Günter U. Höglinger (* 1971 in PassauPhilipp Kressirer: Prof. Dr. Günter Höglinger ist neuer Direktor und Ordinarius für Neurologie am LMU Klinikum München. In: Informationsdienst Wissenschaft, 4. Januar 2023, abgerufen am 18. Februar 2023) ist ein deutscher Neurologe.

Ausbildung und Beruf Höglinger besuchte mit Unterstützung der Hanns-Seidel-Stiftung die Universität Regensburg und die Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Ein Studium der Physik führte bis zum Vordiplom 1993, das Medizinstudium schloss er 1999 in Würzburg ab. Nach Stationen in München und Bern vollendete er seine Dissertation an der Philipps-Universität Marburg. Ebenfalls in Marburg habilitierte er sich 2007;Curriculun vitae Prof. Dr. Günter U. Höglinger. In: Munich Cluster for Systems Neurology, Ludwig-Maximilians-Universität München. Abgerufen am 18. Februar 2023 (englisch). dafür hatte er sich mit natürlichen Umweltfaktoren als Auslöser atypischer Parkinson-Syndrome befasst. Neu berufen. In: TUMCampus, 2012, Nr. 1, , S. 42 Im selben Jahr schloss er die Facharztausbildung zum Neurologen ab.

Während seiner Ausbildung war Höglinger zu Ausbildungs- und Forschungsaufenthalten in London, an der Universität Hong Kong, der Insel in Bern und der Salpêtrière in Paris.Ein neuer Chef für die Neurologie. In: Klinikum aktuell. Das Magazin de LMU Klinikums und der Medizinischen Fakultät. Nr. 1, 2023, , S. 25

Höglinger trägt die Zusatzbezeichnungen Intensivmedizin und Geriatrie.

Höglinger blieb zunächst an der Universitätsklinik für Neurologie in Marburg, zuletzt als Stellvertretender Klinikdirektor, bis er 2011 einen Lehrstuhl für Translationale Neurodegeneration, zunächst als Heisenberg-Professur, am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen und der Technischen Universität München erhielt.

Im Juni 2019 wechselte er als Direktor der Neurologischen Klinik an die Medizinische Hochschule Hannover.Stefan Zorn: Die Neurologie der MHH hat einen neuen Direktor. In: Informationsdienst Wissenschaft, 27. August 2019, abgerufen am 18. Februar 2023>

Seit Januar 2023 leitet Höglinger einen Lehrstuhl an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zugleich wurde er Direktor der Neurologischen Klinik und Direktor des Friedrich-Baur-Instituts des LMU Klinikums.

Klinisch vertritt Höglinger die ganze Breite des Faches Neurologie. Besondere Anerkennung wird Höglinger für seine klinische Expertise auf dem Gebiet der neurodegenerativen Krankheiten, insbesondere Parkinson-Syndrome und der Demenzen zuteil.

Für das Jahr 2026 wurde die von ihm geleitete Klinik durch die Zeitschrift Newsweek als eine der 15 besten Neurologischen Kliniken der Welt bewertet.

Höglinger forscht weiterhin als Principal Investigator am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen und am Munich Cluster for Systems Neurology SyNergy.

Fachliche Interessen Höglingers fachliche Interessen umfassen das gesamte Spektrum neurologischer Fragestellungen. Der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Interessen liegt dabei auf Neurodegenerativen Erkrankungen, in erster Linie der Parkinson-Krankheit, aber auch anderen Erkrankungen dieses Formenkreises.

Besonderes Augenmerk legt er dabei auf den Bezug der Forschungsansätze zur klinischen Praxis und die Anwendbarkeit der Ergebnisse auf Diagnose und Therapie.

Zur Parkinson-Krankheit hat Höglinger mit einem internationalen Team eine erste biologische Klassifizierung, die diagnostischen SynNeurGe-Kriterien, entwickelt. Er koordinierte federführend die aktuell gültige Nationale Leitlinie der Dt. Gesellschaft für Neurologie zur Diagnose und Therapie der Parkinson-Krankheit (herausgegeben 2023). Zur Progressiven supranukleären Blickparese hat er praxisorientiert in Bezug auf Diagnostik und Datensammlung als ihrer Grundlage geforscht. DescribePSP and ProPSP: German Multicenter Networks for Standardized Prospective Collection of Clinical Data, Imaging Data, and Biomaterials of Patients With Progressive supranuclear Palsy In: Frontiers in Neurology. Band 12, Mai 2021, S. 72–79, , doi.org/10.3389/fneur.2021.644064 (englisch, Artikel-Nr. 644064) Ein wesentlicher Beitrag von Höglinger war die Entwicklung der klinischen Diagnosekriterien der Internationalen Movement Disorder Society. Mit Blick auf Therapiemöglichkeiten erforschte er u. a. den Nutzen von Antikörpern oder Antisense-Oligonucleotiden gegen das Tau-Protein bei Progressiver supranukleärer Blickparese.Tau-Antikörper gegen neurodegenerative Erkrankungen: neue Erkenntnisse aus weltweiter klinischer PSP-Studie. In: Deutsche Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen. 18. Februar 2021, abgerufen am 18. Februar 2023

Bei der Alzheimer-Krankheit steht v. a. das Tau-Protein als therapeutische Zielstruktur im Focus seines Interesses.

Zu Infektionen mit dem Varizella-Zoster-Virus erforschte Höglinger die Rolle von genetischen Faktoren und von Biomarkern in der Zerebrospinalflüssigkeit bei der Vorhersagbarkeit des – häufig stark variierenden – Krankheitsverlaufs etwa bei Gürtelrose.Prof.Dr. Günter Höglinger. In: Exzellenzcluster RESIST. Medizinische Hochschule Hannover. Abgerufen am 18. Februar 2023

Zur Progressiven Multifokalen Leukoenzephalopathie (PML) hat Höglinger wesentliche Forschungsergebnisse beigetragen, insbesondere erste Hinweise auf eine therapeutische Wirksamkeit von allogenen virusspezifischen T-Zellen.

Gremienarbeit seit 2010: Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der CurePSP Foundation (Stiftung Heilung für Progressive supranukleäre Blickparese, PSP)CurePSP: Overview. In: CurePSP, abgerufen am 18. Februar 2023 seit 2015: Mitglied im Beirat der Prof. Klaus Thieman StiftungThiemann Stiftung: Die Vision. In: Prof. Klaus Thiemann Stiftung, abgerufen am 18. Februar 2023 seit 2020: Vorsitz im wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Parkinson-Stiftung 2017 bis 2023: Präsident der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen seit 2025: Stellvertretender Vorsitzender des Kompetenznetz Parkinson

Auszeichnungen 2005: Preis der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen, DPG 2005: Preis der Deutschen Parkinson-Stiftung 2009: Erster Preis für innovative therapeutische Strategien für neurodegenerative Erkrankunge der Dr. Walter und Luise Freundlich-Stiftung 2017: Dingebauer-Preis für Parkinson-Forschung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, DGN 2020: Standout Achievement Award der CurePSP Foundation (Stiftung Heilung für Progressive supranukleäre Blickparese, PSP)

Schriften Nationale Leitlinie Parkinson-Krankheit, 2023 (als Herausgeber) (Online) Parkinson-Syndrome kompakt : Diagnostik und Therapie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2019, ISBN 978-3-13-242238-4 (als Herausgeber) Gewebekultur von fetalem ventralen Mesencephalon für die Transplantation im Rattenmodell der Parkinson Krankheit . Universität Marburg, 2000 (Dissertation) Hirntod und Organtransplantation DeGruyter, Berlin 1998, ISBN 978-3-11-016203-5 (als Herausgeber mit Stefan Kleinert)

Literatur Ein neuer Chef für die Neurologie. In: Klinikum aktuell. Das Magazin des LMU Klinikums und der Medizinischen Fakultät, 2023, Nr. 1, , S. 25

Weblinks

Philipp Kressirer: Prof. Dr. Günter Höglinger ist neuer Direktor und Ordinarius für Neurologie am LMU Klinikum München. In: Informationsdienst Wissenschaft, 4. Januar 2023 Stefan Zorn: Die Neurologie der MHH hat einen neuen Direktor. In: Informationsdienst Wissenschaft, 27. August 2019

Einzelnachweise

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