mini|Bianchi Motorradwerbung 1928 Bianchi ist ein 1885 in Italien gegründeter Fahrzeughersteller, der seit 1997 in schwedischem Besitz ist. Bianchi gehörte zu den Pionieren der Fahrrad-, Motorrad- und Automobilherstellung.
Untrennbar mit Bianchi verbunden ist der Farbton Celeste, ein helles Grünblau.Celeste soll nach einer romantischen Theorie die Augenfarbe von Königin Margarethe gewesen sein. Viele Fahrradrahmen der Marke werden in dieser Farbe lackiert, auch die Trikots der Profiteams sind in Celeste gefärbt. Auf Deutsch bedeutet Celeste himmlisch. Mit Bianchi-Rädern fuhren viele bedeutende Radrennfahrer, beispielsweise Fausto Coppi und Jan Ullrich. Weiteres zu Bianchi im Profi-Radsport siehe Bianchi (Radsportteam).
Neben Modellen für Spitzensportler fertigt Bianchi auch Fahrräder für den Massenmarkt an. Es werden neben Rennrädern auch Triathlonräder und Mountainbikes gebaut. Die Fahrräder des Fahrzeugherstellers Ducati werden bei Bianchi gefertigt.
Geschichte mini|Bianchi-Rennrad aus dem Zeitraum 1950–1952 im Museo nazionale della scienza e della tecnologia Leonardo da Vinci, Mailand mini|Bianchi Bernina 125 von 1960 mini|Bianchi ES 250 von 1937 mini|Namensaktie der Edoardo Bianchi SpA vom 10. Dezember 1962 Edoardo Bianchi eröffnete 1885 ein eigenes Geschäft an der Via Nirone in Mailand. Zunächst reparierte er Fahrräder, dann stellte er selber welche her und auf Bestellung auch andere Geräte wie chirurgische Instrumente und Rollstühle für Behinderte.
Eine seiner ersten Entwicklungen war die Verkleinerung des Vorderrades und die Nutzung der vom Franzosen Vincent erfundenen Kette, um die Pedalhöhe zu verringern. Damit schuf er ein sicheres und modernes Fahrrad. Es war gegenüber den Vorgängern wesentlich einfacher zu fahren, da die Balance einfacher zu halten war. Er verbesserte das Fahrrad weiter und entwickelte eine Konstruktion mit fast gleich großen Rädern. 1888 stellte er das erste Fahrrad mit Dunlop-Reifen her.
1888 zog Bianchi in ein größeres Geschäft an der Via Bertani. Es kam zu Kontakten zu John Boyd Dunlop und Giovanni Battista Pirelli, woraufhin Luftreifen als Fahrradbereifung eingeführt wurden.
Bereits 1890 war der nächste Umzug in größere Räume an der Via Borghetto notwendig. Hier begann die Serienfertigung.
1895 baute er das erste Damen-Fahrrad für die Königin Margarethe von Italien. Gleichzeitig begann er seine Fahrräder bei Sportveranstaltungen einzusetzen, um so neue technische Entwicklungen zu testen.
1897 begannen Tests mit einem Fahrrad mit Hilfsmotor. Ein Einbaumotor von De Dion-Bouton war vor dem Fahrradlenker montiert und trieb das Vorderrad an.
1899 folgten ein Motordreirad nach Art des De-Dion-Bouton-Motordreirads, ein Quadricycle und das erste richtige Auto.
Aufgrund der steigenden Abflusszahlen insbesondere der Fahrräder wurde 1900 der Bau eines neuen Werks an der Via Nino Bixio begonnen, das 1902 bezogen wurde.
Die Produktionszahlen der Personenkraftwagen waren von 1900 bis 1904 zweistellig und bis 1910 dreistellig.
1905 kam es zur Umfirmierung in Fabbrica di automobili e velocipedi Edoardo Bianchi & C. Das Grundkapital betrug 800.000 Lire. Edoardo Bianchi leitete es weiterhin. Mario Marcora und Tommaselli standen ihm zur Seite. Ein weiteres Werk an der Via Paolo Frisi kam dazu. Außerdem wird die Viale Abruzzi genannt.
Im Februar 1906 wurde das Kapital auf 1.500.000 Lire erhöht. Am 8. Oktober 1907 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Dazu wurde das bisherige Kapital halbiert und neue Aktien ausgegeben. Am 1. Dezember 1907 wurde dieser Vorgang beim Mailänder Gericht eingetragen. Der Konstrukteur Giuseppe Merosi war von 1906 bis 1909 für Bianchi tätig.
In dem Jahr gab es einen hohen Verlust. In der Folge wurden weder 1908 noch 1909 Dividenden gezahlt.
1910 gab es wieder einen Buchgewinn. Das Gleiche wiederholte sich 1912 und 1913. Im letztgenannten Jahr wurde das Werk an der Viale Abruzzi zur Karosserieabteilung ausgebaut.
1914 betrug die Jahresproduktion 45.000 Fahrräder, 1.500 Motorräder und 1.000 Autos. Mit dem Ersten Weltkrieg wurde auch der Bau von Nutzfahrzeugen für die Armee ausgebaut. Für die Nutzfahrzeugproduktion war bereits 1906 die Gesellschaft Società Bianchi Camions Automobili in Brescia gegründet worden, die allerdings nur bis 1908 bestand, bevor die Produktion 1910 in Mailand wieder aufgenommen wurde.
1915 schuf Bianchi ein Fahrrad für die königliche leichte Infanterie, die Bersaglieri, mit breiteren Reifen, einem Klapprahmen und Vollfederung. Mit dem wirtschaftlichen Aufstieg des Unternehmens kamen auch immer mehr sportliche Erfolge. Der erste große Name, der mit der Marke Bianchi verbunden wird, ist der von Costante Girardengo.
1935 war Bianchi mit einer Jahresproduktion von 70.000 Fahrrädern Marktführer in Italien. Mit den Erfolgen von Fausto Coppi fand die Siegesserie von Girardengo eine Fortsetzung.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Werk durch Bomben zerstört. Als es 1946 gerade wieder instand gesetzt war und die Produktion wieder aufgenommen worden war, kam Edoardo Bianchi bei einem Autounfall ums Leben. Als Kraftfahrzeug-Hersteller konnte sich die Firma Bianchi nicht mehr am Markt behaupten, was 1955 zur Kooperation mit Fiat unter der Marke Autobianchi führte.
1958 schrieb das italienische Militär ein Motorrad aus. Bianchi erhielt überraschenderweise den Zuschlag und fertigte ca. 4.500 Stück der Militärmaschine MT61. Die Konzeption des Motorrades ist eigentlich ein Urtyp einer heutigen Enduro. Es hatte einen Motor mit 318 cm³ und 10 PS. Durch den gekapselten Vergaser und den hochgezogenen Auspuff sind sogar kleine Flussdurchfahrten möglich. 1967 wurde die Motorradproduktion eingestellt.
1980 verlor Bianchi seine Eigenständigkeit und wurde Teil der Unternehmensgruppe Piaggio.
1982 führte Bianchi BMX-Räder auf dem europäischen Markt ein. 1984 wurde gemeinsam mit Bianchi USA das erste Mountainbike angeboten. 1987 übernahm Bianchi die österreichische Marke Puch. 1990 entstand mit dem Bianchi Spillo der Prototyp eines modernen Stadtrades.
Seit 1997 ist Bianchi Teil der schwedischen Unternehmensgruppe Cycleurope AB. Zu dieser gehören Fahrradwerke in Dänemark, Frankreich, Italien und Schweden. Sie ist ihrerseits Teil der Unternehmensgruppe Grimaldi Industri AB die von Salvatore Grimaldi in Schweden gegründet wurde und dort ihren Sitz hat.
Bianchi-Celeste als Corporate Design Die Rahmen der Fahrräder und Rennräder werden in der Markenfarbe Celeste lackiert und so vertrieben. Diese „Bianchi-Farbe“ ist dem Namen nach ein Himmelblauton. Das als CI genutzte verweist auf diesen Farbton des hellen Blaus am Himmel, womit kein Azurblau gemeint war.How Bianchi became an iconic bike brand Über Herkunft von Name und Farbton bestehen verschiedene Aussagen.Celeste is Bianchi's official color. Eine Theorie besagt, dass der Lack aus Überbeständen der italienischen Armee stammte. Als Edoardo Bianchi in den frühen 1890er Königin Margherita das Radfahren lehrte, nahm er anschließend die Augenfarbe als Vorlage für die Lackierungen. Der Herausgeber des Rouleur magazine Guy Andrews meint, dass der Farbton den Mailänder Himmel reflektiert. Zum Corporate Image der Firma gehören auch die Logos und Schriftzüge im Farbton celeste. Der Farbton celeste wird regelmäßig zur Lackierung von Fahrradrahmen und besonders der Rennräder genutzt. Für andere Produkte von Bianchi wurde zeitweise davon abgewichen. Allerdings hat sich der Farbton, in dem die Rennräder lackiert wurden, im Laufe der langen Firmengeschichte leicht geändert. Insbesondere änderten sich im 20. Jahrhundert die Lackierverfahren. Der originale Farbton gibt dadurch (wohl) Auskunft zum Produktionsjahr. Als Normfarbe gibt es (sicher) einen Firmenstandard bei Bianchi. Eine Angabe von Musterfarben nach RAL, Pantone oder anderen Farbkatalogen ist ungeeignet.After all, it is not like you can walk up to a store and buy Bianchi celeste paint and paint away. Daher ist für das Nachlackieren eine farbmetrische Farbanpassung nötig.
Motorräder Die Motorradproduktion lief von 1897 bis 1967. Die ersten Motorräder hatten Einzylindermotoren und Zweizylinder-V-Motoren.
1903 wurde ein Motor in einen verstärkten Fahrradrahmen eingebaut. Für 1910 ist ein Einzylindermotor mit 498 cm³ Hubraum überliefert. 1916 war es ein V2 mit 650 cm³ Hubraum, der 1920 auf 741 cm³ vergrößert wurde. 1921 folgten ein kleinerer V2 mit 598 cm³ Hubraum und ein Einzylindermotor mit 498 cm³ Hubraum. 1923 ergänzte ein Einzylinder mit seitlichen Ventilen und 348 cm³ Hubraum das Sortiment, das außerdem einen V2 mit 498 und 598 cm³ Hubraum umfasste. 1924 kam ein Einzylindermotor mit 173 cm³ Hubraum dazu.
Vor dem Zweiten Weltkrieg waren es Einzylindermotoren mit OHV-Ventilsteuerung und 248 bis 498 cm³ Hubraum. Danach waren es überwiegend Zweitakt- und selten Viertaktmotoren mit 48 bis 248 cm³ Hubraum.
Die Rennmotorräder der Zeit von 1925 bis 1930 hatten Einzylindermotoren mit OHV-Ventilsteuerung, zwei Nockenwellen und 348 cm³ Hubraum. Fahrer waren Achille Varzi, Tazio Nuvolari, Amilcare Moretti und Gino Zanchetta. Zehn Jahre später waren es Einzylindermotoren mit OHC-Ventilsteuerung und 498 cm³ Hubraum, gefahren von Alberto Ascari, Guido Cerato, Arthur Bizzozero, Carlo Fumagalli und Amilcare Moretti. Für die 1960er Jahre sind Zweizylindermotoren mit 348 und 498 cm³ überliefert.
Personenkraftwagen mini|Bianchi 8 HP mini|hochkant|Bianchi Tipo C von 1909 mini|Bianchi Tipo S von 1915 mini|Bianchi Tipo 15 von 1920 mini|Bianchi Tipo 20 mini|Bianchi S 9 1899 erschienen mit dem Bianchi Triciclo ein Motordreirad, mit dem Bianchi Quadriciclo ein davon abgeleitetes Quadricycle und mit dem Bianchi 2 ¼ HP das erste richtige Auto.
1900 gab es 4 HP und 4 ½ HP. 1901 erschien der 8 HP, von dem ein Fahrzeug erhalten geblieben ist.
Der Verkaufskatalog von 1902 umfasste neben Triciclo, Quadriciclo, 4 ½ HP und 8 HP noch 6 HP, 6 ½ HP, 10 HP, 16 HP und 20 HP.Katalog von Bianchi von 1902 Auf rpw.it, abgerufen am 1. Mai 2021 (PDF; italienisch).
1903 erschien der 12 HP, 1905 der 16-24 HP und 1906 die 16/22 HP und 24/40 HP.
Ebenfalls 1906 wurden gleich drei Modelle eingeführt, deren Modellbezeichnung Tipo beinhalteten und die mehrere Jahre im Sortiment blieben. Dies waren Tipo C, Tipo D und Tipo G.
Für 1907 sind ein 15 HP, ein 20/30 HP für den Vertrieb in Großbritannien und der Rennwagen 120 HP überliefert. Ab 1908 wurde in Großbritannien der 70 HP angeboten. Dazu erschienen Tipo A und Tipo E.
1913 wurde in Großbritannien ein 30/35 HP angeboten.
1914 erschienen der Tipo M für das Militär und der kleine Tipo S. 1916 ergänzte der Tipo B als zivile Ausführung des Tipo M das Angebot.
Nach dem Ersten Weltkrieg erschienen Tipo 12 und Tipo 15 mit einem Einheitsfahrgestell und dem gleichen Motor. Die Nachfolger dieser kleinen Modellreihe waren Tipo 16 ab 1923, S 4 ab 1924, dessen Variante Tipo 84 ab 1925, S 5 ab 1928 und S 9 ab 1934.
Etwas größer waren der Tipo 18 ab 1922 und Tipo 20 ab 1924. Außerdem gab es 1922 mit dem Due litri erneut einen Rennwagen.
1927 versuchte Bianchi, mit dem Achtzylindermodell V 3-S 7 in den gehobenen Markt vorzudringen. 1929 folgte der S 8. Der Erfolg blieb gering.
Spätestens 1938 erschien der S 6 mit einem Sechszylindermotor. Ab 1938 gab es dazu die Militärversion VM 6 C.