D’Arcy Francis Niland (* 20. Oktober 1917 in Glen Innes, New South Wales; † 29. März 1967 in Darlinghurst, New South Wales) war ein australischer Schriftsteller und Journalist, dessen 1955 erschienener Roman Shiralee im Reader’s Digest Auswahlbuch 2/1974 vertreten war. Er war mit der Schriftstellerin Ruth Park verheiratet.
Leben mini|200px|Die Journalistin und Schriftstellerin Ruth Park (1917–2010) war von 1942 bis zu seinem Tod 1967 die Ehefrau von D’Arcy Niland. D’Arcy Francis Niland, der aus einer irisch-katholischen Einwandererfamilie stammte und nach dem aus gleichen Verhältnissen stammenden Boxer Les Darcy (1895–1917) benannt wurde, führte jahrelang ein Leben als Wanderarbeiter, der zeitweise im Outback, den Busch- und Wildnisregionen Australiens, arbeitete. Später war er als freier Schriftsteller tätig sowie als Journalist bei der Tageszeitung The Sydney Morning Herald, wo er die Journalistin Ruth Park (1917–2010) traf, die er bereits durch vorherige Briefwechsel kannte. Er heiratete diese nach nur kurzer Zeit des Kennens 1942 und war mit ihr bis zu seinem Tode an den Folgen eines Herzinfarkts 1967 verheiratet. Aus dieser Ehe gingen fünf Kinder hervor, darunter die Zwillinge Kilmeny Niland (1950–2009) und Deborah Niland (* 1950), die beide Künstler und Kinderbuchillustratoren wurden.
Kurzgeschichten und Romanerfolg The Shiralee Niland verfasste autobiografisch geprägte Kurzgeschichten wie The ParachutistDennis Pepper: The Parachutist, in: Animal Stories, 2002, ISBN 978-0-19278-2-212, S. 105 ff. (Onlineversion (Auszug)) und Landstreicherromane aus seiner australischen Heimat in einer kräftigen, unsentimentalen Sprache. Viele seiner Bücher erschienen bei Angus & Robertson, dem größten australischen Verlag, deren Leiterin von 1937 bis 1973 Beatrice Deloitte Davis war, die dort auch Schriftsteller wie Thea Astley, Miles Franklin, Patricia Wrightson, Xavier Herbert und Hal Porter entdeckte und veröffentlichte.Jacqueline Kent: A Certain Style. Beatrice Davis, a literary life, 2001, 2. Auflage, 2018, ISBN (Inhaltsangabe des Verlages und Onlineversion (Auszug))
Sein 1955 erschienener Debütroman The Shiralee, der 1957 in deutscher Übersetzung erschien, war fünf Jahre nach seinem Tode im Reader’s Digest Auswahlbuch 2/1974 vertreten. Der Roman handelt von einer Vater-Tochter-Beziehung. Für Jim Macauley ist seine vierjährige Tochter Buster ein „Shiralee“, ein unbequemes Bündel, das er mitschleppt auf langen Wanderungen durch Australien, weil er seine Frau bestrafen will, die ihn betrogen hat. Monate vergehen und es kommt immer noch kein Wort, um das kleine Mädchen zurückzufordern. Vater und Tochter, die sich zunächst fremd sind, treiben ziellos durch die staubigen Städte Australiens, schlafen im Freien und verlassen sich auf Gelegenheitsjobs, um Essen und Geld zu verdienen. Busters Widerstandskraft und Vertrauen untergraben langsam Macauleys Groll, und als er sie endlich loswerden kann, wird ihm klar, dass er seine Shiralee nicht loslassen kann. Wie der raubeinige Vater zum ungeliebten Kind eine neue Beziehung findet, wie für ihn aus dem „Shiralee“, der lästigen Bürde, ein Mensch wird, für den er Verantwortung und Liebe empfindet, ist somit Gegenstand des Romans, in dem D’Arcy Niland gleichzeitig ein farbiges Bild australischer Landschaften und ihrer Menschen zeichnet.The Shiralee (Inhaltsangabe des Verlages und Onlineversion (Auszug))The Shiralee (Inhaltsangabe des Verlages)
Verfilmungen 1957 wurde The Shiralee unter der Regie von Leslie Norman mit Peter Finch als Jim Macauley und Dana Wilson als Buster Macauley sowie Elizabeth Sellars als Marge Macauley verfilmt. 1987 verfilmte die South Australian Film Corporation The Shiralee als 103-minütigen Film sowie als 188-minütige Miniserie in zwei Teilen unter der Regie von George Ogilvie mit Bryan Brown, Rebecca Smart und Noni Hazlehurst in den Hauptrollen.
Der Film A Little South of Heaven (1961) von Alan Burke mit Victoria Anoux, Lyndall Barbour und Alma Butterfield über eine Italienerin, die für ihren Sohn eine Hochzeit mit einer Italienerin arrangiert, der Sohn jedoch Zuneigung zu einer Australierin hegt, basierte auf einem Radiohörspiel von Niland und seiner Frau. 1971 wurde sein 1969 erschienener Roman Dead Men Running in einer mit einem Logie Award ausgezeichneten sechsteiligen Miniserie mit Ewen Solon, Brendon Lunney und Diane Craig unter der Regie von Eric Taylor verfilmt. Die Serie behandelt die Geschichte eines alten Mannes, der zwischen 1910 und 1916 einem von ihm geretteten Jungen viele Dinge über das Leben beibringt.
Veröffentlichungen The Shiralee, Roman, 1955, ISBN 978-0-14318-0-197 The Drums Go Bang, Autobiografie, Mitautorin Ruth Park, 1956, ISBN 978-9-14008-8-024 Call Me When the Cross Turns Over, Roman, 1957, ISBN 978-9-02003-6-121 Be Your Own Editor: Make Your Stories Sell, Berichte, 1959 The Big Smoke, Roman, 1959, ISBN 978-0-14004-9-640 Gold in the Streets, Roman, 1960 The Ballad of the Fat Bushranger and Other Humorous Stories, Kurzgeschichten, 1961 Logan’s Girl and Other Stories; Kurzgeschichten, 1961 Dadda Jumped Over Two Elephants; Kurzgeschichten, 1961 How to Make Your Stories Sell, Berichte, 1964 The Apprentices, Roman, 1965 Pairs and Loners, Kurzgeschichten, 1966 Dead Men Running, Roman, 1969 posthum The Penguin Best Stories of D’Arcy Niland, Kurzgeschichten, Herausgeberin Ruth Park, 1987, ISBN 978-0-14008-9-271 in deutscher Sprache Shiralee, 1957, ISBN 978-3-10561-6-826 Ruf mich, wenn das Kreuz sich wendet, Original Call Me When the Cross Turns Over, 1959, ISBN 978-3-54822-6-408 Schwarz ist die Siegespalme, Original Dead Men Running, 1971, ISBN 978-3-40405-0-192
Hintergrundliteratur Ruth Park: Fishing in the Styx. Text Classics, 2019, ISBN (Onlineversion; Auszug)
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Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Englisch) Kategorie:Australische Literatur Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Kurzgeschichte Kategorie:Person (New South Wales) Kategorie:Australier
Kategorie:Geboren 1917 Kategorie:Gestorben 1967 Kategorie:Mann