Die Griesbaum-Coozonolyse ist eine Methode in der organischen Chemie um substituierte 1,2,4-Trioxolane zu erhalten. Die Reaktion wurde nach ihrem Entdecker Karl Griesbaum benannt, der diese Reaktion 1995 erstmals publizierte.
Übersichtsreaktion Bei der Griesbaum-Coozonolyse reagiert ein O-Methylketoxim (ein Oximester) zunächst mit Ozon zu einem Criegee-Intermediat und dann mit einem Keton zum Trioxolan. Datei:Griesbaum Coozonolysis.svg
Mechanismus Die Ozonolyse von O-Methylketoximen verläuft im Vergleich zu der von C=C-Doppelbindungen langsamer. Die C=N-Doppelbindung wird durch Ozon gespalten und es wird ein Carbonyloxid sowie Methylnitrit erhalten. Datei:Griesbaum ozonolysis carbonyloxide.svg Reaktion zum Criegee-Intermediat Das Carbonyloxid kann nun entweder mit sich selbst reagieren und ein 1,2,4,5-Tetroxan bilden oder es kann mit einem Keton abgefangen werden und so selektiv ein 1,2,4-Trioxolan bilden. Datei:Griesbaum ozonolysis tetroxan.svg Dimerisierung des Criegee-Intermediates zum Tetroxan Datei:Griesbaum ozonolysis trioxolane.svg Bildung des Trioxolans aus dem Carbonyloxid und einem Keton
Weitere Nebenprodukte der Ozonolyse des O-Methylketoxims sind je nach Ketoxim verschieden substituierte Amide.
Anwendung Durch die Griesbaum-Coozonolyse können tetrasubstituierte Ozonide aufgebaut werden, welche weiter funktionalisiert werden können. Ebenfalls sind diastereoselektive Synthesen möglich. Wird ein Diketon verwendet, entstehen Strukturen mit zwei 1,2,4-Trioxolanringen, sogenannte Diozonide. Triterpenoide können in einer Griesbaum-Coozonolyse umgesetzt werden, um potentiell bioaktive Trioxolane zu generieren. Weiterhin können durch die Griesbaum-Coozonolyse erhaltene Moleküle als Sensoren für Eisen eingesetzt werden. In der Synthese von potentiellen Antimalariamitteln, wie OZ439 oder Arterolan, ist die Griesbaum-Coozonolyse ein Schlüsselschritt. Datei:OZ439.svg Struktur von OZ439
Einzelnachweise
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