mini|Nikolai Alexandrowitsch Morosow, 2013 Nikolai Alexandrowitsch Morosow (auch Nicolaï Morozov; , wiss. Transliteration ; * 6. August 1956 in Samara) ist ein russischer Komponist, Vokal- und Musikpädagoge, der hauptsächlich als Kammer- und Theatermusiker bekannt ist.
Leben Nikolai Morosow stammt aus einer Familie von Ingenieuren. Seit seiner Jugend erhielt er Akkordeonunterricht bei Irine Lunz. Er erlernte Klavier, Gitarre, Flöte und andere Instrumente.Dratsch, Larissa: „Musik entsteht auf der Zungenspitze…“: Interview mit Nikolai Morosow 1982 schloss er die Sysraner Hochschule für Musik als Musiktheoretiker mit Auszeichnung ab. Es folgte ein Kompositionsstudium am Ural-Konservatorium in Jekaterinburg, das er 1987 beendete. Nach dem Abschluss der Assistenz im Jahr 1989 wurde er Dozent für Komposition und Orchestrierung im Ural-Konservatorium und parallel dazu musikalischer Leiter des Staatlichen Puppentheaters in Jekaterinburg.
1993 zog er zusammen mit seiner Ehefrau, der Sopranistin Elena Morosowa, nach Sankt Petersburg, wo er als Musiker und Pädagoge am St. Petersburger Konservatorium und als Leiter der musikalischen Abteilung der Russischen Oleg Gorbatschow-Dramenhochschule tätig war. Von 1998 bis 2013 wirkte er als Musikdirektor des Towstonogow-Dramentheaters und seit 2013 als Musikdirektor des Russischen Litejnyj-Dramentheaters in St. Petersburg.
Morosow wohnt und arbeitet in St. Petersburg. Er leitet Meisterklassen zur Instrumentenkunde, schauspielerischen Vokalkunst, Mehrstimmigkeit im Theater durch. Außerdem nimmt er regelmäßig als Experte an musikalischen Wettbewerben und Veranstaltungen für Musiker und Schauspieler in Russland, Belarus und anderen Ländern Europas teil.
Werk Morosow ist weithin bekannt als Theaterkomponist. Mehr als 80 Theaterstücke mit seiner Musik wurden bisher auf Bühnen in Theatern Russlands, Deutschlands, Litauens, Italiens, Rumäniens, Griechenlands, Spaniens, Japans, Tschechiens, der Ukraine und der Schweiz aufgeführt. In der Kammermusik experimentiert er mit Volksinstrumenten und verwendet Volksmotive als Inszenierungsmittel.Maksimova, Olga: Der Umgang mit Folklore im künstlerischen Schaffen von Nicolaï Morozov (Sposoby obraščenija k fol'kloru v tvorčestve Nikolaja Morozova), in: Materialsammlung der IX. internationalen Konferenz „Probleme der modernen Musik: Komponist und Folklore“. Perm 2016. — S. 106—113. Er spielt auch gern mit dem akustischen Raum der Bühne. In seiner Mono-Oper Toct zum Text von Arkadi Awertschenko bringen sich Musikanten in das Bühnengeschehen ein, so dass die Grenze zwischen dem Orchester und dem Zuschauerraum während der Inszenierung verschmilzt.Zadneprovskaja, Galina: Die Mono-Oper „Toct“ im Kontext des musikalischen Schaffens von Nicolaï Morozov (Monoopera „Tost“ v kontekste tvorčestva Nikolaja Morozova), in: Musik und Zeit – Journal für Musikologie, № 12. Moskau 2019. — S. 50—58. (russisch)
Internationale Aufmerksamkeit erregte er u. a. durch Projekte, die in Kooperation mit Künstlern aus Deutschland, Litauen, den USA und der Schweiz verwirklicht wurden, darunter das Weiße Theater, das mit Unterstützung der Deutschen Botschaft in Russland zu Botschaftszeiten von Ernst-Jörg von Studnitz umgesetzt wurde, die internationalen Performance-Festivals unter Leitung von Sebastian Kaiser und Roman Marcholia,Kaiser, Sebastian: Balaklava Odissey. Media-Art and Performance Festival 1. August 2006 — 8. August 2006. Berlin — Kraków: Laistrygon e.V., 2007. — S. 96f. die russisch-amerikanischen Musical-Projekte in St. Petersburg u. a. In Ergänzung dazu schreibt Morosow Kammermusik für das Schweizer Ensemble von Dimitri Ashkenazy.
Einige Partituren seiner Werke erschienen im Verlag Cédric Bosson & Jean-Paul Greub in der Schweiz.Schweizerische Nationalbibliothek, Bern
Kompositionen (Auswahl) Nostalgic suite. Für A-Klarinette und Gitarre. HG éditions, Bosson & Greub, Bern 2005 Inachèvement. Für Flöte, A-Klarinette und Gitarre. HG éditions, Bosson & Greub, Bern 2006 Aria. Solo instruments en C, B♭, alto ou basse [et] piano. HG éditions, Bosson & Greub, Bern 2006 Le Pessimiste et l’Optimiste. Für zwei Klaviere. HG éditions, Bosson & Greub, Bern 2006 La Tempȇte. Für Flöte, Violoncello und Klavier. HG éditions, Bosson & Greub, Bern 2006 Sonnet [Musique imprimée]. alto & piano. HG éditions, Bosson & Greub, Nyon 2007
Weblinks
Kurzbiografie von Nikolai Morosow beim Verband der Komponisten der Region Swerdlowsk (russisch) Larissa Dratsch: Interview mit Nikolai Morosow vom 6. September 2014 (russisch), archiviert vom Original im Internet Archive Eugenia Pljassunova: Interview mit Nikolai Morosow vom 10. April 2013 (russisch), archiviert vom Original im Internet Archive
Einzelnachweise
Kategorie:Komponist (Russland) Kategorie:Hochschullehrer (Sankt Petersburg) Kategorie:Russe Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Geboren 1956 Kategorie:Mann