Irrlicht und Feuer ist ein zweiteiliger Spielfilm des DEFA-Studios für Spielfilme im Auftrag des Deutschen Fernsehfunks von Heinz Thiel und Horst E. Brandt aus dem Jahr 1966, nach Motiven des gleichnamigen Romans von Max von der Grün aus dem Jahr 1963.

Handlung 1. Teil Jürgen Fohrmann fährt mit seinem Fahrrad vier Kilometer entlang eines Bahndamms zur Schicht in einer Steinkohlen-Zeche im Ruhrgebiet, die um 0:00 Uhr beginnt. Plötzlich tritt eine Frau aus dem Dunkel heraus, die ihn bittet, mit ihr bis zum Morgen spazieren zu gehen, da sie nicht allein sein könne. Obwohl Fohrmann noch nie eine Schicht versäumt hat, lässt er sich darauf ein. Nun erzählt sie, dass ihr Mann jeden Freitag, dem Lohntag, betrunken nach Hause komme, sie schlage und dann aus der Wohnung werfe. Sie brauche ihn aber und er brauche sie. Zur Verabschiedung verabreden sich Fohrmann und die Frau für den nächsten Freitag. Wieder zu Hause erzählt Fohrmann seiner Frau Ingeborg auf Nachfrage, dass er in der letzten Nacht nicht in die Grube eingefahren ist, sondern angeblich in der Schlosserei zu tun hatte. Als ihm Ingeborg mitteilt, wegen Überstunden im Betrieb am Abend später nach Hause zu kommen, kommt es zu einem Streit. Fohrmann verlangt schon seit langem, sie solle ihre Arbeit aufzugeben, damit sie immer für ihn da sein kann. Außderdem möchte er ein gemeinsames Kind, was sie jedoch ablehnt, solange die wichtigsten Anschaffungen im Haus nicht erledigt sind.

Fohrmann wird wegen der Fehlschicht zum Betriebsführer bestellt, der nur auf Grund der bisherigen untadeligen Leistungen in den letzten 15 Jahren von einer Entlassung absieht. Am darauffolgenden Sonntag findet auf der Zeche eine Betriebsversammlung statt, bei der es auch um die Nutzung einer neu entwickelten Abbaumaschine geht, durch die bereits mehrere Unfälle passiert sind. Hier fordert der Kollege Fritz Lehnertz, die Maschine zu demontieren, bis deren Funktion ausgereift ist. Doch Fohrmann, der bereits betrunken ist, setzt zu einer längeren Rede an, in der es um die Arbeiter als solche und ihre Bedürfnisse geht, weshalb es nicht mehr zur Abstimmung über die Unfall-Maschine kommt. Fohrmann geht anschließend halb ziellos und halb suchend durch die Stadt und trifft tatsächlich auf die Frau vom Bahndamm. Da sie ihre Adresse nicht nennen will, folgt er ihr bis zur Haustür, wo er von einem Mann, Viktor Polenz, hereingebeten wird. In der Wohnung spricht Polenz nur im Befehlston mit der Frau und hat ständig etwas an ihr auszusetzen. Als er sie Zigaretten holen schickt, geht Fohrmann hinterher und erfährt dabei, dass Polenz nicht ihr richtiger Mann ist, denn der sitzt in Bautzen im Gefängnis. Bei Polenz wohnt sie nur zur Untermiete, allerdings kümmert sich Polenz sowohl um sie als auch ihre beiden Kinder.

Wieder zu Hause, findet Fohrmann einen Zettel auf dem Tisch, worauf seine Frau ihm mitteilt, dass sie in Zukunft wieder bei ihrer Mutter in Dortmund wohne. Um Näheres zu erfahren, klingelt Fohrmann bei seiner Nachbarin, Frau Borowski; doch die mehr weiß auch nicht mehr. Frau Borowskis Mann Karl sitzt immer nur am Tisch sitzt und zeichnet Bilder mit Stacheldraht und Galgen.

Im Gegensatz zu seinem häuslichen Leben verändert sich auf der Zeche nur wenig. Die Betriebsversammlung ist inzwischen weitgehend vergessen, nur Lehnertz spricht kein freundliches Wort mehr mit Fohrmann.

Eines Tages fährt Fohrmann nach Dortmund, um sich bei seiner Frau zu entschuldigen, doch seine Schwiegermutter lässt ihn nicht einmal in ihre Wohnung; er fährt unverrichteter Dinge wieder nach Hause. Hier wird er von Frau Borowski gebeten, Zeuge bei einem Gespräch mit einem Mitarbeiter des Sozialamtes zu sein. Sie hatte eine Rentenerhöhung für ihren Mann beantragt, der während des Nationalsozialismus in einem Konzentrationslager zum Invaliden gefoltert wurde. Doch dieser Mitarbeiter verweigert diese Erhöhung und betont, die bisherige Rente sei schon eine Gnade. Erst als ihm von Fohrmann vorgehalten wird, Mitglied in der Kreisleitung der NSDAP gewesen zu sein, die die Verhaftung Karl Borowskis initiiert hart, wird er kleinlaut und geht. Als Fohrmannn nach Karl Borowski sehen will, springt dieser auf und meldet den „Block 17“ als vollzählig, da er vermutet, der SS-Obersturmbannführer wäre in seine Stube getreten. Als die Kirchenglocken läuten, denkt Karl, es seien die Lagerglocken, die zum Appell rufen. Es fällt sehr schwer, ihn wieder zu beruhigen.

Die Wochen vergehen; Fohrmann fährt ein zweites Mal in Dortmund, jedoch kann er wieder nicht mit Ingeborg reden. Als er eines Nachts wieder mit dem Fahrrad an der Bahn entlang zur Zeche fährt, trifft er nach langer Zeit wieder auf die fremde Frau. Da er Lust auf eine Unterhaltung mit ihr hat, beschließt er, seine Schicht nicht anzutreten. Er erfährt, dass sie Irene heißt und aus der DDR kommt. Sie sagt ihm, dass sie nicht wieder an den Bahndamm kommen werde, um ihn zu treffen, zum Abschied küssen sie sich jedoch. Um eine Ausrede für sein Fehlen in der vergangenen Schicht zu haben, wirft Fohrmann sein Fahrrad unter einen Zug und behauptet, er hätte einen Unfall gehabt. Während er am Nachmittag ein Fußballspiel im Fernsehen ansieht, klingelt es, und die Tochter Borowskis bittet ihn um Hilfe, da ihr Vater wieder einen seiner Anfälle hat. Als Fohrmann dessen Zimmer betritt, liegt Karl auf dem Boden und denkt, dass er auf dem Prügelbock liegt. Mit Mühe holt ihn Fohrmann wieder in die Wirklichkeit zurück.

Wieder in seiner Wohnung, klingelt es an seiner Tür und Fritz Lehnertz berichtet, dass die Zeche stillgelegt werde. Deshalb wollen sich am nächsten Morgen alle Kumpels vor dem Werktor treffen und sich weigern, in die Grube einzufahren. Als die Bergleute sich vor dem Tor versammeln, trifft umgehend die Polizei ein und fordert sie auf, sofort die Straße zu räumen und die Arbeit aufzunehmen. Plötzlich taucht in der Menschenmenge Viktor Polenz auf und zertrümmert mit einem Stein die Scheibe eines der Polizeiautos, woran sich auch einige jungen Bergleute beteiligen. Nun schlägt die Polizei zurück und der größte Teil der Arbeiter flüchtet. Fohrmann geht nach Hause, wo inzwischen Ingeborg mit ihrer Mutter eingetroffen ist, da sie sich Sorgen machte, als sie im Radio von den Unruhen vor dem Werktor hörte. Sie versöhnen sich und versprechen auf einander mehr Rücksicht zu nehmen. Auch im Betrieb ist wieder Frieden eingekehrt, da den Arbeitern eine Verlegung auf andere Bergwerke versprochen wurde. Noch in den letzten Tagen des Bestehens der Zeche kommt es an der neuen, in Erprobung befindlichen, Abbaumaschine zu einem Unfall, bei dem Fritz Lehnertz schwer um Fuß verletzt wird und der Steiger seinen Kopf verliert. Das ist der Grund für Jürgen Fohrmann, sofort die Tätigkeit in dem Betrieb zu beenden, selbst wenn er dadurch jegliche Unterstützung verlieren sollte.

2. Teil Da Jürgen Fohrmann bis 1943 in Dortmund einen Büroberuf erlernt hat, will er sich bei dieser Firma um einen Job bewerben. Die letzten 30 Jahre hat er in einem Bergwerk gearbeitet, da er dort einfach mehr Geld verdiente und außerdem CARE-Paketen erhielt. Das Gespräch bei Direktor Kaiser läuft nicht wie erwartet, denn nach so vielen Jahren Abwesenheit kann ihm keine Arbeit im Büro mehr angeboten werden. Jedoch wäre in der Speditionsabteilung noch eine Stelle frei, die allerdings deutlich schlechter bezahlt wird. Notgedrungen nimmt Fohrmann die Stelle an.

An einem der nächsten Sonntage ist Landtagswahl und im Wahllokal, der ehemaligen Bergwerkskantine, trifft Fohrmann seinen ehemaligen Kollegen Fritz Lehnertz. Der sagt ihm, dass sein Fuß nach dem Unfall steif bleiben werde und er jetzt halbtags als Pförtner arbeite. Die Einladung auf ein Bier schlägt Lehnertz aus, da es ihm in dieser Umgebung nicht schmecken würde, jedoch hat er nichts gegen ein erneutes Treffen mit Fohrmann. Fohrmann bummelt mit Ingeborg durch die Stadt; als sie abends nach Hause kommen, stehen viele Menschen und die Polizei vor Borowskis Haus. Von Fritz Lehnertz erfahren sie, dass sich Karl Borowski das Leben genommen hat.

Während der Beisetzung kommt plötzlich der völlig betrunkene Viktor Polenz an die Grabstelle, macht Faxen in Richtung Sarg, streckt die Zunge raus und fällt in das Grab. Fohrmann holt ihn mit anderen Helfern wieder heraus, aber einen Grund, warum Polenz bei der Beerdigung auftauchte, findet er nicht. Wieder zu Hause steht plötzlich Irene vor der Tür, sagt, dass Polenz im Krankenhaus liege und nach ihm verlange. Fohrmann macht sich die ganze Nacht darüber Gedanken, woher sich Polenz und Borowski hätten kennen könnten. Er nimmt sich einen weiteren Tag Urlaub, fährt ins Krankenhaus und hier erfährt er, dass Polenz der Auspeitscher am Prügelbock im Konzentrationslager war und Borowski ihn vor drei Jahren auf der Straße erkannt hatte. Er erzählt, dass er aus Oppeln komme, wie Irene, die jetzt bei ihm lebt und bis 1945 auch dort wohnte. Auch sie habe ihre Vergangenheit, die sie aber selbst erzählen solle. Er droht Fohrmann noch, nichts von dem eben Gehörten weiterzuerzählen, denn das würde auch auf Irene zurückfallen.

Fohrmann geht umgehend zu Irene und stellt sie zur Rede. Jetzt erfährt er, dass ihr geschiedener Mann ebenfalls im selben Lager am Prügelbock stand. Sie lernte ihn erst 1954 kennen und wuste nichts über seine Vergangenheit. Er brachte es in der DDR, durch seine Täuschungen und Lügen, zum höheren Verwaltungsbeamten. Während er seinen Glauben an den Sozialismus nur vortäuschte, war sie selbst davon überzeugt. Als seine Nazi-Vergangenheit aufgedeckt wurde, wurde er zu 12 Jahren Haft verurteilt. Da sie sich vor ihren Freunden und Bekannten schämte, floh sie in den Westen. Hier holte Polenz sie aus dem Grenzdurchgangslager und sie zog bei ihm ein.

Wieder zu Hause, bespricht Fohrmann das soeben Erlebte mit seiner Frau, kann es jedoch nur schwer einordnen. Sie beschließen, gemeinsam in die Berge in Urlaub zu fahren und Fohrmann hofft, dass sich dort die Gelegenheit ergeben, werde über Polenz und die ganze Geschichte zu reden. Doch im Betrieb bekommt er keinen Urlaub und als selbst der Direktor diesen nicht bewilligt, kündigt er spontan. Doch dafür hat seine Frau kein Verständnis und es kommt zu erneutem Streit. Von Borowskis Tochter bekommt er den Rat, sich in Dortmund bei der Firma deplasta zu bewerben, bei der gute Arbeitsbedingungen und ein recht hoher Lohn zu erwarten seien. Er bewirbt sich, wird eingestellt und ist zunächst sehr zufrieden mit seiner Arbeit. Noch nie hatte er eine solch leichte und saubere Tätigkeit. Nur weiß er nicht, was er eigentlich herstellt und seine Kollegen, die schon länger im Betrieb sind, wissen es auch nicht. Doch findet er jetzt öfter Zeit, mal mit Ingeborg spazieren oder tanzen zu gehen.

Eines Tages wartet nach Feierabend Irenes Tochter vor seiner Haustür und sagt, dass er zu ihrer Mutter kommen solle. Bei ihr trifft er auf eine völlig verwüstete Wohnung: Polenz wurde überraschend aus dem Krankenhaus entlassen; er war völlig betrunken, randalierte, schlug sie und erkundigte sich nach Fohrmann. Nachbarn kamen ihr zu Hilfe und riefen die Polizei, die er mit faschistischen Reden und Liedern empfing. Irene erzählte den Polizisten von seiner Vergangenheit, worauf Polenz verhaftet wurde. Irene will sich eine Arbeit und eine neue Wohnung suchen, was aber wegen ihrer beiden Kinder schwierig ist. Fohrmann gelingt es, die Frau und die Kinder bei Frau Borowski unterzubringen, da diese nach dem Tod ihres Mann und dem Wegzug ihrer Tochter Platz in der Wohnung hat und Geld durch eine Untervermietung gebrauchen kann.