Miguel Alfonso Torres Morales (* in Arequipa, Peru) ist ein peruanisch-deutscher Autor und Lehrer.

Leben Nach seinem Lehramtsstudium und seiner anschließenden Promotion in Philosophie (Bonn, 2001) unterrichtete Torres Morales Deutsch an seiner alten Schule in Lima. Seine Lernjahre vollendete er mit der Lehrerausbildung am Studienseminar II in Hannover. Seit 2003 arbeitet er in Niedersachsen als Lehrer. In seiner Dissertation Systemtheorie, Diskurstheorie und das Recht der Transzendentalphilosophie versucht er, die Systeme Luhmanns und Habermas zu dekonstruieren.

2022 veröffentlichte er seine erste Sammlung von Chronotopen La maravilla de la vida (Wunder des Lebens) bei Königshausen & Neumann. Das Werk erfreut sich großer Beliebtheit. Es folgten der einsprachige Sammelband Historia del Olvido (Geschichte des Vergessens), das dem Orpheus gewidmete Fuga de amor (Liebesfuge), das in Alexandrinern verfasste El Libro de Mal de Amor (Das Buch des Liebeskummers), seine christlich-platonische Seelenlehre Arte de Renacer (Kunst der Wiedergeburt), das uneingeschränkt pazifistische Tratado contra la guerra (Traktat gegen den Krieg) und die kryptischen Sonette Arte infinitivo de Olvidar, die verschiedene Motive aufgreifen. Die meisten Werke liegen absichtlich in einer zweisprachigen Ausgabe vor, um seine Rolle als Vermittler zwischen zwei Sprachwelten hervorzuheben.

Als Erzähler in deutscher Sprache hat er den Roman Nichts als Passion veröffentlicht, in dem die Figur der Dreiecksgeschichte als narzisstische bzw. intellektuelle Illusion entlarvt wird. Mittlerweile ist seine Lyrik Gegenstand zahlreicher Untersuchungen geworden. Aufsehen erregte der aus spanischen Hexametern bestehende Gedichtband Tu sombra y la lira, ein verkappter Dialog mit Celans Todesfuge und mit Hölderlins Werk. Sein neuplatonisch angehauchtes Werk gleiche einem "geheimen Garten der ewigen Kontemplation." Seine Leyendas Peruanas, laut Antonio Graña Ojeda eine neue Semantik des Exils mit neobarocken Mitteln, bestechen durch die Schaffung einer Topografie der Sehnsucht. Seine Auseinandersetzung mit Rilkes Werk wird nicht nur durch die Wahl seiner Motive, sondern auch durch die Übersetzung der Duineser Elegien und der Sonette an Orpheus ins Spanische belegt. Así habló Arquipoeta gehört wohl zu seinen komplexesten Werken. Im polyphonischen Diskurs könnte man eine satirische Betrachtung des Kolonialismus erkennen, aber auch eine apokryphe Metafiktion sowie den Versuch, eine kopernikanische Wende in der christlichen Theologie zu vollziehen. Sein Gesamtwerk wird als Aktualisierung der poetischen Genealogie Perus gedeutet. Dabei wird das Gedicht Fusilamiento de Mariano Melgar als programmatisches Werk hervorgehoben.

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Miguel Alfonso Torres Morales Briefgedicht „Fuga de amor – Liebesfuge“ versetzt seine Leserschaft ins Staunen auf literaturkritik.de

Einzelnachweise

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