The Flowers of Romance ist das dritte Studioalbum der englischen Band Public Image Ltd.

The Flowers of Romance ist das erste Album, das nach dem Abschied des Gründungsbassisten Jah Wobble veröffentlicht wurde, was dazu führte, dass sich die Band weiter in einen experimentellen Sound vertiefte. Das Album wurde hauptsächlich von Sänger John Lydon und Gitarrist Keith Levene aufgenommen, die starken Gebrauch von Schlagzeug/Percussion und verschiedenen Band- und Verarbeitungseffekten machten.

Aufnahmen Die Aufnahmen begannen im The Manor Studio in Shipton-on-Cherwell, England mit zwei gebuchten Wochen Anfang Oktober 1980. Die Band brachte innerhalb der Zeit nur einen Studiotrack zustande (Hymie’s Him). Die Band nahm zudem Scherzversionen von Twist and Shout und Johnny Remember Me auf, welche bis heute unveröffentlicht sind. Schlagzeuger Martin Atkins, der die Band gegen Ende der Session besuchte, nahm währenddessen möglicherweise das Schlagzeug zu Home Is Where the Heart Is auf, das im darauffolgenden Jahr auf der B-Seite der Flowers of Romance Single landete. Home Is Where the Heart Is wurde dann in den Townhouse Studios gemixt; während des Mixens wurde Produzent Steve Lillywhite entlassen und durch Nick Launay ersetzt, welcher darauf angeworben wurde, das ganze Album mitzuproduzieren.

Der Rest des Albums wurde in den Townhouse Studios in London, wofür Ende Oktober / Anfang November 1980 zwei Wochen gebucht wurden. Schlagzeuger Martin Atkins wurde für die Sessions engagiert und trug auch zum Songwriting bei. Am 31. Oktober 1980 verließ er die Aufnahmen, um am nächsten Tag mit seiner Band Brain Brain einen Gig in New York City zu spielen. Unveröffentlichte Songs, welche es nicht auf das Album schafften, waren Vampire und Woodnymphs.

Eine finale Studiosession fand ein paar Wochen später, Anfang Dezember 1980 in den Townhouse Studios statt, um die vorhergesehen Single Flowers of Romance zu mixen und ein paar Overdubs hinzuzufügen.

Inhalt Der Titel des Albums ist eine Referenz zu The Flowers of Romance, einer frühen Punkband, in welcher Keith Levene (und z. B. auch Sid Vicious & Viv Albertine) Mitglied war. The Flowers of Romance war zudem auch der Titel eines frühen Sex Pistols Songs.

The Cover zeigt die Videografin der Band, Jeannette Lee.

Musik Das Album konzentriert sich hauptsächlich auf Schlagzeug. Levene beschrieb es als "wahrscheinlich […] die am wenigsten kommerzielle Platte, die jemals an eine [Platten-] Firma geliefert wurde." (probably […] the least commercial record ever delivered to a [record] company.) Zu einem ähnlichen Schluss kommt auch Trouser Press Record Guide und stellt fest, dass "die Musik so streng ist, dass sie der Aussage eines Plattenmanagers Glaubwürdigkeit verleiht, dass The Flowers of Romance eine der unkommerziellsten ist, die jemals gemacht wurde – zumindest in einem ‚Pop‘-Kontext." (the music is so severe as to lend credence to a record executive’s statement that The Flowers of Romance is one of the most uncommercial records ever made – at least within a ‘pop’ context.) Simon Reynolds hat das Album als höchst experimentell und damit beschäftigt beschrieben, sich über die definierenden Standards der Rockmusik hinauszubewegen und es anschließend zu einer bahnbrechenden Post-Rock Platte zu machen.

Der gelegentlich auftauchende Schlagzeuger Martin Atkins spielt auf drei Songs, während Levene und John Lydon diesen Part auf den restlichen Tracks übernahmen. Bei Under the House teilen sich Levene und Atkins die Percussions, indem jeder jeweils zwei Drumlines beisteuerte. Der prominente, stark bearbeitete Schlagzeugsound ist von Peter Gabriels drittem Album inspiriert, auf welchem Toningenieur Hugh Padgham das Schlagzeug von Phil Collins bearbeitet hatte. Collins war wiederum so vom Sound auf The Flowers of Romance so beeindruckt, dass er den Toningenieur des Albums, Nick Launay engagierte, um den Sound für seine eigenen Projekte nachzustellen.

Über das gesamte Album weben Musique-concrète-Klänge wie z. B. verstärkte Armbanduhren, umgekehrte Klaviere und im Fernsehen übertragene Opern in und aus dem Mix.

Sänger John Lydon spielte Strohgeige und Saxophone (obwohl er nicht dafür bekannt war, ein bestimmtes Instrument zu beherrschen) und laut einem Rolling Stone Artikel über das Album, einfach alles, was für Percussions geeignet ist, einschließlich der Schlagfläche eines Banjo auf Phenagen. Note: The article’s writer erroneously identifies the album’s title track as having Lydon’s banjo-as-drum part, although a careful listening of the tracks mentioned in the article reveals "Phenagen" to be the song.

Keith Levenes innovativer Gitarrenstil wurde durch die Verwendung von umgekehrten Bändern und Höhenverzerrung noch stärker bearbeitet und seine Synthesizer dröhnen und brummen über das ganze Album hinweg. Mehrere Songs (z. B. Four Enclosed Walls und Phenagen) haben einen nahöstlichen Flair. Bassist Jah Wobble verließ die Band bereits bevor die Aufnahmen an The Flowers of Romance begannen, weswegen Keith Levene den Bass auf Track 8 and Banging the Door spielte, was auch zugleich die einzigen Songs des Albums sind, auf denen das Instrument überhaupt vorhanden ist.

Track für Track kommentiert

Four Enclosed Walls Nick Launay (2007): "Bei 'Four Enclosed Walls' haben wir zum Beispiel Martins Micky-Maus-Taschenuhr auf einem Standtom platziert, damit es nachhallt und mehr Ton hat. Dann fügte ich zwei Harmonizer mit einer Verzögerung von 15 Sekunden hinzu, die auf sich selbst rückgekoppelt wurden, einer nach links, einer nach rechts. Ich nahm ungefähr sieben Minuten davon auf, wie es tickt." ("On 'Four Enclosed Walls', for instance, we placed Martin’s Mickey Mouse pocket watch on a floor tom, so it would resonate and have more tone. Then I added two harmonizers with a fifteen-second delay fed back on themselves, one panned left, one right. I recorded about seven minutes of it ticking away.")

Track 8 Nick Launay (2003): "Wir hatten auch einen AMS Digital Sampler, eines der ersten digitalen Geräte überhaupt. Eines Tages spielte Martin einen Drum-Groove und ich drückte auf 'Loop-Lock' und versuchte, einen perfekten Loop zu machen. Das AMS war so primitiv, dass es nicht bearbeitet werden konnte, um es in den richtigen Takt zu bekommen, also habe ich zufällig verschiedene Beats eingegeben, während er sie spielte, bis ich einen bekam, der cool klang. Aus diesem Loop wurde der Song 'Track 8'. Er ist eigentlich aus der Zeit gefallen, aber irgendwie groovt es." (We also had an AMS digital sampler, one of the first digital devices ever available. One day Martin played a drum groove and I pushed 'Loop Lock' and tried to make a perfect loop. The AMS was so primitive you couldn’t actually edit it to get it in time, so I randomly kept locking in different beats as he played them, till I got one that sounded cool. That loop became the song 'Track 8'. It’s actually out of time, but somehow it grooves.)

Phenagen John Lydon: "Es ist nicht marokkanisch, es ist Renaissance, frühes Englisch und Französisch des 15. Jahrhunderts. Das habe ich mir oft angehört, das ist echte traditionelle englische Musik." ("It’s not Moroccan, it’s Renaissance, early English and French, 15th century. That’s what I’ve been listening to a lot, that’s real traditional English music.") Keith Levene (1981): "Es gibt ein bisschen Rückwärtsgitarre […] [Zu hören ist auch] ein Banjo mit drei fehlenden Saiten, und er [Lydon] schlug es mit etwas, das vom Banjo herunter hing, weil es dieses Geräusch machte […] das auf 'Phenagen' verwendet wurde […] Er hat mich die ganze Zeit mit diesem Geräusch genervt, dann hat er einen Track mit genau diesem Geräusch gemacht und das nächste woran ich mich erinnern kann, ist dieser verdammt guter Track 'Phenagen'. Es ist wirklich schrecklich, aber es ist wirklich gut, wie es zusammenspielt." ("There’s a bit of backwards guitar […] [There also is] a banjo with three strings missing, and he [Lydon] was hitting it with something that was hanging off the banjo 'cos it made that noise […] that was used on 'Phenagen' […] He was annoying me all the time making that noise, then he laid down a track making that noise, then the next thing I know is this fucking great track called 'Phenagen'. It’s horrible really, but it’s really good the way it comes out.")

Flowers of Romance John Lydon (1999): "Die erwähnte Romanze ist nicht romantisch, sondern spielt auf Menschen an, die Vergangene Ereignisse mit ihren Erinnerungen romantisieren […] Worum es mir geht, ist, dass ich weitermachen und weiter versuchen wollte, neue Dinge zu erschaffen."John Lydon (1999), Plastic Box (liner notes), Virgin Records ("The romance referred to is not being romantic, but alludes to people romanticising over past events with their memories […] What I’m on about is that I wanted to move on and carry on with trying to create new things.")

Under the House John Lydon (1999): "Ich habe das geschrieben, nachdem ich einen Geist im The Manor gesehen habe." "Ich hatte ein paar Dinge gesehen, die mir nicht gefielen. Am Ende schlief ich im Kohleschuppen, im Haus habe ich es nicht mehr ausgehalten. Wenn es an einem Ort spukt, herrscht eine Intensität, die unerträglich ist." ("I wrote that after I saw a ghost, it was at The Manor". "I’d seen a few things I didn’t like. I ended up sleeping in the coal shed, I couldn’t bear it in the house any longer. When a place is haunted there’s an intensity which is insufferable.") Nick Launay (2003): "Erneut legte Martin den Beat fest, dann überspielten wir die Toms und verdoppelten sie mit Harmonizern, ein Trick, der einige Male auf dem Album verwendet wurde. Da ich in Südspanien aufgewachsen bin, war ich wirklich von de spanischen Gypsy Musik, dem Flamenco und anderem beeinflusst. Ich meine nicht die kitschige Touristen Art. Ich hörte immer wieder diese Art von Klatschen, also machten wir es, nachdem ich erklärt hatte, was ich meinte, und fügte eine einfache Verzögerung hinzu, um den Effekt zu erzielen, das zwei Klöppel gegeneinander spielen. Das Operngeheul im Hintergrund ist genau das – es lief eine Oper im Fernsehen, während wir den Song im Kontrollraum spielten. Ich fand die Kombination so cool, dass ich ein Mikrofon an den Fernsehlautsprecher anschloss und es zufällig auf Band aufnahm, bis es Sinn machte. Als der Song eine gewisse Form hatte, ging John hin und sang darauf." ("Again, Martin laid down the beat, then we overdubbed the toms and doubled them with harmonizers, a trick used a few times on this record. Having grown up in the south of Spain I was really influenced by Spanish Gypsy music, Flamenco, and I don’t mean the tacky touristy type. I kept hearing that kind of clapping, so after explaining what I meant, we did it and added a simple delay to get that effect of two clappers playing off each other. The operatic wailing in the background is exactly that – there was an opera on TV while we were playing the song back in the control room. I thought the combination sounded so cool, I put a mic on to the TV speaker and recorded it to tape randomly till it made some sense. Once the track had some kind of shape, John went out and sang on it.")

Hymie’s Him