mini|Neustadt um 1680, Gemälde von Martin Menrad Das Amt Neustadt war in napoleonischer Zeit eine Verwaltungseinheit im Südosten des Großherzogtums Baden. Es bestand von 1807 bis 1813.

Geschichte Historischer Hintergrund Das im Übergangsbereich des südöstlichen Schwarzwaldes zur Baar gelegene Amt ging auf das fürstenbergische Obervogteiamt Neustadt zurück.Abschnitt zum Obervogteiamt Neustadt im Staats- und Addresshandbuch des schwäbischen Reichs-Kraises, 1799, Band 1, S. 388f. Es war eines von fünf Ämtern, in denen Fürstenberg zu Zeiten des Heiligen Römischen Reiches seine Besitzungen in der Baar organisiert hatte.Franz Ludwig Baumann: Die Territorien des Seekreises. Badische Neujahrsblätter, Viertes Blatt, 1894, S. 37.

In badischer Zeit mini|Orte des Amtes Neustadt Mit der Rheinbundakte von 1806 wurde das Haus Fürstenberg mediatisiert, ihr Fürstentum Fürstenberg zum größten Teil der badischen Landeshoheit unterstellt. Dessen Regierung errichtete daher im Sommer 1807 das standesherrschaftliche Amt Neustadt, das sich, neben der namensgebenden Stadt, aus den Orten Jostal, Eckbach, Siedelbach, Schildwende, Spriegelsbach, Altenweg, Reichenbach (Eisenbach und Rudenberg), Friedenweiler, Altrotwasser, Ober- und Unterlenzkirch, Bärental, Neuhütten, Ober-, Mittel- und Unterfalkau, Raitenbuch, Mühlingen, Kappel und Grünwald zusammensetzte. Im Rahmen der Verwaltungsstruktur des Landes wurde es der Provinz des Oberrheins, auch Badische Landgrafschaft genannt, zugeordnet.General-Ausschreiben über die Eintheilung des Großherzogthums Baden in Bezirke, veröffentlicht am 7. Juli 1807 im Regierungsblatt des Großherzogtums Baden, Jahrgang V, Heft 23, S. 96f.

Im Dezember 1807 wurde das Amt Neustadt dem landesherrschaftlichen Obervogteiamt Bonndorf unterstellt.Landesherrliche Verordnung. Weitere Organisation der executiven LandesBehörden. Veröffentlicht am 22. Dezember 1807 im Regierungsblatt des Großherzogtums Baden, Jahrgang V, Heft 44, S. 281. In Umsetzung des Novemberedikts von 1809 wurde diese Konstellation Anfang 1810 aufgehoben, beide Ämter unterstanden nun dem neu errichteten Donaukreis.Beilage A zum Organisationsrescript vom 26. November 1809, veröffentlicht im Großherzoglich-Badischen Regierungsblatt am 9. Dezember 1809, S. 404.

Nachdem die Aufhebung der Patrimonialgerichtsbarkeit 1813 eine einheitliche Zuständigkeit der Ämter ermöglicht hatte, entstand aus dem standesherrschaftlichen Amt Neustadt, unter Umgliederung mehrerer Orte, das landesherrschaftliche Bezirksamt Neustadt.Beilage A: Ämtereinteilung, veröffentlicht im Badischen Gesetz- und Verordnungsblatt am 30. Juli 1813, Heft XXII, S. 133.

Weitere Entwicklung Unter mehrfacher Vergrößerung bestand das Bezirksamt Neustadt bis 1939, dann wurde es in den Landkreis Neustadt umgewandelt. Umbenannt 1956 in Landkreis Hochschwarzwald wurde er Anfang 1973 aufgelöst, dabei kam das Gebiet des ursprünglichen Amtes Neustadt zum Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Bereits 1971 war der Hauptort mit zwei weiteren Gemeinden zur Stadt Titisee-Neustadt vereinigt worden.

Literatur Historischer Atlas von Baden-Württemberg, online verfügbar bei LEO-BW: Blatt VI.13: Herrschaftsgebiete und Ämtergliederung in Südwestdeutschland 1790, Beiwort von Michael Klein. Blatt VII.1: Baden in napoleonischer Zeit, Erläuterungsblatt verfasst von Meinrad Schaab und Hans Haller.

Einzelnachweise

Neustadt Kategorie:Organisation (Titisee-Neustadt) Kategorie:Politik (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) Kategorie:Fürstenberg (schwäbisches Adelsgeschlecht) Neustadt Kategorie:Aufgelöst 1813 Kategorie:Geschichte (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald)