Alexis Posse (* 10. März 1898 in RigaDeutsches Bühnen-Jahrbuch. Theatergeschichtliches Jahr- und Adressbuch, Band 50, 1939, S. 110.; † 19. Januar 1938 in BerlinLandesarchiv Berlin, Standesamt Berlin XIIa, Sterbeurkunde Nr. 115 vom 20. Januar 1938.) war ein deutscher Theaterschauspieler und Regisseur sowie nationalsozialistischer Kulturpolitiker.

Leben und Wirken Alexis Posse war seit 1921 Schauspieler am Staatsschauspiel Dresden und trat gelegentlich auch als Regisseur in Erscheinung. Er trat zum 1. Januar 1931 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 405.602)Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/33001090 und war im Dezember 1930 Mitbegründer der ersten Theaterfachgruppe dieser Partei in Sachsen. Im NSDAP-Gau Sachsen erfolgte seine Ernennung zum Gaukunstwart. Als solcher ging er verstärkt ab 1933 gegen liberal denkende und jüdische Künstler in Dresden und Sachsen vor.Erläuterungen zur Aufführung der Oper Aida in Dresden Am 7. März 1933, nachdem die Hakenkreuzflagge auf dem Schauspielhaus in Dresden gehisst worden war, übertrug Posse dem Schauspieler Rudolf Schröder die Disziplinargewalt über das Schauspielhaus.Hakenkreuzfahnen auch auf den Staatstheatern. In: Der Freiheitskampf, Dresdner Stadtausgabe vom 8. März 1933, S. 2. Zuvor war der Generalmusikdirektor Fritz Busch vor Beginn einer Rigoletto-Vorstellung an der Semperoper in Posses Auftrag von SA-Männern vom Dirigentenpult gebrüllt worden und Kapellmeister Kurt Striegler übernahm den Taktstock. Fritz Busch musste sein Amt aufgeben.Matthias Herrmann: »Ein großes Charaktersterben hat eingesetzt«. Zur Entlassung Fritz Buschs durch die Nationalsozialisten im März 1933. In: Die Ausstellung „Entartete Kunst“ und der Beginn der NS-Barbarei in Dresden (= Dresdner Hefte 77). Dresdner Geschichtsverein, Dresden 2004, ISBN 3-910055-70-2, S. 43–51 (Online).

Aus der von Posse mitbegründeten Theatergruppe ging die NSDAP-Ortsgruppe Am Taschenberg in Dresden hervor. Zum Jahresende 1934 verließ Posse das Staatsschauspiel, nachdem er im selben Jahr noch einer der Hauptorganisatoren der ersten Theatertagung in Sachsen gewesen war. In Berlin fand er am Theater der Jugend kurzzeitig eine neue Wirkungsstätte.Deutsches Bühnen-Jahrbuch. Theatergeschichtliches Jahr- und Adressbuch, Band 47 (1936), S. 222.

Posse nahm sich im Alter von 39 Jahren im Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit das Leben, bevor ihm wegen Vergehen wegen „sittlicher Verfehlungen“ der Prozess gemacht werden konnte.Hannes Heer, Jürgen Kesting, Peter Schmidt: verstummte stimmen. Die Vertreibung der „Juden“ und „politisch Untragbaren“ aus den Dresdner Theatern 1933 bis 1945, Berlin 2011, S. 150–151 (Endnote 87).

Literatur Karlheinz Blaschke, Uwe John, Holger Starke: Geschichte der Stadt Dresden, Band 3, Theiss, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-8062-1928-9, S. 404 f., 489.

Weblinks Wie Dresden seine Unschuld verlor

Einzelnachweise

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