Matthias Vogler, auch Mathias Vogler (* 23. April 1750 in Altstadt (Bayreuth); † 26. Mai 1828) war ein deutscher Orgelbauer im 18. und frühen 19. Jahrhundert.
Leben Matthias Vogler war mit Johanna Rosina geb. Mönch (* 15. Februar 1764 in Pegau; † 28. Februar 1829 in Naumburg (Saale)) verheiratet. Sie erwarb in Naumburg das Bürgerrecht, während ihr Mann es offensichtlich nicht erhielt. Vogler war wahrscheinlich Schüler des sächsischen Orgelbauers Johann Christian Friedrich Flemming, da er bei einer Arbeit von diesem im Wurzner Dom genannt wurde, die er 1780 vollendete.Felix Friedrich, Dieter Voigt, Markus Voigt (Hrsg.): Beiträge zum Orgelbau im östlichen Mitteldeutschland aus Anlass der Juliläen 2005. 100 Jahre Mitteldeutscher Orgelbau A. Voigt Bad Liebenwerda und 150 Jahre Orgelbau in Bad Liebenwerda. Kunstblatt-Verlag, Dresden 2005, ISBN 3-938706-00-7, S. 19, books.google.de. Möglicherweise war er aber Geselle bei Johann Gottlieb Mauer, der den Umbau unvollendet hinterlassen hatte.Kurzvita auf orgelschaetze.de. Mit Abschluss der Gesellenzeit machte Vogler sich als Orgelbauer selbstständig. Vogler und der Instrumentenmacher Christian Heinrich Wolf stritten sich mit der Tischlerinnung Leipzig zwischen 1785 und 1790 wegen des Haltens von Tischlergesellen.Orgelbauer Matthias Vogler und Instrumentenmacher Christian Heinrich Wolf streiten sich mit der Tischlerinnung. auf deutsche-digitale-bibliothek.de. Demnach unterhielt Vogler in Leipzig eine Werkstatt.Dieter Krickeberg (Hrsg.): Der „schöne“ Klang. Studien zum historischen Musikinstrumentenbau in Deutschland und Japan unter besonderer Berücksichtigung des alten Nürnberg. Verlag des Germanischen Nationalmuseums, Nürnberg 1996, S. 230, books.google.de. Vogler war wohl in Naumburg ansässig, denn er führte 1787 eine Reparatur an der berühmten von Zacharias Hildebrandt gebauten Orgel in der Stadtkirche St. Wenzel (Naumburg) aus.Hildebrandt-Orgel in Naumburg auf hildebrandt-orgel.de.
In Bad Liebenwerda wurde mit der 1805 erbauten Orgel die einzige erhalten gebliebene zweimanuale Orgel Matthias Voglers restauriert.Felix Friedrich, Dieter Voigt, Markus Voigt (Hrsg.): Beiträge zum Orgelbau im östlichen Mitteldeutschland aus Anlass der Juliläen 2005. 100 Jahre Mitteldeutscher Orgelbau A. Voigt Bad Liebenwerda und 150 Jahre Orgelbau in Bad Liebenwerda. Kunstblatt-Verlag, Dresden 2005, ISBN 3-938706-00-7, S. 111, books.google.de.Matthias Vogler auf organindex.de. Diese ist wieder an ihrem ursprünglichen Bestimmungsort Schildau. Voglers Wirken als Orgelbauer ist in Thüringen und Sachsen nachzuweisen. Noch zehn der insgesamt 13 von ihm gebauten Orgeln sind erhalten.Martin: Kappel: Orgel wich dem Tagebau. In: thueringer-allgemeine.de. In klanglicher Hinsicht stehen sie zwischen dem Zeitalter des Barock und der Empfindsamkeit.
Werkliste Jahr Ort Gebäude Bild Manuale Register Bemerkungen 1780 Wurzen Dom St. Marien zu Wurzen II/P 22 Fertigstellung eines Umbaus durch Johann Gottlieb Mauer; nicht erhaltenOrgel in Wurzen auf organindex.de. 1785 Plennschütz Dorfkirche Plennschütz nicht erhalten um 1787 Naumburg (Saale) Naumburger Dom, Lettnerorgel Neubau einer Lettnerorgel; nicht erhalten um 1787 Naumburg (Saale) Naumburger Dom, Hauptorgel III/P 53 Reparatur der Orgel von Zacharias Hildebrandt (1746). Doch schon kurz nach der Fertigstellung begannen die anhaltenden Klagen des Domkapitels über „die schlechte Beschaffenheit des Werkes“ (für das viele Teile der vorherigen Orgel verwendet worden waren) und im Jahr 1804 wurde Christian Friedrich Poppe, aus der Orgelbauerfamilie Poppe in Roda, mit einem völligen Neubau beauftragt, der 1807 vollendet wurde. Diese Orgel blieb bis zur großen Domrestaurierung in den 1870er Jahren erhalten. 1789 Niedertrebra Dorfkirche Niedertrebra 160x160px II/P 20 erhalten 1792 Neidschütz Dorfkirche Neidschütz nicht erhalten 1793 Prittitz Dorfkirche Prittitz Zuschreibung. Die Orgel ist neueren Erkenntnissen zufolge auch ein Werk von Matthias Vogler und nicht eines von Trampeli.Holger Brülls: Ladegast-Orgeln in Sachsen-Anhalt. Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt--Landesmuseum für Vorgeschichte, Halle 2005, S. 200, books.google.de – Teilansicht. Die nun Vogler zugewiesene Orgel datiert in das Jahr 1793.Orgel in Prittitz auf kk-mer.de.Felix Friedrich, Dieter Voigt, Markus Voigt: Beiträge zum Orgelbau im östlichen Mitteldeutschland aus Anlass der Juliläen 2005: 100 Jahre Mitteldeutscher Orgelbau A. Voigt Bad Liebenwerda und 150 Jahre Orgelbau in Bad Liebenwerda. Kunstblatt, 2005, ISBN 3-938706-00-7, S. 115, books.google.de – Teilansicht. 1799 Michelwitz Kirche Michelwitz I/P 11 1800 Kleinjena Dorfkirche Kleinjena II/P 12 nicht erhalten 1803 Dorndorf-Steudnitz Dorfkirche Steudnitz I 7 erhalten; 2008 Restaurierung abgeschlossenOrgel in Steudnitz auf orgbase.nl. 1803 Utenbach Sankt-Hilarius-Kirche nicht erhalten 1803 Hayna Dorfkirche Hayna nicht erhalten 1804 Zweimen St. Barbara II/P 14 Fertigstellung eines Orgelneubaus von Johann Gottlieb Mauer; nicht erhalten 1805–1806 Schildau St. Marien 160x160px II/P 20 erhalten; 1939 Umbau und 2003 Restaurierung durch Mitteldeutschen Orgelbau A. Voigt. 1812 Dothen Dorfkirche Dothen 160x160px I/P 10 erhalten; 2017 restauriert books.google.de. 1817–1818 Döbris Dorfkirche Döbris zentriert|160x160px I/P 13 Gustav Heinrich Heydnreich: Kirchen & Schul-Chronik der Stadt & Ephorie Weißenfels seit 1539. Leopold Kell, Weißenfels 1840, S. 263, . Döbris musste dem Braunkohlentagebau Pirkau weichen. Die Orgel wurde 1967 an die St.-Vitus-Kirche in Auerstedt verkauft und nach der Restaurierung 2017 eingeweiht; zwei Register fehlen. 1819 Punschrau Dorfkirche Punschrau erhalten 1820 Schellsitz Dorfkirche Schellsitz zentriert|160x160px II/P 15 erhaltenOrgel in Schellsitz auf stiftung-orgelklang.de.
Weblinks Matthias Vogler auf organindex.de Kurzvita auf orgelschaetze.de
Literatur
Einzelnachweise
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