Ganz neue Dimensionen (Originaltitel: Arena) ist die nach Ausstrahlungsreihenfolge 18. bzw. nach Produktionsreihenfolge 19. Episode der ersten Staffel der Science-Fiction-Fernsehserie Raumschiff Enterprise. Sie wurde in englischer Sprache erstmals am 19. Januar 1967 bei NBC ausgestrahlt. In Deutschland war sie zum ersten Mal am 7. Dezember 1987 in einer synchronisierten Fassung bei Sat.1 zu sehen, nachdem das ZDF sie bei der deutschen Erstausstrahlung der Serie in den Jahren 1972 bis 1974 übergangen hatte.

Handlung Im Jahr 2267, bei Sternzeit 3045,6 erhält die Enterprise einen Funkspruch vom Föderationsaußenposten auf Cestus III. Dessen Kommandant bittet Captain Kirk, ihn zu besuchen und dabei seine Taktiker mitzubringen. Kirk beamt zusammen mit seinem ersten Offizier Spock, Schiffsarzt McCoy sowie Lieutenant Commander Lang, Lieutenant Kelowitz und Ensign O’Herlihy auf den Planeten. Dort finden sie jedoch den Außenposten völlig zerstört vor. Sie erkennen, dass sie in eine Falle geraten sind und der Funkspruch eine Fälschung war. Das Außenteam gerät unter feindlichen Beschuss, O’Herlihy und Lang werden getötet. Eine Evakuierung ist nicht möglich, da plötzlich auch die Enterprise im Orbit von einem unbekannten Schiff angegriffen wird. Kirk gelingt es, sich zum Waffendepot des Außenpostens durchzuschlagen. Dort findet er einen Granatwerfer. Kirk und Kelowitz beschießen damit die feindliche Stellung in den nahe gelegenen Bergen. Die Angreifer kehren daraufhin auf ihr Schiff zurück und dieses dreht ab. Die verbliebenen Mitglieder des Außenteams können nun mit dem einzigen Überlebenden des Außenpostens, Lieutenant Harold, auf die Enterprise zurückbeamen.

Harold bestätigt, dass der Außenposten angegriffen wurde und dass die Angreifer die Absicht hatten, auch die Enterprise zu zerstören, die aktuell den einzigen Schutz für den Planeten darstellt. Kirk befiehlt daraufhin, das feindliche Schiff zu verfolgen und zu zerstören, bevor es seinen Heimatraum erreichen kann. Während der Verfolgung registriert Lieutenant Uhura plötzlich einen Peilstrahl, der aus einem nahe gelegenen, unkartierten Sternensystem kommt und offenbar nichts mit dem feindlichen Schiff zu tun hat. Plötzlich stoppt das Schiff abrupt und kurz darauf auch die Enterprise. Die fremden Wesen, die dafür verantwortlich sind, nehmen nun Kontakt mit der Enterprise auf. Sie stellen sich selbst als das hoch entwickelte Volk der Metronen vor und offenbaren, dass es sich bei den Angreifern auf dem anderen Schiff um Gorn handelt. Sie halten es für inakzeptabel, dass die beiden Schiffe in ihren Raum eingedrungen sind, um hier ihren Konflikt auszutragen. Die Metronen arrangieren daraufhin einen Zweikampf zwischen den beiden Captains auf einem passend dafür hergerichteten Asteroiden. Auf diesem sind primitive Waffen zu finden und den beiden Kontrahenten steht es frei, den Gegner mittels körperlicher Stärke oder überlegener Geisteskraft zu töten. Das Schiff des Verlierers soll zerstört werden.

Auf den Asteroiden versetzt, sieht sich Kirk direkt mit dem Gorn-Captain konfrontiert. Die Gorn sind eine reptilienartige Spezies und Kirk erkennt, dass sein Gegner äußerst stark und widerstandsfähig, dafür aber langsam und ungelenk ist. In einem ersten Kampf mit bloßen Fäusten ist Kirk ihm unterlegen, kann aber in die nahen Felsen entkommen. Nach einer Weile entdeckt er auf einem Vorsprung einen sehr schweren Felsbrocken, den er auf den Gorn stürzen lässt. Der Angriff scheint zunächst geglückt, doch der Gorn richtet sich wieder auf und Kirk gerät seinerseits in eine Falle, aus der er nur knapp entkommt. Die Metronen erlauben daraufhin direkte Kommunikation zwischen den beiden Kontrahenten mittels Funkgeräten. Der mittlerweile ermüdete Gorn-Captain bietet Kirk einen schnellen Tod an, wenn er sich sofort zu ihm begibt. Weiterhin erklärt er, dass seine Spezies Cestus III als ihr Gebiet betrachtet und ihrerseits die Errichtung des Föderationsaußenpostens als feindlichen Akt betrachtet.

Kirk fallen beim Beobachten seiner Umgebung einige Besonderheiten auf. Überall liegen riesige Diamanten herum, weiterhin Ansammlungen von Schwefel, Kaliumnitrat und Holzkohle. Außerdem findet er bambusartige Pflanzen und Seile. Langsam kommt ihm eine Idee. Aus einem Bambusrohr baut er eine primitive Kanone. Die Seile nutzt er zur Verstärkung des Rohrs und als Lunte. Schwefel, Kaliumnitrat und Holzkohle vermengt er zu Schießpulver als Treibladung und die Diamanten dienen als Geschosse. Mit dieser Waffe kann er dem Gorn eine schwere Verletzung zufügen. Seinem nun wehrlosen Gegner kann er ein Messer entreißen und könnte ihn nun töten. Stattdessen wendet sich Kirk an die Metronen und erklärt, dass er sich weigert, ihr Spiel weiter mitzuspielen. Lieber sollen die Föderation und die Gorn ihren Konflikt diplomatisch lösen. Die Metronen sind beeindruckt von seinem Handeln. Ein Angehöriger des Volkes erscheint Kirk und erklärt, die Menschheit sei eine vielversprechende Spezies, die in einigen tausend Jahren vielleicht zivilisiert genug sei, um für die Metronen von Interesse zu sein. Beide Captains dürfen jetzt auf ihre Schiffe zurückkehren und die Enterprise findet sich plötzlich 500 Parsec vom Sternensystem der Metronen entfernt wieder.

Verbindungen zu anderen Star-Trek-Produktionen In Ganz neue Dimensionen wird erstmals die Vereinigte Föderation der Planeten erwähnt. In der deutschen Synchronfassung erfolgt dies bereits in der früheren Folge Notlandung auf Galileo 7, allerdings nur aufgrund einer recht freien Übersetzung der englischen Originalversion. Auch die Photonentorpedos werden in Ganz neue Dimensionen erstmals erwähnt.

mini|Der Gorn Die Gorn wurden in späteren Star-Trek-Produktionen mehrfach wieder aufgegriffen: In der Zeichentrickserie Die Enterprise wurde 1973 in der Folge Die Zeitfalle ein Gorn als Ratsmitglied gezeigt. In der Serie Star Trek: Deep Space Nine nimmt Captain Benjamin Sisko in der 1996 produzierten Folge Immer die Last mit den Tribbles Bezug auf den mittlerweile als legendär geltenden Kampf zwischen Kirk und dem Gorn. Weiterhin deutet die Serie, die gut 100 Jahre nach Raumschiff Enterprise spielt, in mehreren Folgen an, dass der Streit zwischen der Föderation und den Gorn um Cestus III mittlerweile beigelegt ist und der Planet wieder von der Föderation kolonisiert wurde. 2005 war in der Folge Die dunkle Seite des Spiegels, Teil II von Star Trek: Enterprise erstmals wieder ein Gorn in einer Realfilmserie von Star Trek zu sehen. Dieses Wesen war vollständig computeranimiert. Auch in den ab 2017 gestarteten Serien Star Trek: Discovery, Star Trek: Lower Decks und Star Trek: Prodigy spielen die Gorn kleinere Rollen. In der 2022 gestarteten Serie Star Trek: Strange New Worlds sind die Gorn ein wichtiges Handlungselement. Eine der Hauptfiguren, die Sicherheitschefin La’an Noonien-Singh, war als Kind die einzige Überlebende eines Kolonieschiffs, das von den Gorn angegriffen wurde. Die Gorn haben Auftritte in zwei Folgen der ersten Staffel und sind für den Tod einer weiteren Hauptfigur, des Chefingenieurs Hemmer, verantwortlich.

Produktion Darsteller Sowohl der Metron als auch der Gorn-Captain wurden von mehreren Personen verkörpert. Der Metron wurde von einer Frau (Carole Shelyne) gespielt, aber von einem Mann (Vic Perrin, in der deutschen Synchronisation von Hannes Gromball) gesprochen. Shelynes schlanker Körperbau und ihre kurzen Haare gaben dem Metron in Verbindung mit der männlichen Stimme eine androgyne Erscheinung. Ein sehr ähnlicher Effekt wurde bereits im 1965 produzierten ursprünglichen Pilotfilm Der Käfig für die Talosianer verwendet. Den Gorn spielten gleich vier Personen: Die Nahaufnahmen des Kopfes wurden mit William Blackburn gedreht, Ganzkörperaufnahmen hingegen mit Bobby Clark und Gary Coombs. Gesprochen wurde er von Ted Cassidy.

Lieutenant Kelowitz (Grant Woods) tritt auch in den Folgen Notlandung auf Galileo 7 und Falsche Paradiese auf.

Drehorte mini|Vasquez Rocks diente als Schauplatz für den Kampf zwischen Kirk und dem Gorn-Captain Als Schauplatz für den Asteroiden, auf dem der Kampf zwischen Kirk und dem Gorn stattfindet, diente die markante Felsformation Vasquez Rocks, die auch in zahlreichen weiteren Star-Trek-Serienfolgen und -Filmen verwendet wurde.

Adaptionen James Blish schrieb eine Textfassung von Ganz neue Dimensionen, die auf Englisch erstmals 1968 in der Geschichtensammlung Star Trek 2 erschien.James Blish: Star Trek 2. Bantam Books, New York 1968, ISBN 0848807383. Die deutsche Übersetzung erschien 1972.James Blish: Enterprise 2. Williams, Alsdorf 1972, ISBN 3-8071-0002-4.

Jenny Parks verarbeitete Ganz neue Dimensionen als eine von mehreren Raumschiff-Enterprise-Episoden in ihrem 2017 erschienenen Buch Star Trek Cats, in dem die Hauptfiguren der Serie als Katzen dargestellt werden.Jenny Parks: Star Trek Cats. Chronicle Books, San Francisco 2017, ISBN 145215841X.

Rezeption James Rundle führte Ganz neue Dimensionen 2010 auf SciFiNow in einer Auflistung der zehn besten Folgen von Raumschiff Enterprise auf Platz 2.James Rundle: Top 10 Best Star Trek Original Series episodes. In: scifinow.co.uk. 26. März 2010, abgerufen am 15. Mai 2023.

Charlie Jane Anders führte Ganz neue Dimensionen 2014 auf gizmodo.com in einer Liste der 100 besten bis dahin ausgestrahlten Star-Trek-Folgen auf Platz 21.Charlie Jane Anders: The Top 100 Star Trek Episodes Of All Time! In: gizmodo.com. 2. Oktober 2014, abgerufen am 14. März 2023.

Sven Harvey zählte Ganz neue Dimensionen 2015 auf der Website Den of Geek als eine der 25 besten Folgen der beiden Serien Raumschiff Enterprise und Die Enterprise.Sven Harvey: Star Trek: The Original and Animated Series top 25 episodes. In: denofgeek.com. 6. November 2015, abgerufen am 1. Juli 2023.

Tim Baker führte Ganz neue Dimensionen 2016 in Newsweek in einer Auflistung der zehn besten Folgen von Raumschiff Enterprise auf Platz 3.Tim Baker: The Top 10 Original Star Trek Episodes. In: newsweek.com. 2. Januar 2016, abgerufen am 4. April 2023.

Ed Gross listete Ganz neue Dimensionen 2016 auf empireonline.com in einer Aufstellung der 50 besten bis dahin ausgestrahlten Star-Trek-Folgen auf Platz 41.Ed Gross: The 50 best Star Trek episodes ever. In: empireonline.com. 27. Juli 2016, abgerufen am 3. März 2023.

David Morgan führte Ganz neue Dimensionen 2016 auf cbsnews.com als eine der schlechtesten Folgen von Raumschiff Enterprise auf.David Morgan: The best (and worst) original "Star Trek" episodes. In: cbsnews.com. 3. September 2016, abgerufen am 20. April 2023.

Aaron Couch und Graeme McMillan erstellten 2016 anlässlich des 50-jährigen Jubiläums von Star Trek in Zusammenarbeit mit verschiedenen Beteiligten aus dem Franchise für den Hollywood Reporter eine Liste der 100 besten bis dahin ausgestrahlten Folgen. Ganz neue Dimensionen wurde hierbei auf Platz 17 gewählt.Aaron Couch, Graeme McMillan: ‘Star Trek’: 100 Greatest Episodes. In: The Hollywood Reporter. 8. September 2016, abgerufen am 15. Februar 2023.

Elena Holodny und Andy Kiersz führten Ganz neue Dimensionen 2017 auf businessinsider.com in einer Aufstellung der 13 besten Folgen von Raumschiff Enterprise auf Platz 12.Elena Holodny, Andy Kiersz: Here are the 13 best original 'Star Trek' episodes, ranked. In: businessinsider.com. 21. September 2017, abgerufen am 4. April 2023.

Patrick Cooley führte Ganz neue Dimensionen 2017 in einer Liste der 25 besten bis dahin ausgestrahlten Star-Trek-Folgen auf Platz 6.Patrick Cooley: Before 'Discovery:' the best 25 'Star Trek' episodes of all time. In: cleveland.com. 24. September 2017, abgerufen am 26. November 2023.

Silas Lesnick listete Ganz neue Dimensionen 2018 in einer Aufstellung der 20 besten Folgen von Raumschiff Enterprise auf Platz 6.Silas Lesnick: The 20 Best Episodes of ‘Star Trek: The Original Series’. In: collider.com. 14. August 2018, abgerufen am 20. Februar 2023.