mini|Sog. Haus mit Strebepfeilern in Pondaurat Ein Strebepfeiler (früher auch WiderhalterHeinrich Otte: Archäologisches Wörterbuch zur Erklärung der in den Schriften über mittelalterliche Kunst vorkommenden Kunstausdrücke. Weigel, Leipzig 1857, S. 138.) ist als Architekturelement eine pfeilerartige Mauerverdickung an denjenigen Stellen eines Gebäudes, die hohen baustatischen Druck- und Schubkräften – beispielsweise durch Gewölbe – ausgesetzt sind. Strebepfeiler sind nach außen vorspringend schräg gegen eine Mauer gestellt oder durch Abdachungen abgetreppt oder auch nach innen in das Gebäude eingezogen.Hans Koepf, Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar (= Kröners Taschenausgabe. Bd. 194). 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005 (Digitalisat), S. 451: Strebepfeiler; S. 151: eingezogener Strebepfeiler.
Bei einer Basilika kann der Strebepfeiler die Umfassungsmauer der Seitenschiffe überragen und zusammen mit einem Strebebogen als Strebewerk wirken, das den Gewölbeschub am Obergaden aufnimmt.
Werden im Festungsbau die Strebepfeiler regelmäßig angebracht, kann auf sie auch der Wehrgang aufgelegt werden.Horst Wolfgang Böhme, Reinhard Friedrich, Barbara Schock-Werner, Europäisches Burgeninstitut (Hrsg.): Wörterbuch der Burgen, Schlösser und Festungen. arthistoricum.net-ART-Books, Heidelberg 2020 (Online ohne Seitenzählung), Lemma: Strebepfeiler. Strebepfeiler können auch zur Verstärkung anderer Mauern, etwa von Einfriedungsmauern, Hangmauern, Ufermauern und Staumauern dienen.
Bilder
Literatur
Otto Lueger: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 8. Stuttgart / Leipzig 1910, S. 365–366: Strebepfeiler. (Abschrift)
Einzelnachweise
Kategorie:Stütze (Bauteil) Kategorie:Bauteil (Gewölbe) Kategorie:Architektur der Gotik