mini|Früher Containertransport auf Semicontainerschiffen wie 1980 auf der gecharterten Gina mini|MSC Marina am Container-Terminal Bremerhaven mini|Containerschiff MSC Flaminia (gechartert) mini|Containerschiff MSC La Spezia mini|Containerschiff MSC Marianna im Hafen von Beirut mini|MSC Ruby verlässt Hamburg mini|MSC Gaia auf der Elbe mini|Zug mit MSC-Containern auf der Semmeringbahn Die Mediterranean Shipping Company (MSC) ist eine Schweizer Reederei mit Sitz in Genf. Sie ist gegenwärtig die weltweit grösste Containerreederei und mit Tochterunternehmen auch im Containerterminal-, Kreuzfahrt- und Fährgeschäft aktiv. MSC gehört zu den 100 grössten Unternehmen in der Schweiz und zu den 500 grössten Familienunternehmen der Welt.

Geschichte Die Geschichte der MSC lässt sich in den ersten vier Jahrzehnten jeweils grob bestimmten Entwicklungsschritten zuordnen. Das erste Jahrzehnt war von den Anfängen der Reederei in der Trampschifffahrt und dem Aufbau der ersten Liniendienste mit Stückgutschiffen, die meist gebraucht von Linienreedereien übernommen wurden, geprägt. Während der 1980er Jahre stellte die Reederei ihre Flotte weitgehend auf gebrauchte Containerschiffe um und stieg zusätzlich ins Kreuzfahrtgeschäft ein. In den 1990er Jahren wurde MSC zur weltweit operierenden Containerlinienreederei, wobei ab 1996 erstmals Neubauten in Fahrt kamen. Seit 2000 entwickelte sich die MSC zur zweitgrössten Containerlinienreederei und daneben zu einem grossen Kreuzfahrtanbieter.

1970 bis 1979 Das Unternehmen wurde 1970 durch den italienischen Kapitän Gianluigi Aponte und seine Frau Rafaela Aponte-Diamant in Sorrent gegründet. Sein erstes Schiff war die 1955 auf der Meyer-Werft gebaute Korbach der Hamburger Reederei Hans Krüger. Unter dem neuen Namen Patricia wurde es in Monrovia registriertLloyd’s Register of Ships, 1972-73, London, 1972. und bis 1973 in der Trampfahrt im Mittelmeer eingesetzt. Im Jahr darauf erwarb Aponte die 1952 gebaute Magdeburg der Hamburg-Amerika-Linie, die als Rafaela ebenfalls in Monrovia registriert wurde und für die Reederei in BrüsselList of Shipowners, 1972-73, London, 1972. bis 1977 in Fahrt blieb. Nach dem Erwerb der Rafaela benannte man das Unternehmen in Mediterranean Shipping Company (MSC) um und führte die bis heute gültige Schornsteinmarke ein: kleines m auf Wellenlinie über sc.

In den Folgejahren kamen weitere gebrauchte Schiffe hinzu. Nachdem das Fahrtgebiet in der Trampfahrt zunächst bis nach Nordeuropa erweitert worden war, baute MSC ab 1972 ihre ersten Liniendienste über den Suezkanal zum Mittleren Osten und Ostafrika auf und erweiterte diese ab 1977 bis nach Nordeuropa. Währenddessen wurde der Sitz der Reederei aus familiären Gründen im Jahr 1975 nach Genf verlegt.Jean-Pierre Kapp: Die Reedereien können mit der Nachfrage nicht Schritt halten. In: Neue Zürcher Zeitung, 9. Juni 2017, abgerufen am 3. Januar 2019. Mit der nächsten Erweiterung wurde Ende der 1970er Jahre Südafrika in das Liniennetz aufgenommen.

1980 bis 1989 Zu Beginn der 1980er Jahre erwarb MSC mehrere Massengutfrachter und liess sie zu Containerschiffen umbauen. Daneben kamen zunächst zahlreiche Semicontainerschiffe und später mehr und mehr Vollcontainerschiffe zur MSC-Flotte. Ab 1985 eröffnete MSC den ersten Transatlantikdienst, und 1989 kam der erste Australiendienst (Wallaby-Service) hinzu.

1987 stieg MSC mit der Übernahme der Kreuzfahrtreederei Flotta Lauro in das Kreuzfahrtgeschäft ein und benannte diese Tochter in StarLauro um.

1990 bis 1999 Anfang der 1990er Jahre wurde das Benennungsschema der Schiffe auf Namen mit dem vorangestellten Kürzel «MSC» umgestellt. 1994 nahm MSC den ersten Südamerikadienst auf, 1996 folgte der Silk-Service nach Fernost und 1999 der Pazifikdienst. Im Laufe des Jahrzehnts hatte MSC somit die letzten noch nötigen Lücken im Fahrtgebiet geschlossen, um als weltweite Linienreederei gelten zu können.

Bis 1995 wurden durch MSC ausschliesslich gebrauchte Containerschiffe erworben. Die Flotte bestand aus einer wachsenden Anzahl von Second-hand-Containerschiffstypen der ersten bis dritten Generation von namhaften Linienreedereien wie NYK, Mitsui-OSK, Hapag-Lloyd, Mærsk. Erstmals 1996 wurden von MSC Containerschiffsneubauten bestellt bzw. gechartert.

Nachdem die Achille Lauro Ende 1994 brennend vor Somalias Küste gesunken war, benannte MSC seine Kreuzfahrt-Tochter von StarLauro in Mediterranean Shipping Cruises um.

2000 bis 2019 Ab 2002 wurde ein zweiter Fernostdienst eröffnet, der Dragon-Service. Im selben Jahr wurden Dienste nach Kanada und ein Indien-Pakistan-Dienst aufgenommen. Im Jahr darauf wurde mit der MSC Lirica der erste Neubau eines Kreuzfahrtschiffes in Fahrt gesetzt. MSC stellte im Oktober 2012 mit der MSC Anastasia einen Post-Panamax-Massengutfrachter in Dienst. Das rund 230 Meter lange Schiff wurde auf der STX-Werft in Dalian gebaut.Bulker-Neubau für MSC. In: Täglicher Hafenbericht vom 23. Oktober 2012

Mit der französischen Reederei CMA CGM und der dänischen Reederei Mærsk wollte MSC für 2014 eine P3 genannte Allianz bilden und hatte dazu Ende 2013 in London ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet, das die Gesamtflotte steuern sollte.Christian Müssgens, Johannes Ritter: Bedrohlicher Pakt der Giganten. faz.net, 4. Dezember 2013, abgerufen am 25. April 2014 Die Wettbewerbsbehörde der USA erteilte dazu die Genehmigung, China verweigerte sie allerdings, so dass die Allianz als gescheitert gilt.Eckhard-Herbert Arndt: P3-Aus: «JadeWeserPort hat Chancen». In: Täglicher Hafenbericht. 19. Juni 2014, S. 15 Stattdessen wurde die 2M-Allianz mit Mærsk Line gebildet. Im September 2017 wurden bei Samsung Heavy Industries sechs und bei Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering fünf Schiffe für 22'000 TEU bestellt, im April 2018 wurde die Kapazität mit 23'000 TEU bekanntgegeben. Es sind die ersten Containerschiffe mit 61 Meter Breite.

Seit 2020 Am 24. Januar 2022 erklärte MSC, Interesse an einer mehrheitlichen Übernahme der italienisch-staatlichen Fluggesellschaft ITA Airways (bis Oktober 2021 Alitalia) zu haben. Eine Kooperation mit Lufthansa war beabsichtigt. Lufthansa und ITA wollten bis zu 90 Werktage exklusiv verhandeln.Lufthansa prüft bei ITA-Übernahme eigene Beteiligung orf.at, 25. Januar 2022, abgerufen am 25. Januar 2022. Die Verhandlungen scheiterten jedoch und MSC stieg aus. ITA Airways befindet sich noch in Staatsbesitz und noch in Verhandlungen mit Lufthansa und der EU-Kommission.

Am 31. März 2022 übernahm MSC die Afrikasparte des französischen Logistikkonzerns Bolloré Transport & Logistics für 5,7 Milliarden €. Ebenfalls 2022 übernahm MSC vorbehältlich der behördlichen Genehmigung 49 % der Anteile der finanziell angeschlagenen italienischen Reederei Moby Lines.

Im Oktober 2023 wurde bekannt, dass MSC für etwa 4,2 Milliarden Euro etwa 50 % der Anteile an Nuovo Trasporto Viaggiatori, einem privaten italienischen Eisenbahnunternehmen, vom Infrastrukturfonds Global Infrastructure Partners (GIP) übernehmen will.

Im April 2026 gab MSC bekannt, dass die Anteile von Gianluigi Aponte an der Gruppe im vierten Quartal 2025 auf Diego Aponte und Alexa Aponte Vago, die beiden Kinder des Gründerehepaars, übertragen worden sind. Gianluigi Aponte bleibt Executive Chairman.

MSC heute Unter MSC-Flagge laufen derzeit (Juli 2017) 460 Containerschiffe mit einer Stellplatzkapazität von gesamthaft etwa 2'600'000 TEU. Am 5. Januar 2022 wurde MSC vor Mærsk die grösste Containerreederei der Welt mit 4,28 Mio. TEU. Die grössten MSC-Containerschiffe mit einer Kapazität von jeweils 23'500 TEU sind die Schiffe der Megamax-24-Serie. Sie wurden ab 2014 bei Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering in Südkorea gebaut. Im Januar 2015 stellte man die MSC Oscar in Dienst, das mit einer Kapazität von 19'224 TEU seinerzeit grösste Containerschiff der Welt.

Wichtigster zentraler Containerterminal der MSC ist Antwerpen, dort wird von PSA-HNN ein 167 Hektar grosser MSC Home Terminal betrieben. (englisch, Website teilweise mit der veralteten Adobe-Flash-Technik). MSC bedient weltweit 270 Häfen mit 170 Routen. In Deutschland ist MSC über die Linienagentur MSC Germany S.A. & Co KG (ehemals F. H. Bertling Linienagentur) mit Büros in Bremen, Hamburg, Düsseldorf, Lübeck, Stuttgart, Frankfurt/Main, Berlin, Nürnberg und München präsent und betreibt in Zusammenarbeit mit Eurogate ein Terminal in Bremerhaven (MSC Gate). Seit November 2024 ist MSC darüber hinaus zu 49,9 % an der Port of Hamburg Beteiligungsgesellschaft (PoH) beteiligt, die wiederum 95 % der Anteile an der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) hält. Weltweit verfügt MSC über rund 1'000 Schiffe und 7 Flugzeuge und es arbeiten über 200'000 Beschäftigte in 675 Niederlassungen in 155 Ländern für die Gesellschaft (Stand 2026).

Weitere Geschäftsfelder MSC ist Eigner der Kreuzfahrtreedereien MSC Cruises und Explora Journeys in Genf sowie der Fährreedereien GNV und SNAV in Neapel.

Terminal Investment Limited (TiL) wurde 2000 durch die Familie Aponte gegründet. Heute betreibt TiL über 70 Containerterminals in etwa 30 Ländern.

Medlog ist eine Tochterfirma der MSC und stellt ihren Logistik-/Speditionsbereich dar. Medlog ist in 70 Ländern aktiv, darunter auch in Deutschland (Bremen) und in Österreich (Wien).

Unter dem Namen Medway ist MSC mit folgenden Eisenbahnverkehrsunternehmen in insgesamt neun Ländern im Schienengüterverkehr aktiv:

Medway - Transportes e Logística (Portugal, Spanien, seit 2016, ehemals CP Carga) Medway Italia (Italien, Schweiz, seit 2019) Medway Belgium (Belgien, Niederlande, Deutschland, Österreich, seit 2022)MCS-Pressemitteilung vom 26. Juli 2023 Medway France (Frankreich, seit 2025) Im Bereich des Schienenpersonenfernverkehrs ist MSC seit 2024 zu etwa 50 % an der Italo S.p.A (ehemals Nuovo Trasporto Viaggiatori) beteiligt, die unter der Marke .italo Hochgeschwindigkeitszüge in Italien betreibt.

MSC ist durch die Tochterfirma Itabus am Busverkehr beteiligt.

Unglücke und Vorfälle 2005 lief die MSC Al Amine im Golf von Tunis auf Grund. Dabei gelangten 100 bis 150 Tonnen Schweröl ins Meer. 2006 musste MSC 10½ Millionen US-Dollar Strafe bezahlen, weil 2004 während fünf Monaten von der MSC Elena absichtlich mehr als 40 Tonnen Ölschlamm ins Meer geleitet worden waren., AllBusiness, 1. Januar 2006 (englisch). Die Reederei wurde einer breiten Öffentlichkeit bekannt, als das von ihr gecharterte Containerschiff MSC Napoli am 18. Januar 2007 im Ärmelkanal infolge des Orkans Kyrill in Seenot geriet und, um ein Auseinanderbrechen auf offener See zu vermeiden, gezielt bei Branscombe auf Grund gesetzt wurde. Das Containerschiff MSC Chitra kollidierte am 8. August 2010 im Jawaharlal Nehru Port mit einem anderen Schiff, woraufhin rund 300 Container in die Hafengewässer fielen. Infolge der Kollision verlor das Schiff rund 800 Tonnen Öl. Jawaharlal Nehru Port und der benachbarte Mumbai Port waren daraufhin drei Tage lang geschlossen.Siddharth Philip: Mumbai Port Partially Re-Opens as Work Clearing Shed Containers Continues, Bloomberg, 12. August 2010 Die MSC Chitra, die zum Totalverlust erklärt wurde und zunächst verschrottet werden sollte, wurde im April 2011 in internationalen Gewässern mitsamt noch an Bord befindlicher Ladung, darunter auch gefährliche Güter, versenkt. Die von MSC gecharterte Rena lief am 5. Oktober 2011 auf das vor der Küste der neuseeländischen Nordinsel liegende Astrolabe Reef auf und zerbrach am 8. Januar 2012 während eines Sturmes in zwei Teile, wobei mehrere hundert Container über Bord gingen.