Jens Nielsen (* 30. Juni 1891 in Jelstrup Jelstrup ist ein Weiler in Himmerland und liegt etwa 4 km vom Zentrum von Aars entfernt. Es besteht aus ursprünglich 8 vereinzelt liegenden Höfen an vier Straßen. Nächster Ort zu Jelstrup ist Havbro (ca. 2,5 km entfernt). Weitere nah gelegene Orte: Morum (ca. 3,5 km weiter nördlich), Holme – Geburtsort von Jens’ Mutter Else Marie Jensen – (ca. 4 km westlich), Ebdrup – Geburtsort von Niels Nielsen, seinem Vater – (ca. 7 km westlich) und Farsø (ca. 9 km). Farsø liegt etwa doppelt so weit von Jelstrup entfernt wie Jelstrup von Aars. In Farsø stehen die zu Jelstrup nächstgelegene Kirche (Farsø Kirke) und das regionale Heimatarchiv. – Es gibt einen weiteren Ort gleichen Namens, der, obwohl auch nur ein Weiler, jedoch deutlich größer ist als Jelstrup in Himmerland. Er liegt in Nordwest-Jütland und wurde bei der Kommunalreform 1970 in die Løkken-Vrå Kommune eingegliedert und ging bei der Strukturreform der Kommunalverwaltung 2007 in der Hjørring Kommune auf. (Kirchspiel in der heutigen Vesthimmerlands Kommune in Nordjütland) bei Aars; † 8. Mai 1978 in Holstebro in der heutigen dänischen Region Midtjylland (Mitteljütland)) war ein dänischer Lehrer und Schulleiter an Freien Schulen sowie ein bedeutender Maler.

Familie mini|Familie Niels Nielsen aus Jelstrup (1906) Jens Nielsen war der älteste Sohn des Landwirts Niels Nielsen und seiner Ehefrau Else Marie Jensen, Besitzer des Hofes „Vestmark“ in Jelstrup südöstlich des Limfjords im nördlichen Jütland. Jens hatte fünf Geschwister: Frode (1892–1984), Karl (1895–1979), Valdemar (1897–1986), Marie (1900–1992) und Dagny (1909–1990). Alle Geschwister ergriffen später einen künstlerischen Beruf.

Am 30. Dezember 1912 heiratete er 21-jährig in Løgstør die 8 Jahre ältere Anna OlesenAnna Olesen, im Biografisk Leksikon/lex.dk Anne Olesen, war die Tochter des Wagen- und Achsenfabrikanten Hans Olesen (1853–1898) und seiner Ehefrau Karen (1858–1939) aus Rårup. Sie hatte eine Zwillingsschwester, Eva. Beide wurden am 25. Mai 1885 in der Kirche von Rårup getauft (* 23. Dezember 1884 in Rårup (Hedensted Kommune) im südöstlichen Jütland, † 17. Februar 1980 in Espergærde nahe Helsingør). Das Paar heiratete nicht kirchlich, da er einer Freikirche angehörte, sondern nur standesamtlich und zwar im Gerichtsvollzieherbüro von Løgstør Købstad (Provinzstadt Løgstør) und vom Aars und Slet Herred (Kreis Aars und Slet). Mit seiner Frau lebte er möglicherweise nur sehr kurz zusammen und hatte mit ihr auch keine Kinder. Sonst ist über die Ehe nichts bekannt. Seine vielen Reisen über 20 Jahre ab Ende der 1940er Jahre unternahm er offensichtlich nicht mit ihr, sondern mit seiner Malerkollegin Olivia Holm-Møller. Der letzte Wohnsitz seiner Frau war ab 1971 der gleiche wie seiner in der Nørregade 1 in Holstebro, im Künstlerhaus, das direkt mit dem heutigen Holstebro-Kunstmuseum und der Nørrelandskirche verbunden ist. Dort lebte sie bis 1978, dem Sterbejahr ihres Mannes. Ihre letzten Lebensjahre verbrachte sie im Pflegeheim Strandhøj, Egebæksvang Gemeinde, in Espergærde (Helsingør Kommune), wo sie 95-jährig knapp zwei Jahre nach ihrem Mann auch gestorben ist. Ihre Urne wurde auf dem Friedhof von Egebæksvang beigesetzt.Kirchenbuch der Gemeinde Egebæksvang, Folio 185, 1980, Nr. 3. Jens Nielsen. Auf: Kulturarv (Kulturerbe – Dänische Agentur für Kultur und Paläste).

Bildung und Ausbildung Jens Nielsen ist in einer grundtvigschen freien Gemeinde aufgewachsen. Von seiner Mutter ist die erzieherische Haltung überliefert, dass ihre Kinder „zu dem werden [sollten], wofür Gott sie geschaffen hat“, nämlich zu gläubigen Menschen, deren Kraft, Ideen und Fantasien von innen herauskommen [sollten] und nicht durch ein von außen gestecktes höheres Ziel. Er durfte nicht in eine öffentliche Schule gehen, weil er davon verschont werden sollte, Gottes Wort als gewöhnlichen Unterrichtsstoff zu empfangen.Jens Nielsen. In: Biografisk-Leksikon (dänisch). Also verbrachte Jens, wie seine Geschwister auch, seine Schulzeit im Elternhaus bei einem Hauslehrer und mit Unterricht durch die Eltern. In Dänemark gibt es keine Schulpflicht, wohl aber eine Unterrichtspflicht. Der Unterricht war lebenspraktisch orientiert und bestand im Wesentlichen in der Weitergabe des elterlichen Wissens und folgte den Maximen des Schulreformers Christen Kold und den Ideen von Schule, die der Kirchenreformer Grundtvig entwickelt hatte. In seinem Elternhaus wurde aber auch gelesen, diskutiert und der Ehrgeiz der Kinder geweckt. Sie wurden ermutigt, ihren eigenen Weg zu wählen, der für alle weg von der Landwirtschaft und hin zu Literatur und Kunst führte. Hanne Abildgaard: Kirsten Kjær: Menneskemaler, S. 14 (dänisch) Religion hatte einen festen Platz im Unterricht. Nach der Schulzeit besuchte Jens Nielsen die Heimvolkshochschulen von Krabbesholm in Skive und Askov in Vejen mit dem Ziel, Lehrer zu werden. Eine vollständige pädagogische Ausbildung hatte er nicht. Nach der in seiner Schul- und Hochschulzeit erworbenen Haltung zum Lernen, das keine formalen Abschlüsse vorsah, sondern bei der nur die erworbene Praxis zählte, brauchte er keine Examen für einen zukünftigen Beruf.

Pädagoge als Beruf Dieser Einstellung folgte Nielsen auch, als er nach den Hochschulaufenthalten Pädagoge und später Leiter einer Freien Schule wurde. Zuvor war er Lehrer an den Heimvolkshochschulen von Ågård (heute: Ågård Efterskole) in der Egtved Kommune und an der Pallieshave Freischule in Ringe auf Fünen (heute Nordskovens Friskole), deren Leitung er von 1911 bis 1913 innehatte. Dann gründete er 1915 eine eigene Frei- und Nachschule (dän. Fri- og Efterskole „Freie Grundschulen“ oder „Private Grundschulen“ sind Schulen, die nach dem dänischen Gesetz bezüglich Freier Schulen von 1855 errichtet worden sind. Der Begriff umfasst die traditionellen Freischulen nach Grundtvig und Christen Kold, die größeren Privatschulen in den Städten, die wie Realschulen aufgestellt sind, die Kleinstschulen, christlichen Freischulen, katholische und muslimische Schulen, die Schulen der deutschen Minderheit, Rudolf-Steiner-Schulen, Freinet-Schulen und weitere. Freie Grundschulen unterrichten die Schüler in den gleichen Altersstufen und nach den gleichen Lehrplänen wie Volksschulen, sind aber selbständige Institutionen mit einer eigenen Leitung. – Die „Efterskole“ (Nachschule) ist eine dänische Schulform für 14–18-jährige Schüler, die die Mindestschulzeit absolviert haben. Es ist kennzeichnend für diese Schulform, dass die Schüler an allen Unterrichtstagen in der Schule wohnen und dass sie auch an den Wochenenden in der Schule bleiben können. Es sind Schulen in freier Trägerschaft.) in Nørre Søby südlich von Odense. Die gab er in der Mitte der 1920er Jahre nach vielen Schwierigkeiten mit der Gemeinde auf. Von 1927 bis 1931 war er Leiter der auch von ihm gegründeten Freien Schule Brejdablik Skole (Brejdablik-Schule) Brejdablik bedeutet "der weithin Leuchtende" und ist die Heimat des Gottes Balder in der nordischen Mythologie. in Vejen. Das war eine Schule, die sehr frei und unorthodox geführt wurde und die sich ihre vielen Probleme selber schuf.Peter Kühn-Nielsen: Jens Nielsen in: Den Store Danske (dänisch). So gab es keinen Stundenplan und der Unterricht erfolgte auf der Grundlage des Wissens der Schüler, ihren Lerninteressen und ihrem Drang nach Lebenserfahrung. Nur wenn die Kinder den Lehrer brauchten, wurde er aktiv. Seit er begonnen hatte zu malen, nahm ihn die Malerei zunehmend stärker in Anspruch. Er vernachlässigte sein Engagement in der Schule und die Schüler verließen die Schule nach und nach. Heute befindet sich in der Brejdablik-Schule das Børnehjemmet Brejdablik, ein Kinderheim für 25 Kinder. Brejdablik In: Askovvej 31 "Brejdablik" (dänisch). Erst nachdem er eine über zwanzigjährige Praxis als Lehrer hatte, betrieb er ab 1932 kurzzeitig pädagogische Studien in Prag und Dresden. Doch er entschloss sich dann, nicht mehr als Lehrer zu arbeiten. Stattdessen konzentrierte er sich auf der Malerei. Als Maler war er Autodidakt.

Maler aus Berufung Als Nielsen seine pädagogische Karriere 1932 im Alter von knapp 40 Jahren aufgab, warf er sich umgehend und aus vollem Herzen auf die Malerei, die ihn schon seit langem innerlich gedrängt hatte. Er war mit derselben Bedingungslosigkeit Künstler, wie er in der Schule gewirkt hatte, obwohl er lange unter beschwerlichen und äußerst problematischen materiellen Verhältnissen arbeiten musste. Seine Familie war über sein Verhalten sehr beunruhigt und bat 1932 die Malerin Olivia Holm-Møller zu kommen und ihm seinen Drang nach einer künstlerischen Karriere auszureden. Aber der Versuch schlug in sein Gegenteil um. Sein künstlerisches Wirken begann mit Keramik- und Holzschnitzarbeiten. Er wechselte aber sehr schnell zur Malerei und vertiefte sich in sie. Er hatte keine fachliche Ausbildung und blieb zeitlebens Autodidakt.

Nachdem Jens Nielsen sich endgültig der Malerei verschrieben hatte, verließ er Vejen und suchte sich eine Bleibe in der Umgebung von Vejle. Dort liegt auf der Südseite des Vejle Fjords der Munkebjerg-Wald und auf dessen höchster Erhebung befindet sich seit 1880 das Munkebjerg-Hotel. Das Das Munkebjerg-Hotel war ein erfolgreiches Hotel und Gasthaus am Meer, Es war bei Künstlern sehr beliebt, die hierher zum Malen kamen. Hier entwickelte sich so etwas wie eine kleine Künstlerkolonie Unter anderem lebte und arbeitete hier auch der in Dänemark sehr bekannte Kunstmaler Godfred Christensen,Polycarpus Godfred Berry Wildenradt Christensen (1845– 1928 ) war ein dänischer Maler mit dem Spezialgebiet Landschaftsmalerei. einer der Nachbarn von Jens Nielsen. 1936 war ein wichtiges Jahr in Nielsens Leben. Es war das Jahr, in dem er begann, in und um Munkebjerg zu leben, und es war das Jahr, in dem seine Kunst in Farben und einem heftigen Expressionismus mit stark verzerrten Figuren explodierte. Vigand Rasmussen nennt Jens Nielsen sogar „den letzten echten Munkebjerg-Maler“.

Der Kulturhistoriker und Schriftsteller Niels Th. Mortensen hat Jens Nielsen Mitte der 1950er Jahre an einem Tag außerhalb der Saison in Munkebjerg besucht. Er stellte zuerst einmal fest, dass es keine Möglichkeit gab, eine Tasse Kaffee zu trinken, denn in den Zimmern des Hotels und vor allem auf der langen Glasveranda wohnte der Maler Jens Nielsen. "Drinnen, hinter den großen Glasscheiben, malte ein rotbärtiger Mann auf einigen riesigen Leinwänden. Du wolltest deine Augen öffnen und deine Nase flach gegen die Scheibe drücken, denn solche Bilder hattest du noch nie gesehen: Sie waren flammend rot, schwefelgelb, himmelblau, frühlingsgrün und nachtschwarz; sie zeigten biblische Motive.[...] Der Künstler benutzte keine Staffelei. Die Bilder waren zu groß, oft mehrere Meter auf jeder Seite, und Nielsen "trug die Farbe in dicken Schichten auf." Niels Th. Mortensen: Maleren Jens Nielsen (Der Maler Jens Nielsen). In: Kirkens Verden (Die Welt der Kirche), 9 årg (9. Jahrgang), Nr. 4. Kristeligt Dagblads Forlag, 1967 (dänisch). Die großen Gemälde unterzubringen und zu lagern war ein immenses Problem für Jens Nielsen. 1957, als die Holz-Großhandelsfirma A/S Trælasten in Vejle in neue Räumlichkeiten umgezogen war, fragte Nielsen deren Direktor Schachner – sie waren Nachbarn auf Saltbæk – ob er einige große Gemälde in seinen Lagerräumen unterbringen könnte, die zuvor in Vejen gelagert worden waren. Schachner sagte ja, und die Gemälde wurden im "Nagelhaus" der Firma aufgehängt, worauf die Versicherungspolice der Firma ergänzt werden musste: "Gemälde: 50.000 dkr".