Das Amt Vöhrenbach war in napoleonischer Zeit eine Verwaltungseinheit im Südosten des Großherzogtums Baden. Es bestand von 1807 bis 1811.

Geschichte Historischer Hintergrund mini|Vöhrenbach 1792 Im hohen Mittelalter hatten die Grafen von Urach-Freiburg am Ufer der Breg im südöstlichen Schwarzwald auf dem Gebiet eines bestehenden Hofguts die Stadt Vöhrenbach errichtet. Nach deren Aussterben kam sie auf dem Erbwege an das Haus Fürstenberg und wurde Mittelpunkt eines Amtes, dem noch elf weitere Dörfer zugeordnet wurden. Später wurde es aufgelöst und dem Obervogteiamt Neustadt eingegliedert, 1802 aber, in verkleinertem Umfang, erneut eigenständig.Franz Ludwig Baumann: Die Territorien des Seekreises. Badische Neujahrsblätter, Viertes Blatt, 1894, S. 38.

In badischer Zeit Mit der Rheinbundakte von 1806 wurde das Haus Fürstenberg mediatisiert, ihr Fürstentum Fürstenberg zum größten Teil der badischen Landeshoheit unterstellt. Dessen Regierung errichtete daher im Sommer 1807 das standesherrschaftliche Amt Vöhrenbach, das sich, neben dem Hauptort, aus den Ortschaften Lengelsbach, Schönenbuchtal, Leinachertal, Urachertal, Fallenbachertal, Schollachtal, Schwärzenbach, Langohrmatt sowie den Burgen Alt- und Neufürstenberg zusammensetzte. Im Rahmen der Verwaltungsstruktur des Landes wurde es der Provinz des Oberrheins, auch Badische Landgrafschaft genannt, zugeordnet.General-Ausschreiben über die Eintheilung des Großherzogthums Baden in Bezirke, veröffentlicht am 7. Juli 1807 im Regierungsblatt des Großherzogtums Baden, Jahrgang V, Heft 23, S. 97.

Im Dezember 1807 wurde das Amt Vöhrenbach dem landesherrschaftlichen Obervogteiamt Villingen unterstellt.Landesherrliche Verordnung. Weitere Organisation der executiven LandesBehörden. Veröffentlicht am 22. Dezember 1807 im Regierungsblatt des Großherzogtums Baden, Jahrgang V, Heft 44, S. 282. In Umsetzung des Novemberedikts von 1809 wurde diese Konstellation Anfang 1810 aufgehoben, das Amt unterstand nun dem neu errichteten Donaukreis.Beilage A zum Organisationsrescript vom 26. November 1809, veröffentlicht im Großherzoglich-Badischen Regierungsblatt am 9. Dezember 1809, S. 404.

Im Juni 1811 wurde das Amt Vöhrenbach aufgelöst und dem Amt Neustadt eingegliedert.Entsprechende Bekanntmachung vom 20. Juni 1811, veröffentlicht am 26. Juni 1811 im Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-, Donau-, Wiesen- und Dreisam-Kreis, Heft 51, S. 451.

Weitere Entwicklung Nachdem die Aufhebung der Patrimonialgerichtsbarkeit 1813 eine einheitliche Zuständigkeit der Ämter ermöglicht hatte, entstand aus dem Amt Neustadt das Bezirksamt Neustadt. 1850 wurde Vöhrenbach mit drei weiteren Gemeinden zünächst zum Bezirksamt Villingen, 1924 zum Bezirksamt Donaueschingen umgesetzt. Aus diesem ging 1939 der Landkreis Donaueschingen hervor. Im Zuge der Kreisreform Anfang 1973 kamen Vöhrenbach und Umgebung zum Schwarzwald-Baar-Kreis.

Literatur Historischer Atlas von Baden-Württemberg, online verfügbar bei LEO-BW: Blatt VI.13: Herrschaftsgebiete und Ämtergliederung in Südwestdeutschland 1790, Beiwort von Michael Klein. Blatt VII.1: Baden in napoleonischer Zeit, Erläuterungsblatt verfasst von Meinrad Schaab und Hans Haller.

Einzelnachweise

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