Der Japanische Sternanis oder die Shikimifrucht (Illicium anisatum, Syn.: Illicium religiosum und Illicium japonicum; von jap. , Shikimi) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Sternanis (Illicium) innerhalb der Familie der Sternanisgewächse mit giftigen Früchten. Sie ist mit dem Echten Sternanis (Illicium verum) eng verwandt, der seit Jahrtausenden bekannten Gewürzpflanze.
Wegen des ähnlichen Aussehens der Früchte kommt es oft zu Verwechslungen beziehungsweise zu Vermischungen der verschiedenen Früchte. Die ganzen Früchte sind kleiner und nicht so regelmäßig sternförmig wie jene des Echten Sternanis, weil meist einige Einzelfrüchte abortiv sind, auch riechen sie anders, nicht so anisartig. Die Einzelfrüchte sind auch spitzer und etwas schmäler.Hugh T. W. Tan: Herbs & Spices of Thailand. Times Editions, Marshall Cavendish, 2005, ISBN 981-232-968-4, S. 69.P. N. Ravindran: The Encyclopedia of Herbs and Spices. Vol. 2, CABI, 2017, ISBN 978-1-78639-115-5, S. 911–915. Die Blüten sind allerdings verschieden in der Farbe und mit anderen Blütenblättern. Sie werden auch oft verwechselt.Manuel Miró Jodral: Illicium, Pimpinella and Foeniculum. CRC Press, 2004, ISBN 0-415-32246-4, S. 25, 223.
Beschreibung mini|links|Japanischer Sternanis mini|Blüten und Laubblätter Vegetative Merkmale Der Japanische Sternanis ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum der bis über 5 Meter hoch wächst.
Die wechselständigen Laubblätter sind kurz gestielt. Die einfachen, ledrigen Blattspreiten sind verkehrt-eiförmig bis elliptisch, rundspitzig, kahl und ganzrandig.
Generative Merkmale Die gestielten Blüten erscheinen meist zu mehreren achselständig. Due duftenden Blüten sind zwittrig. Die einfache Blütenhülle ist weißlich bis gelblich.
Es werden holzige Sammelbalgfrüchte gebildet.
Chromosomenzahl Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.
Vorkommen Der Japanische Sternanis kommt ursprünglich im südlichen Korea und von Japan bis Taiwan vor.
Taxonomie Die Erstveröffentlichung von Illicium anisatum erfolgte 1759 durch Carl von Linné in Systema Naturae ...Editio decima, reformata..., 10. Auflage, Band 2, Seite 1050.
mini|Anisatin Gifte und Giftwirkung Japanischer Sternanis enthält Shikamin, Shikimisäure, die nach diesen Früchten benannt ist, sowie Shikimipikrin und die neurotoxischen Alkaloide Shikimin und Shikimotoxin. Die nach dem Genuss von Japanischem Sternanis auftretenden Vergiftungserscheinungen werden jedoch auf das Sesquiterpenlacton Anisatin, das als starker, nichtkompetitiver GABA-Rezeptor-Antagonist Krämpfe verursacht, zurückgeführt. Anisatin ähnelt in seiner Wirkung dem ebenfalls hochgiftigen Picrotoxin, ist aber noch toxischer, womit es zu den stärksten bekannten pflanzlichen Giften zählt. Die Symptome dieser Vergiftungen sind Erbrechen, Sehstörungen sowie ernsthafte Schädigung der Nieren, der Harnwege, des Verdauungssystems und des Nervensystems.
Einzelnachweise
Weblinks
Illicium anisatum bei PROSEA.
Literatur
Kategorie:Sternanisartige