Paygospan (auch Patguspan u. Ä., , (Res Gestae Divi Saporis), aus pāygōs („Provinz“) und -bān („schützend“); ; u. Ä.; u. Ä.Vgl. Heinrich Hübschmann: Armenische Grammatik. 1. Theil: Armenische Etymologie. Breitkopf & Härtel, Leipzig 1897, S. 223. Eduard Khurshudian 1998, S. 54f. Alison Vacca: Non-Muslim Provinces under Early Islam: Islamic Rule and Iranian Legitimacy in Armenia and Caucasian Albania (Cambridge Studies in Islamic Civilization). Cambridge University Press, Cambridge 2017, ISBN 9781107188518, S. 75. Für neupersische Nebenformen siehe Wörterbuch von Dehchoda.) war der Titel eines hohen Ziviladministrators im spätantiken Persien. Der Titel ist bereits unter Schapur I. belegt,Eduard Khurshudian: Die parthischen und sasanidischen Verwaltungsinstitutionen. Nach den literarischen und epigraphischen Quellen 3. Jh. v. Chr. – 7. Chr. n. Chr. Jerewan 1998, S. 54. die genaue Funktion im frühen Sassanidenreich ist allerdings unklar.

Es ist aufgrund der Quellenlage nicht ganz einfach, die Rolle des Paygospan zu interpretieren; so scheint der Titel auch teilweise militärische Aufgaben umfasst zu haben. Es ist relativ sicher, dass es sich um einen hohen, vom König verliehenen Titel handelte. Es gab wohl zumindest im späten Sassanidenreich vier Paygospans (neben den vier militärischen Oberbefehlshabern, den Spahbeds), die je eine Region des Reichs verwalteten. Eventuell sind im Verlauf der Reformen unter Chosrau I. und in Anlehnung an die Verwaltung des spätrömischen Reiches die militärischen und zivilen Befugnisse entsprechend getrennt worden.Vgl. Kaveh Farrokh: Armies of Persia: the Sassanians. Barnsley 2017, S. 14f.

Bekannte Paygospans

Name Gebiet Spahbed Großkönig Andere Titel Dadhi, Sohn von Nachirdschan, Sohn von () (Tabari) „Norden“: Adurbadagan, Armenien und dessen Gebiet, Medien, Tabaristan und dessen Gebiet (d. h. Gilan und Dailam) unbekannt Chosrau I. Mardanschah Nemroz (Sistan) Schahrwaraz Hormizd IV., Chosrau II.Ilkka Syvänne: Military History of Late Rome 602–641. Pen and Sword Military, 2022, ISBN 9781399075701, S. 214. Schahen Asorestan (sassanidisches Mesopotamien) unbekannt Chosrau II. Marzban von Armenien unbekannt („al-Fadhusfan“)Pourshariati zufolge war das sein Titel, vgl. Parvaneh Pourshariati: Decline and Fall of the Sasanian Empire The Sasanian-Parthian Confederacy and the Arab Conquest of Iran. I.B. Tauris, London 2008, ISBN 9781845116453, S. 247. Spahan unbekannt Yazdegerd III. Ostandar, Marzban von Spahan, König (Malik)Hossein Kamaly: ISFAHAN vi. MEDIEVAL PERIOD. In: Encyclopædia Iranica.

Literatur Eduard Khurshudian: Die parthischen und sasanidischen Verwaltungsinstitutionen. Nach den literarischen und epigraphischen Quellen 3. Jh. v. Chr. – 7. Chr. n. Chr. Verlag des Kaukasischen Zentrums für Iranische Forschungen, Jerewan 1998, S. 54f., 153.

Anmerkungen

Kategorie:Offiziersdienstgrad Kategorie:Sassanidenreich