mini|Adinolit aus dem Diabas-Steinbruch Huneberg im Harz mini|Adinolit aus Bad Linda im Vogtland (beide ausgestellt im Mineralogischen Museum Würzburg) mini|Spilosit (Adinol mit fleckigem Gefüge) vom Hohenleuben, Thüringen
Als Adinol (auch Adinolit) oder im Plural Adinole, abgeleitet von [ádinós] „sich zusammendrängend, dicht“, werden im Kontakt mit magmatischen Intrusionen durch Metasomatosevorgänge veränderte Tonschiefer oder niedriggradig metamorphe Phyllite bezeichnet, die im Verlauf dieser Vorgänge Natrium und Silizium als Oxide aufnehmen sowie einer thermischen Umkristallisation unterlagen. Im Ergebnis bilden sich farbliche Varianten mit Tönungen von grau über grün bis rot.Douglas Fettes, Jacqueline Desmons (Hrsg.): Metamorphic Rocks. A Classification and Glossary of Terms. Cambridge University Press, Cambridge 2008, S. 79, 126–127 (Eintrag Adinole, englisch).
Beschreibung Als Kontaktkörper sind überwiegend basische Intrusionsgesteine, wie gabbroide Gesteine, Diabase oder Dolerite, an den Bildungsprozessen beteiligt. Die dabei eintretenden geochemischen und strukturellen Veränderungen mit Mineralneubildungen werden als Kontaktmetasomatose, auch „Adinolisation“ () bezeichnet und verkörpern den Na-metasomatischen Prozess. Die so entstandenen Gesteine werden Kontaktadinol () genannt.Douglas Fettes, Jacqueline Desmons (Hrsg.): Metamorphic Rocks. A Classification and Glossary of Terms. Cambridge University Press, Cambridge 2008, S. 126 (Eintrag Adinole Series, englisch).
Eine zweite Art, die „Tuffartigen Adinole“ () haben sich unter anderen Bedingungen gebildet. Das sind lagenweise auftretende Gesteinskörper in metasedimentären Abfolgen, die nicht in Verbindung mit Intrusivkörpern stehen.
Die Adinole bilden dichte, feinkörnige und häufig feingebänderte Gesteine mit splittrigen Frakturen und muscheligen Bruchflächen. Ihre Hauptgemengteile sind Albit (Feldspat) und untergeordnet Quarz. Sie gehören deshalb zu den Feldspatmetasomatiten. Als Nebengemengteile treten verschiedene Minerale auf, von denen einige im Verlauf der Metasomatose entstehen können. Anteilig kommen die Minerale Aktinolith, Chlorite, Epidot, Leukoxen, Muskovit, Titanoxid-Minerale (z. B. Rutil) sowie kohlige Substanzen vor.Wolfhard Wimmenauer: Petrographie der magmatischen und metamorphen Gesteine. 1. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1985, S. 341.
Die Zwischenstufe der metasomatischen Umwandlung, bei der Anteile der ursprünglichen Schieferung noch erhalten bleiben, markiert sich in der Ausprägung von gefleckten oder gebänderten Schiefern mit hohem Albit-Gehalt. Diese Ausbildungen wurden in der Vergangenheit als Spilosit oder Desmosit bezeichnet. Diese Alternativnamen sind nach der gültigen IUGS-Definition keine verbindlichen Nomenklaturbezeichnungen mehr.Douglas Fettes, Jacqueline Desmons (Hrsg.): Metamorphic Rocks. A Classification and Glossary of Terms. Cambridge University Press, Cambridge 2008, S. 145 (Eintrag Desmosite, englisch), S. 196 (Eintrag Spilosite, englisch).
Geschichte Nach Douglas & Fettes (2008) wird die Typlokalität mit Salberg bei Sala in Schweden angegeben. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung stammt von Friedrich Hausmann, die 1847 mit seinem Werk Handbuch der Mineralogie erschien, obwohl schon Johann Ludwig Carl Zincken sie 1845Ludwig Pfeiffer, Manfred Kurze, Gerhard Mathé: Einführung in die Petrologie. Akademie-Verlag, Berlin 1981, S. 548. erwähnte. Hausmann vermerkte in seinem Werk:
Der russische Petrograph Franz Loewinson-Lessing beschrieb diese Gesteinsgruppe 1893 in seinem Petrographischen Lexikon wie folgt:
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Metamorphes Gestein