Sylvia Asmus (* 1966) ist eine deutsche Germanistin und Bibliothekarin. Seit 2011 ist sie die Direktorin des Deutschen Exilarchivs der Deutschen Nationalbibliothek.Sylvia Asmus, in: Deutsche Nationalbibliothek
Leben Sylvia Asmus studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Kunstpädagogik in Frankfurt am Main und Bibliothekswissenschaften in Berlin, wo sie auch promovierte. Von 2002 an war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Deutschen Exilarchivs.Sylvia Asmus, in: Zugang gestalten
Unter ihrer Leitung wurde die Sammlung des Exilarchivs kontinuierlich erweitert. Zu den letzten Zugängen zählen beispielsweise die Werke des Karikaturisten Robert Hans Olschwanger, der Nachlass von Jula und Eric Isenburger, das Archiv von Günter Peter Straschek oder der Nachlass von Stefanie Zweig. Zugleich setzte das Exilarchiv einen neuen Schwerpunkt auf Bildungs- und Vermittlungsarbeit und entwickelte neue digitale und interaktive Formate. 2013 ging die virtuelle Ausstellung Künste im Exil unter Asmus Leitung online, 2018 kuratierte sie die erste Dauerausstellung des Exilarchivs Exil. Erfahrung und Zeugnis, die 2024 erweitert und aktualisiert wurde. Sylvia Asmus zeichnet für Wechselausstellungen zu unterschiedlichen Aspekten des Exils verantwortlich, häufig in Kooperation mit einschlägigen Forschern und Forscherinnen. 2023 wurde die Ausstellung „Frag nach!“ eröffnet, in deren Mittelpunkt interaktive digitale Interviews mit Holocaustüberleben stehen. Asmus ist 2. Vorsitzende der Gesellschaft für Exilforschung und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Internationalen Joseph Roth Gesellschaft.Geschichte des Deutschen Exilarchivs, in: Deutsche Nationalbibliothek
Veröffentlichungen Gemeinsam mit Moritz Wagner: Text + Kritik 247 - Ulrich Becher. München, text + kritik, 2025. Frag nach! – Interaktive Zeitzeugnisse im Deutschen Exilarchiv 1933-1945. Potenziale und Herausforderungen der digitalen Erinnerungskultur. In: Zukünfte der Philologien im Medienwandel. Hrsg. von Irmgard M. Wirtz und Uwe Wirth. Wallstein: Göttingen 2026, S. 187-200. Gemeinsam mit Marc Wurich: „Wenn nur ein einziges Stipendium zu vergeben wäre…“ – Empfehlungsschreiben der Deutschen Akademie im Exil . In: Jahrbuch für Internationale Germanistik. Bd. 57 (3) 2025, S. 199 – 214. Frag nach! Digitale interaktive Interviews mit Inge Auerbacher und Kurt Salomon Maier. Chancen und Grenzen digitaler Erinnerungskultur | Just ask! – Digital interactive interviews with Inge Auerbacher and Kurt Salomon Maier: Opportunities and limitations of a digital culture of remembrance. In: In Echt? – Erinnern in der digitalen Zukunft. NS-Zeitzeugenschaft und neue Technologien in Bildung, Vermittlung und Praxis. Hrsg. von Katalin Krasznahorkai; Johanna Schüller; Björn Stockleben. Bielefeld, transcript, 2025, S. 127-132. Material exterritorialer Herkunft – Das Deutsche Exilarchiv als Speicher für die Erinnerung an das Exil. In: Breiter Kanon. Hrsg. von Martina Wernli. Berlin: De Gruyter 2025, S. 19-32. Digital Interactive Interviews at the German National Librarys German Exile Archive 1933–1945. In: Technology meets testimony. Digital pathways to Holocaust survivor‘s biographies. Ed. Anja Ballis, Florian Duda, Markus Gloe. 2025, S. 287–297. Die Zukunft der Erinnerung? Interaktive Zeitzeug:inneninterviews im Deutschen Exilarchiv 1933-1945 der Deutschen Nationalbibliothek. In: Sammlungsforschung im digitalen Zeitalter. Chancen, Herausforderungen und Grenzen. Hrsg. von Katharina Günther und Stefan Alschner. Göttingen 2024, S. 129–139.
Gemeinsam mit Uwe Wittstock: Marcel Reich-Ranicki. Ein Leben, viele Rollen. (Begleitbroschüre zur Wechselausstellung „Marcel Reich-Ranicki. Ein Leben, viele Rollen“ des Deutschen Exilarchivs 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek). Frankfurt a. M.: Deutsches Exilarchiv 1933–1945, Deutsche Nationalbibliothek, 2022. ISBN 978-3-941113-56-5
Art et exil / Kunst und Exil / Art and Exile. In: Idée de Paix / Idee des Friedens / Idea of peace. Frans Masereel. Hrsg. vom Musée National de la Résistance et des Droits Humains. Esch 2021, S. 266–289. ISBN 978-2-87967-260-1
als Herausgeberin: Exil, Erfahrung und Zeugnis. Deutsches Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek / Exile, experience and testimony. Göttingen 2019. ISBN 978-3-8353-3483-0
als Herausgeberin: Kinderemigration aus Frankfurt am Main. Geschichten der Rettung, des Verlusts und der Erinnerung / Child emigration from Frankfurt am Main. Hrsg. von Sylvia Asmus und Jessica Beebone. Göttingen 2021. ISBN 978-3-8353-3984-2
als Herausgeberin: Archive und Museen des Exils. Exilforschung Bd. 37 (2019). Hrsg. von Sylvia Asmus, Doerte Bischoff und Burcu Dogramaci. Berlin/Boston 2019. https://doi.org/10.1515/9783110542103 Was bleibt? Zeugnisse von Passagen aus der Sammlung des Deutschen Exilarchivs 1933 — 1945. In: Passagen des Exils (Jahrbuch Exilforschung 35). Hrsg. von Burcu Dogramaci und Elisabeth Otto. München 2017, S. 39–52.
als Herausgeberin: „…mehr vorwärts als rückwärts schauen…“ : Das deutschsprachige Exil in Brasilien 1933–1945 / „…olhando mais para frente do que para trás…“ – O exílio de língua alemã no Brasil 1933–1945. Hrsg. von Sylvia Asmus und Marlen Eckl. Berlin 2013. ISBN 978-3-95565-015-5
als Herausgeberin: So wurde ihnen die Flucht zur Heimat – Soma Morgenstern und Joseph Roth. Eine Freundschaft. Sylvia Asmus (Hg.). Heinz Lunzer, Victoria Lunzer-Talos. Bonn 2012 ISBN 978-3-938803-47-9 Von der Emigrantenbibliothek zum Deutschen Exilarchiv. In: Bibliotheken und Sammlungen im Exil (Jahrbuch Exilforschung 29). Hrsg. Von Claus-Dieter Krohn und Lutz Winckler. München 2011, S. 166–178. als Herausgeberin: Rudolf Olden. Journalist gegen Hitler – Anwalt der Republik. Hrsg. von Sylvia Asmus und Brita Eckert. Frankfurt a. M., 2010.
Weblinks
Bibliothekarin Sylvia Asmus über das Deutsche Exilarchiv 75 Jahre Exilarchiv Gespräch am Nachmittag Gespräche mit virtuellen Zeitzeugen des Holocaust Mit NS Zeitzeugen reden dank KI History&Politics. Geschichte ist Gegenwart! Folge: Technologien gegen das Vergessen WDR Zeitzeichen. Albert Einstein wird die Deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt Technologien gegen das Vergessen. Diskussion mit Sylvia Asmus und Judith Simon 90 Jahre Exil-PEN. Sylvia Asmus im Gespräch Im Gespräch mit Can Dündar https://buchmarkt.de/meldungen/sylvia-asmus-leitet-deutsches-exilarchiv/ Autor:innenseite Wallstein-Verlag
Einzelnachweise
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