miniatur|Hauszeichen des Brauhauses Zum goldenen Apfel, 2007 Das Hauszeichen des Brauhauses Zum goldenen Apfel ist ein denkmalgeschütztes Hauszeichen in Magdeburg in Sachsen-Anhalt.
Lage Es befindet sich in der Magdeburger Altstadt an der Fassade eines ehemaligen Bankgebäudes auf der Westseite des nördlichen Teils der Straße Bei der Hauptwache. Einige Meter östlich des Hauszeichens befindet sich der Eisenbarthbrunnen.
Gestaltung und Geschichte des Hauszeichens mini|Hauszeichen, Aufnahme wohl aus den 1930er Jahren Das Hauszeichen gehörte zum ursprünglich an dieser Stelle in der Apfelstraße 9 befindlichen Brauhaus Zum Güldenen Apfel, das als Wohnsitz des Arztes Johann Andreas Eisenbarth Bekanntheit erlangte. Es zeigt einen Apfel samt zwei Blättern und einem Stück Ast. An den Blättern befinden sich noch grüne Farbreste von einer ehemaligen Farbgebung her. Oberhalb befindet sich die Inschrift: Zum Gülden Apfel, darunter die schlechter lesbare Jahreszahl 1671.Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Band 14, Landeshauptstadt Magdeburg, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2009, ISBN 978-3-86568-531-5, Seite 550 Die Jahreszahl verweist auf den Neubau des Hauses im Jahr 1671. Der Stein wurde später erneuert.Günter Hammerschmidt, Häuser mit Hauszeichen in der ehemaligen Altstadt von Magdeburg, Magdeburg 2004, Seite 47
Im Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt ist das Hauszeichen unter der Erfassungsnummer 094 71138 als Kleindenkmal verzeichnet.Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des Mitglied des Landtages Olaf Meister (Bündnis 90/Die Grünen) vom 24. Februar 2026 Drucksache 8/6626 (KA 8/3520) Entwicklung des Denkmalbestandes, Seite 223 Bis 2025 Bestand eine Eintragung als Baudenkmal.Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des Mitglied des Landtages Olaf Meister (Bündnis 90/Die Grünen) vom 24. Februar 2026 Drucksache 8/6626 (KA 8/3520) Entwicklung des Denkmalbestandes, Seite 11
Geschichte des Brauhauses Zum goldenen Apfel In der Zeit von 1631 bis 1651 gehörte das Grundstück Heinrich Mittendorf, 1652 dann seiner Witwe. Im Jahr 1671 errichtete der Brauer Barthold Meinecke das wohl noch in Folge der Zerstörung Magdeburgs im Jahr 1631 zerstörte Haus neu. In diesem Zusammenhang entstand der noch heute in erneuerter Fassung vorhandene Hausstein sowie ein Wappenstein Meineckes und seiner Ehefrau. Noch Anfang der 1930er Jahre befanden sich beide Steine am Gebäude.Ernst Neubauer, Häuserbuch der Stadt Magdeburg 1631–1720, Teil 1, Herausgeber: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt, Magdeburg 1931, Seite 3
Meinecke wurde zuletzt 1677 erwähnt, seine Witwe 1684. Arnd Köpke veräußerte das Anwesen 1687 für 1400 Taler an die Witwe des Kriegskommissars Johann Friedrich Hoffmeister. 1703 verkauften Hoffmeisters Erben das Haus für 3100 Taler an den bekannten Chirurgen Johann Andreas Eisenbarth, der hier auch eine Produktionsstätte für Arzneimittel einrichtete. Er blieb bis zu seinem Tod 1727 Eigentümer. Seine Erben verkauften 1728 das Gebäude an den Ackermann Christian Wedemeyer für 3000 Taler.Ernst Neubauer, Häuserbuch der Stadt Magdeburg 1631–1720, Teil 1, Herausgeber: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt, Magdeburg 1931, Seite 3
In der Zeit um 1823 gehörte das Anwesen einer Witwe Franke. Im Jahr 1895 wurde das alte Eisenbarthaus abgerissen und ein Neubau errichtet.Maren Ballerstedt: Von der „scharfen Ecke“ zum Neuen Rathaus in Das Alte und das Neue Rathaus zu Magdeburg im Wandel der Zeit, Stadtarchiv Magdeburg 2006, ISBN 978-3-9808534-2-2, Seite 96 1915 befand sich auf dem Grundstück die Gastwirtschaft Richardts Festsäle. Die Stadt Magdeburg, die unmittelbar südlich von 1905 bis 1907 das Neue Rathaus errichtet hatte, vereinbarte 1915 mit dem Schankwirt Friedrich Müller als Eigentümer den Ankauf des Hauses, da perspektivisch eine Erweiterung des Rathauses vorgesehen war. Im Oktober 1919 erfolgte der tatsächliche Eigentumsübergang. 1920 wurde der Betrieb der Gastwirtschaft eingestellt, um Büroräume zu schaffen. Aufgrund finanzieller Probleme konnte die Erweiterung jedoch zunächst nicht umgesetzt werden. Ende 1924 wurde daher der Gaststätten- und Saalbetrieb, nun unter dem Namen Altstädter Bürgersäle wieder aufgenommen. Das Haus blieb jedoch im Eigentum der Stadt. Im Gebäude befand sich auch die Krankenkasse der Stadt. Ende 1936 wurde das Haus dann abgerissen.Maren Ballerstedt: Von der „scharfen Ecke“ zum Neuen Rathaus in Das Alte und das Neue Rathaus zu Magdeburg im Wandel der Zeit, Stadtarchiv Magdeburg 2006, ISBN 978-3-9808534-2-2, Seite 93 f. Beim Abriss des Hauses wurde eine alte Tafel mit der Inschrift Hier wohnte Doktor Eisenbart von 1703 bis 1727 gefunden.
Bis 1938 entstand die nördliche Erweiterung des Neuen Rathauses, das zu diesem Zeitpunkt von der Sparkasse genutzt wurde. Die Erweiterung diente der Mitteldeutschen Landesbank. Eingeweiht wurde der Neubau am 9. Juni 1939.Maren Ballerstedt: Von der „scharfen Ecke“ zum Neuen Rathaus in Das Alte und das Neue Rathaus zu Magdeburg im Wandel der Zeit, Stadtarchiv Magdeburg 2006, ISBN 978-3-9808534-2-2, Seite 94Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Band 14, Landeshauptstadt Magdeburg, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2009, ISBN 978-3-86568-531-5, Seite 117
Es besteht eine von Werner Priegnitz angefertigte Rekonstruktionszeichnung des Brauhauses, die auf historischen Bauakten beruht. Sie zeigt ein zweigeschossiges Gebäude mit Fachwerkobergeschoss und hohem Satteldach. In der linken Gebäudehälfte befindet sich eine breite Durchfahrt. Links der Durchfahrt sind der Haus- und der Wappenstein eingezeichnet.Günter Hammerschmidt, Häuser mit Hauszeichen in der ehemaligen Altstadt von Magdeburg, Magdeburg 2004, Seite 47
Literatur Günter Hammerschmidt, Häuser mit Hauszeichen in der ehemaligen Altstadt von Magdeburg, Magdeburg 2004, Seite 47. Ernst Neubauer, Häuserbuch der Stadt Magdeburg 1631–1720, Teil 1, Herausgeber: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt, Magdeburg 1931, Seite 3. Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Band 14, Landeshauptstadt Magdeburg, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2009, ISBN 978-3-86568-531-5, Seite 550.
Einzelnachweise
Kategorie:Kulturdenkmal in Magdeburg Kategorie:Kleindenkmal in Sachsen-Anhalt Kategorie:Erbaut in den 1670er Jahren Kategorie:Steinskulptur Kategorie:Relief in Deutschland Kategorie:Skulptur (Magdeburg) Kategorie:Apfel als Thema Kategorie:Botanisches Ornament