Was nützt die Liebe in Gedanken ist ein deutsches Filmdrama aus dem Jahr 2004, das auf einer wahren Begebenheit beruht.
Handlung Berlin 1927, ein heißes Wochenende im Sommer. Paul Krantz, der junge, aus einer Arbeiterfamilie stammende Poet, und Günther Scheller, der wilde und sehnsuchtsvolle Sohn einer zum gehobenen Bürgertum gehörenden Familie, beide Gymnasiasten, verbringen ein rauschendes Fest im Sommerhaus der Schellers, bei dem nicht nur Absinth getrunken und über Poesie und Begehren gesprochen wird, sondern auch die Gefühle der Protagonisten durcheinandergeraten, sich verirren und schließlich überschäumen.
Paul liebt Günthers sexuell freizügige Schwester Hilde, die sowohl auf Pauls Gefühle einzugehen scheint als auch ein Verhältnis mit dem bisexuellen Koch Hans pflegt. Dieser hingegen ist eigentlich mit Hildes Bruder Günther zusammen, der aber vom Verhältnis zwischen seinem Freund und seiner Schwester Hilde weiß. Zusätzlich ist auch noch Hildes Freundin Elli in Paul verliebt, der in ihr aber nur einen schlechten Ersatz für Hilde sieht.
Paul und Günther verbinden insbesondere die Gedanken um Sterben und Liebe und um jenen „höchsten Punkt im Leben“. Die Liebe ist für sie „der einzige Grund, für den wir zu sterben bereit sind“. So inspiriert gründen sie einen „Selbstmörderclub“, in dessen Manifest die beiden Freunde gemeinsam festhalten, „unser Leben in dem Augenblick zu beenden, in dem wir keine Liebe mehr empfinden. Und wir werden all diejenigen mit in den Tod nehmen, die uns unserer Liebe beraubt haben.“ Und so erschießt Günther Hans, nachdem er diesen mit Hilde im Bett entdeckt hatte, und anschließend sich selbst. Paul jedoch, der eigentlich folgen sollte, wird verhaftet.
Hintergrund Die so genannte „Steglitzer Schülertragödie“ ereignete sich im Jahr 1927. Günther Scheller und Paul Krantz hatten einen „Selbstmörderclub“ gegründet und sich selbst auferlegt, dann aus dem Leben zu scheiden, wenn sie keine Liebe mehr empfänden. Günther Scheller hatte demnach am 28. Juni 1927 zuerst seinen Geliebten Hans Stephan und danach sich selbst getötet. Der spektakuläre Prozess fand auch im europäischen Ausland, in den USA und in Japan Interesse. Während des Prozesses wurden Günthers Schwester Hilde Scheller und Paul Krantz als Exempel einer moralisch zerrütteten Jugend dargestellt, die ausschweifend und übermäßig früh sexuell aktiv sei. Paul Krantz wurde wegen Mordes und Anstiftung zum Mord angeklagt, jedoch letztendlich in allen relevanten Punkten freigesprochen.
Bereits 1929 wurde der tragische Stoff das erste Mal verfilmt: Carl Boeses Film Geschminkte Jugend wurde erst nach reiflicher Überlegung von der Berliner Film-Oberprüfstelle freigegeben. Eine zweite Verfilmung von Max Nosseck folgte 1959 unter demselben Titel, wurde allerdings wegen eines Einspruchs der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft vom Produzenten zurückgezogen.
Kritiken
mini|Daniel Brühl und Anna Maria Mühe bei der Premiere zu Was nützt die Liebe in Gedanken (2004)
Zuschauerzahl Am 12. Februar 2004 gestartet, konnte der Film bis Ende des Jahres 203.178 zahlende Zuschauer in die deutschen Kinos locken. Auf der von der Filmförderungsanstalt erstellten Jahreshitliste deutscher Filme belegte er damit Platz 26. Die zehn an den Kinokassen erfolgreichsten deutschen Produktionen des Jahres 2004 verzeichneten jeweils deutlich über 500.000 Zuschauer.FFA-Jahresliste (national) 2004 Der Film schaffte es nicht in die Liste der hundert im Jahre 2004 in den deutschen Kinos meistgesehenen Filme.FFA-Jahreshitliste international 2004
Auszeichnungen Darstellerpreis des Copenhagen International Film Festival 2004: Anna Maria Mühe New Faces Award 2004: „Bester Debütfilm“ für Achim von Borries Europäischer Filmpreis 2004: Publikumspreis „Bester Darsteller“ für Daniel Brühl Preis der deutschen Filmkritik als „Bester männlicher Hauptdarsteller 2004“ für August Diehl Schermi d’Amore Calzedonia Prize als Bester Film beim 8th Schermi d’Amore Film Festival in Verona 2004 Undine Award 2004 als „Bester jugendlicher Hauptdarsteller in einem Kinospielfilm“ für August Diehl
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2004 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Jugendfilm Kategorie:Homosexualität im Film Kategorie:Literaturverfilmung Kategorie:Suizid im Film