Diese Liste der Handschriften der Kaiser-Heinrich-Bibliothek gibt eine Übersicht über jene mittelalterlichen Handschriften der Staatsbibliothek Bamberg, die üblicherweise als „Kaiser-Heinrich-Bibliothek“ bezeichnet werden. Es handelt sich um 165 Handschriften, die auf Veranlassung von Heinrich II. und Kunigunde nach Bamberg gebracht wurden und meist als Teil der Dombibliothek bzw. des Domschatzes überliefert wurden, bevor sie im frühen 19. Jahrhundert an die neu gegründete Kurfürstliche Bibliothek (die heutige Staatsbibliothek) Bamberg übergeben wurden.

Die Übersicht ist nach Signaturengruppen geordnet. Zu jeder Handschrift werden knapp der Inhalt, die Datierung und die Schriftheimat genannt, Links zu Digitalisaten (soweit vorhanden) geboten und teilweise weitere Anmerkungen zur Besonderheiten der jeweiligen Handschrift gemacht. Die Angaben zu Datierung und Lokalisierung folgen dem Katalog von Gude Suckale-Redlefsen,Gude Suckale-Redlefsen: Die Handschriften des 8. bis 11. Jahrhunderts der Staatsbibliothek Bamberg. 1. Teil: Texte (= Katalog der illuminierten Handschriften der Staatsbibliothek Bamberg Band 1,1). Harrassowitz: Wiesbaden 2004. soweit nichts anderes angegeben ist. Für Handschriften, die dort nicht verzeichnet sind, wurde stattdessen auf den Katalog von Bernhard Bischoff zurückgegriffen,Bernhard Bischoff: Katalog der festländischen Handschriften des neunten Jahrhunderts (mit Ausnahme der wisigotischen), Teil 1: Aachen–Lambach. Harrassowitz: Wiesbaden 1998. wo auch dieser nicht einschlägig ist, die Monographie von Hartmut Hoffmann zu den Bamberger Handschriften.Hartmut Hoffmann: Bamberger Handschriften des 10. und des 11. Jahrhunderts (= MGH. Schriften Band 39). Hahn: Stuttgart 1995, v. a. S. 88–105. Dieses Vorgehen entspricht dem der Staatsbibliothek Bamberg bei der Definition der Sammlung und der Erfassung der Metadaten zu den Digitalisaten.Stefan Knoch: Die digitale Kaiser-Heinrich-Bibliothek der Staatsbibliothek Bamberg. Hintergründe und Genese eines Digitalisierungsprojekts. In: Sabine Philippi, Philipp Vanscheidt (Hrsg.): Digitale Rekonstruktionen mittelalterlicher Bibliotheken. Reichert: Wiesbaden 2014, S. 23–30.. In: www.staatsbibliothek-bamberg.de, abgerufen am 8. Juni 2023.

Ganz am Ende der Übersicht stehen Handschriften, die nicht zur Kaiser-Heinrich-Bibliothek gezählt werden, dieser Sammlung aber eng verbunden sind: Zum einen nicht abgelöste Fragmente von Handschriften, die ähnlich alt sind wie die Bände der Kaiser-Heinrich-Bibliothek, zum anderen Handschriften, die zwar zur Gründungsausstattung von Bamberg gehören haben (oder gehört haben könnten), aber nicht in der Bamberger Staatsbibliothek aufbewahrt werden.

Soweit nichts anderes angegeben ist, handelt es sich bei den Handschriften um Kodizes, die in lateinischer Sprache und auf Pergament geschrieben wurden.

Übersicht nach Signaturengruppen Bibel-Handschriften (Msc.Bibl.) Mit 38 Bibeln und Bibelkommentaren (35 Kodizes und 3 Fragmente) macht die Signaturengruppe Msc.Bibl. einen großen Teil der Kaiser-Heinrich-Bibliothek aus.Bernhard Schemmel: Heinrich II. und Bambergs Bücherschätze. In: Bericht des Historischen Vereins für die Pflege der Geschichte des ehemaligen Fürstbistums Bamberg. Band 133, 1997, S. 127–146, hier S. 128 spricht von 40 Handschriften der Signaturengruppe Msc.Bibl., die vor 1024 nach Bamberg gelangt sein könnten.

Msc.Bibl.25 befand sich im 13. Jahrhundert in Würzburg und kam wahrscheinlich erst später nach Bamberg.Gude Suckale-Redlefsen: Die Handschriften des 8. bis 11. Jahrhunderts der Staatsbibliothek Bamberg. 1. Teil: Texte (= Katalog der illuminierten Handschriften der Staatsbibliothek Bamberg Band 1,1). Harrassowitz: Wiesbaden 2004, S. 54. Die vorderen und hinteren Vorsatzblätter von Msc.Bibl.27, die Hoffmann in das 10. Jahrhundert datiert hatte und eigens als Fragmente zweier Handschriften bezeichnet hatte, die bereits Heinrich II. nach Bamberg gebracht habe,Hartmut Hoffmann: Bamberger Handschriften des 10. und des 11. Jahrhunderts (= MGH. Schriften Band 39). Hahn: Stuttgart 1995, hier S. 75, 90 und 100–101. Nicht bei Suckale-Redlefsen oder Bischoff. werden nicht zur Kaiser-Heinrich-Bibliothek gezählt. Msc.Bibl.133 enthält Fragmente einer Handschrift des 10. Jahrhunderts, die teilweise abgelöst wurden (siehe unten: IX A 3), teilweise nicht. Die nicht abgelösten Fragmente werden auch nicht zur Kaiser-Heinrich-Bibliothek gezählt. +Msc.Bibl.Nr.SignaturInhalte und AnmerkungenDatierungSchriftheimatDigitalisat1Msc.Bibl.1Alkuin-Bibel834x843Marmoutier Digitalisat mit Forschungsdokumentation2Msc.Bibl.14Theologische Sammelhandschriftca. 1000Reichenau Digitalisat3Msc.Bibl.22Alttestamentliche Schriften mit Glossen („Bamberger Daniel-Kommentar“); seit 2003 Teil des Weltdokumentenerbe in Deutschland.ca. 1000Reichenau4Msc.Bibl.25Isidor, Quaestiones in Vetus Testamentum; Augustinus, Brief an HieronymusMitte 9. JahrhundertWürzburg Digitalisat5Msc.Bibl.30aEinzelblätter eines Homiliars; bei Hoffmann noch „ad 30 I“10. JahrhundertItalien?6Msc.Bibl.30bEinzelblätter eines Tropars; bei Hoffmann noch „ad 30 III“ [sic]10. JahrhundertItalien?7Msc.Bibl.30cEinzelblätter der Lex Salica; bei Hoffmann noch „ad 30 II“ [sic]ca. 1000Italien?8Msc.Bibl.37Origines, Homiliae in librum Iudicum. Angaben nach Bischoff.Bernhard Bischoff: Katalog der festländischen Handschriften des neunten Jahrhunderts (mit Ausnahme der wisigotischen), Teil 1: Aachen–Lambach. Harrassowitz: Wiesbaden 1998, S. 44.2. Viertel 9. JahrhundertLorsch9Msc.Bibl.38Buch der Könige 1 und 22. Hälfte 10. JahrhundertKöln10Msc.Bibl.40Gregor der Große, Moralia in HiobFrühes 9. JahrhundertSt. Amand11Msc.Bibl.42Gregor der Große, Moralia in Hiob. Angaben nach Hoffmann.Hartmut Hoffmann: Bamberger Handschriften des 10. und des 11. Jahrhunderts (= MGH. Schriften Band 39). Hahn: Stuttgart 1995, S. 109.Die Handschriften des 13. und 14. Jahrhunderts der Staatsbibliothek Bamberg mit Nachträgen von Handschriften und Fragmenten des 10. bis 12. Jahrhunderts. Beschrieben von Karl-Georg Pfändtner und Stefanie Westphal. Mit einem Beitrag von Gude Suckale-Redlefsen. Teil 1: Texte (= Katalog der illuminierten Handschriften der Staatsbibliothek Bamberg Band 3), Harrassowitz: Wiesbaden 2015, S. 149–150.ca. 1010 bis 1040Fulda12Msc.Bibl.43Gregor der Große, Moralia in Hiob1014x1024Mainz13Msc.Bibl.44Psalterium quadrupartitum909Sankt Gallen14Msc.Bibl.45Psalter mit Glossen1. Hälfte 11. JahrhundertLothringen (Gorze?)15Msc.Bibl.50Ambrosius, Expositio in psalmum CXVIII Anfang 11. JahrhundertGude Suckale-Redlefsen: Die Handschriften des 8. bis 11. Jahrhunderts der Staatsbibliothek Bamberg. 1. Teil: Texte (= Katalog der illuminierten Handschriften der Staatsbibliothek Bamberg Band 1,1). Harrassowitz: Wiesbaden 2004, S. 130; siehe aber auch Die Handschriften des 8. bis 11. Jahrhunderts der Staatsbibliothek Bamberg (= Katalog der illuminierten Handschriften der Staatsbibliothek Bamberg Band 2). Harrassowitz: Wiesbaden 1995, S. 44: 1. Hälfte 11. JahrhundertTrier / Echternach (?) Digitalisat16Msc.Bibl.54Augustinus, Enarrationes in psalmos. Angaben nach Hoffmann.Hartmut Hoffmann: Bamberger Handschriften des 10. und des 11. Jahrhunderts (= MGH. Schriften Band 39). Hahn: Stuttgart 1995, S. 111.ca. 1000Mainz Digitalisat17Msc.Bibl.56Cassiodor, In psalmos, dazu eine Predigt Augustinus’ und ein kurzer Auszug aus Vergils Eklogen.10. JahrhundertBenevent (?)18Msc.Bibl.75Rabanus Maurus, In librum sapientiae. Angaben nach Bischoff.Bernhard Bischoff: Katalog der festländischen Handschriften des neunten Jahrhunderts (mit Ausnahme der wisigotischen), Teil 1: Aachen–Lambach. Harrassowitz: Wiesbaden 1998, S. 45.2. Viertel 9. JahrhundertRegensburg (unter Fuldaer Einfluss?) Digitalisat19Msc.Bibl.76Alttestamentliche Schriften mit Kommentar.ca. 1000Reichenau20Msc.Bibl.78Hieronymus, In Iesaiam; Widmungsgedicht an Heinrich II.1021Mainz Digitalisat21Msc.Bibl.79Hieronymus, In Iesaiam. Enthält als Vorsatz mehrere Fragmente liturgischer Handschriften.1. Hälfte 11. JahrhundertBamberg, Michelsberg? Digitalisat22Msc.Bibl.84Gregor der Große, Homilien. Das Dedikationsbild wird meist auf Heinrich II. bezogen.1. Viertel 11. Jahrhundert oder späterSüddeutschland Digitalisat23Msc.Bibl.85Hieronymus, In Ezechielem Anfang 11. JahrhundertMünster? Digitalisat24Msc.Bibl.87Hieronymus, In Oseam. Auf der letzten Seite (fol. 83v) ist das sogenannte Pravilegium Paschalis’ II. eingetragen2. Hälfte 10. JahrhundertBelgien / Frankreich Digitalisat25Msc.Bibl.89Tietland von Einsiedeln (?), In epistolas Pauli. Enthält einige Glossen. Datierung nach Hoffmann.Hartmut Hoffmann: Bamberger Handschriften des 10. und des 11. Jahrhunderts (= MGH. Schriften Band 39). Hahn: Stuttgart 1995, S. 113–114.Anfang 11. JahrhundertWürzburg26Msc.Bibl.92Evangeliar1. Viertel 9. JahrhundertSüddeutschland27Msc.Bibl.93Evangeliar (mit Kanontafeln)2. Viertel 9. JahrhundertLorsch28Msc.Bibl.95Das sogenannte Evangelistar aus Seeon oder Evangelistar Heinrichs II., mit sieben ganzseitigen Miniaturen. Das Dedikationsbild zeigt Heinrich II. als Stifter eines kostbaren Buches.1007x1012Seeon Digitalisat29Msc.Bibl.96Evangeliar (mit ganzseitigen Initialzierseiten)Ende 10. Jahrhundert oder Anfang 11. JahrhundertSachsen (Corvey?)30Msc.Bibl.115Beda Venerabilis, In Lucam2. Viertel 9. JahrhundertMittelfrankreich31Msc.Bibl.119Augustinus, Tractatus in evangelium Iohannis1. Hälfte 11. JahrhundertSüddeutschland (Salzburg?)32Msc.Bibl.121Beda Venerabilis, In actus apostolorum und De nominibus. Angaben nach Hoffmann.Hartmut Hoffmann: Bamberger Handschriften des 10. und des 11. Jahrhunderts (= MGH. Schriften Band 39). Hahn: Stuttgart 1995, S. 116.Anfang 11. JahrhundertWerden Digitalisat33Msc.Bibl.126Sammelhandschrift, v. a. Augustinus-Exzerpte (zusammengestellt von Florus von Lyon). Das Widmungsgedicht stammt von Odilo von Cluny. Mehrere ganzseitige Zierseiten.Anfang 11. JahrhundertCluny Digitalisat34Msc.Bibl.127Sedulius Scotus, Collectaneum in epistolas Pauli1. Hälfte 11. JahrhundertMetz? Digitalisat35Msc.Bibl.140Bamberger Apokalypse; seit 2003 Teil des Weltdokumentenerbe in Deutschland.ca. 1000Reichenau? 36Msc.Bibl.141Ambrosius Autpertus, In Apocalipsim. Enthält auch ein Bücherverzeichnis (2. Hälfte 12. Jahrhundert). Angaben nach Hoffmann.Hartmut Hoffmann: Bamberger Handschriften des 10. und des 11. Jahrhunderts (= MGH. Schriften Band 39). Hahn: Stuttgart 1995, S. 118.ca. 1000Gorze? Digitalisat37Msc.Bibl.146Sedulius Scotus, Explanationes1. Hälfte 11. Jahrhundertvermutlich Michelsberg38Msc.Bibl.154 Hieronymus, Liber quaestionum Hebraicarum in Genesin. Angaben nach Bischoff.Bernhard Bischoff: Katalog der festländischen Handschriften des neunten Jahrhunderts (mit Ausnahme der wisigotischen), Teil 1: Aachen–Lambach. Harrassowitz: Wiesbaden 1998, hier S. 45. Hoffmann, Bamberger Handschriften erwähnt Msc.Bibl.154 nicht.2. Viertel (gegen Mitte) 9. JahrhundertMainz

Kanonistische Handschriften (Msc.Can.)