mini|Kirche und Gemeindezentrum St. Monika, Ingolstadt St. Monika war ein römisch-katholisches Gemeindezentrum mit Filialkirche in der Pfarrei St. Augustin, welche zum Dekanat Ingolstadt im Bistum Eichstätt gehört. Die Kirche war namensgebend für das Ingolstädter Monikaviertel und wurde am 14. Januar 2024 profaniert und im ersten Halbjahr 2025 abgerissen.

Architektur mini|Kirche St. Monika mini|Innenansicht Architekt des Kirchenzentrums für das neue Monikaviertel war der Münchner Erhard Fischer. Das Zentrum umfasste eine Kirche mit freistehenden Glockenturm, einen Kindergarten, ein Pfarrheim und ein Pfarrhaus. Der Kirchenraum war quadratisch mit einer halbrunden Apsis. Sie bot Platz für 100 Gottesdienstteilnehmer. Die Anlage war von Ziegelstein und Holz, sowohl von Außen als auch von Innen geprägt. Die Münchner Bauingenieure Sailer Stepan planten das Tragwerk.

Blasius Gerg entwarf das liturgische Gerät und Wilhelm Reissmüller das Vortragekreuz. Das 1988 fertiggestellte Bauwerk wurde im selben Jahr von Sigrid Neubert fotografisch dokumentiert.Werk, Bauen + Wohnen 12/1988

Geschichte Am 29. Juni 1985 wurde von Domkapitular Alois Brandl der Grundstein gelegt und am 18. Oktober 1986 durch Diözesanbischof Karl Braun die Weihe statt.

Am 29. April 2010 zelebrierte Ottmar Breitenhuber hier den Gottesdienst im ZDF.

Um die Sanierung von St. Augustin zu finanzieren, wurde St. Monika am 14. Januar 2024 profaniert. Das Grundstück wurde durch Erbbaurecht an die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Ingolstadt gegeben. Von Januar bis Mai 2025 liefen die Abrissarbeiten des Kirchenzentrums; auf dem Grundstück sollen bis 2029 etwa 70 Wohnungen entstehen.

Das Inventar wurde an unterschiedliche Einrichtungen abgegeben, beispielsweise kamen die Glocken nach Tschechien.

Orgel mini|hochkant|Orgel Die Orgel mit 19 Registern auf zwei Manualen und Pedal wurde 1957 von Ludwig Plößl aus Großmehring als rein mechanisches Schleifladenwerk ursprünglich für die Kirche St. Maria de Victoria gebaut. Dort stand es in dem historischen Gehäuse. Vor Einbau einer Nachfolgeorgel dort wurde das Werk 1986 von WRK Orgelbau hierher transferiert und mit einem neuen Prospekt versehen. Das Instrument wurde am 18. Oktober 1986 von Bischof Karl Braun gesegnet.Die Orgel von St. Monika auf der Website der Pfarrei St. Augustin, Ingolstadt, abgerufen am 22. Juli 2025. Nach der Schließung wurde die Orgel an eine Gemeinde in Nordpolen abgegeben.

I Schwellwerk Gedackt 8′ Prinzipal 4′ Salicet 4′ Sifflöte 2′ Terz ′ Quinte ′ Cymbel III ′ II Hauptwerk Prinzipal 8′ Rohrflöte 8′ Oktave 4′ Spitzflöte 4′ Nasat ′ Oktave 2′ Mixtur IV ′ Pedal Subbaß 16′ Holzprinzipal 8′ Zink ′ Rohrpommer 4′ Hintersätzlein III 2′

Koppeln: II/I, I/P, II/P

Glocken +SchlagtonGlockengießerGussjahrd2Karlsruher Glocken- und Kunstgießerei 1986f2

Zitate

Siegfried Hofmann: „Der Raum wird moduliert, man fühlt sich an basilikale Abstufungen erinnert, dennoch bleibt er als Einheitsraum mit seinen Ziegelwänden bis in die Details präsent, ablesbar. Spätestens angesichts dieses Zusammenklangs zweier architektonischer Leitbilder – des quadratischen Zentralraums aus sichtbaren Ziegelwerk und einer hängenden Konstruktion aus Holz – wird einem bewusst, dass diese kleine Kirche ein Kabinettstück zeitgenössischer Architektur darstellt.“Gerd Treffer (Hrsg.) in: Ingolstädter Kirchen. 2006, S. 162–163.

Literatur Gerd Treffer (Hrsg.): In Ingolstädter Kirchen. 2006, S. 162–163. Werk Material in Werk, Bauen + Wohnen 12/1988 Detail 6/1987

Weblinks

Einzelnachweise

Monika Kategorie:Monika-von-Tagaste-Kirche Kategorie:Filialkirche des Bistums Eichstätt Kategorie:Profaniertes Kirchengebäude in Bayern Kategorie:Erbaut in den 1980er Jahren Kategorie:Geläut Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Disposition einer Orgel