Archangelskoje (, , ) ist ein verlassener Ort im Rajon Krasnosnamensk der russischen Oblast Kaliningrad.

Die Ortsstelle befindet sich an dem Bach Polewoi (dt. Renneckebach), einem Nebenfluss der Inster, drei Kilometer nordwestlich der Siedlung Prawdino (Grumbkowkeiten/Grumbkowsfelde).

Geschichte mini|Die Gemeinde Kurschen auf einem Messtischblatt von 1938 Kurschen wurde erstmals 1633 als Dorf genannt. Um 1780 wurde der Ort als königliches Bauerndorf bezeichnet.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Littthauischen Cammer-Departement, S. 80. 1874 wurde die Landgemeinde Kurschen dem neu gebildeten Amtsbezirk Grumbkowkeiten im Kreis Pillkallen zugeordnet.Rolf Jehke, Amtsbezirk Grumbkowsfelde

In Folge des Zweiten Weltkrieges kam der Ort 1945 mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. Im Jahr 1947 erhielt er die russische Bezeichnung Archangelskoje und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Prawdinski selski Sowet im Rajon Krasnosnamensk zugeordnet. Archangelskoje wurde vor 1988 aus dem Ortsregister gestrichen.In der Административно-территориальное деление Калининградской области 1989 (Die administrativ-territoriale Einteilung der Oblast Kaliningrad 1989 (mit Stand von 1988), herausgegeben vom Sowjet der Oblast Kaliningrad) auf soldat.ru (rar-Datei) taucht der Ort nicht mehr auf.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 149 1871 119 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 123 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 121 1910 105 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 133 1939 106 1984Sowjetische Topographische Karte 100k--n34-046 ~ 10

Schule Die Schule in Kurschen wurde 1847 eingerichtet. Zum Schulbezirk gehörten auch die Landgemeinde Kallnischkehnen und das Gut Kurschehlen. Nach der Aufsiedelung von Kurschehlen wurde 1927 eine zweite Lehrkraft eingestellt.

Lehrkräfte Name Zeitraum Bemerkungen Carl Ferdinand Marold 1847–1866 Lenkeit 1866–1872 Ludwig Ribbat 1873–1894 Ernst Wittkowsky 1894–1926 War von 1915 bis 1918 in russischer Gefangenschaft. In dieser Zeit halfen Lehrer von benachbarten Schulen aus. Erich Gottschewski 1927–1929 Seit 1927 gab es eine zweite Lehrkraft, bis 1930: Franz Gorlo Emil Feyerherd 1930–1936 Zweite Lehrkräfte: 1930–1932: Rainer, 1932–1936: Pahlke Kurt Mertins 1936–1939 Wurde 1939 zur Wehrmacht eingezogen, im Krieg verwundet, später Rektor an einer Volksschule in Memel. Zweite Lehrkraft: Hohmann Liselotte Lackner 1.10.1939–1.8.1940 Besitzerfrau als Laienlehrkraft Annemarie Mertins 1.9.1940–1.10.1942 Lehrerfrau Frl. Langenscheid Okt. 1942–Feb. 1943 vom Reichsarbeitsdienst Gertraude Kahn 7.4.1943–16.7.1944 Lehramtsanwärterin

Kirche Kurschen gehörte zum evangelischen Kirchspiel Pillkallen.

Weblinks Kurschen auf wiki.genealogy.net Schul- und Gemeinde-Chronik der Schule zu Kurschen (überbracht von Gertraude Kahn) [PDF, 535 KB] Auszüge aus Prästationstabellen und Mühlenkonsignationen (zusammengestellt von Erwin Speer) [PDF]

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung im Rajon Krasnosnamensk