analysen oder sonstige wirtschaftliche Analysen und Annahmen, die zur Vorbereitung oder Durchführung von Maßnahmen oder Tätigkeiten verwendet werden, und über den Zustand der menschlichen Gesundheit und Sicherheit, die Lebensbedingungen des Menschen sowie Kulturstätten und Bauwerke, soweit sie jeweils vom Zustand der Umweltbestandteile oder von Faktoren, Maßnahmen oder Tätigkeiten betroffen sind oder sein können; hierzu gehört auch die Kontamination der Lebensmittelkette. Der Anspruch auf freien Zugang zu diesen Umweltdaten ist in UIG kodifiziert.

Betriebswirtschaftslehre In der Betriebswirtschaftslehre, insbesondere der Ökologieorientierten Betriebswirtschaftslehre, wird der Begriff „Umweltdaten“ zuweilen für externe Unternehmensdaten wie Marktpreise, Nachfrage oder Liefertermine verwendet.Helmut Laux/Felix Liermann, Grundlagen der Organisation, 1997, S. 237 Geeigneter erscheint hierfür der Begriff des Umweltzustands.

Bei Strukturierungen für größere Organisationseinheiten ist eine immense Vielzahl von Umweltdaten entscheidungsrelevant (vor allem dann, wenn die organisatorischen Regelungen auf Dauer gelten sollen). Es ist dann grundsätzlich nicht möglich, die den repräsentativen Umweltzuständen entsprechenden Datenausprägungen in vollständiger Weise quantitativ darzustellen.Michael Hoffmann/Lutz von Rosenstiel (Hrsg.), Funktionale Managementlehre, 1988, S. 144

Umweltökonomie Die heterogene Herkunft der Umweltdaten macht ihre Messung komplex und kann mit Unsicherheiten (Messfehlern) behaftet sein; zudem führt ihre zeitliche Volatilität dazu, dass Messungen nicht wiederholbar sind.Erwin Schmid/Tobias Pröll, Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung, 2020, S. 234 Umweltdaten sollen dazu beitragen, die Nutzung der natürlichen Ressourcen so zu gestalten, dass die verbleibenden Umweltbelastungen minimiert und die natürlichen Ressourcen nachhaltig zur Verfügung stehen.Andreas Jaeschke/Werner Pillmann, Informatik für den Umweltschutz, 1990, S. 5 Umweltdaten mit Indikator-Funktion können für Frühwarnsysteme genutzt werden.

Umweltdaten können durch Entscheidungsträger nicht beeinflusst werden (so genannte Datenparameter), können jedoch seinen Aktionsspielraum beeinträchtigen.Volker Häfner, Gabler Volkswirtschafts-Lexikon, 1983, S. 72 So können Versicherungsunternehmen etwa im Rahmen der Elementarversicherung ihre Prämienkalkulation anhand der Umweltdaten über Naturkatastrophen und ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit in einer bestimmten Region aufbauen. Treten solche Ereignisse früher oder häufiger ein als kalkuliert, ist der Aktionsspielraum beeinträchtigt.

Für Umweltdaten werden von der der Europäischen Umweltagentur einheitliche Bewertungskriterien vorgegebenMichael Olsson/Dirk Piekenbrock, Kompakt-Lexikon Umwelt- und Wirtschaftspolitik, 1998, S. 125, in betrieblichen Umweltinformationssystemen gespeichert und regelmäßig vom Umweltbundesamt in Umweltberichten veröffentlicht.Michael Olsson/Dirk Piekenbrock, Kompakt-Lexikon Umwelt- und Wirtschaftspolitik, 1998, S. 355 Die Bundesregierung hat nach UIG einen Umweltzustandsbericht im Abstand von nicht mehr als vier Jahren zu veröffentlichen.

Quelle für die Umweltbelastung sind die Rückstände von Stoffen und Energie, die im Rahmen des Produktionsprozesses, beim Verbrauch und beim Abbau (Katabolismus) von Stoffen freigesetzt werden.Andreas Jaeschke/Werner Pillmann, Informatik für den Umweltschutz, 1990, S. 5 Der Treibhausgasausstoß in Deutschland (2019) zeigte, das Energie hierzu mit 31 % Anteil beitrug, gefolgt von Industrie (23 %), Verkehr (20 %) und Privathaushalten (11 %).

Literatur/Weblinks Umweltbundesamt: Daten zur Umwelt

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