mini|Bereich der Großen Marktstraße vor der Zerstörung, Luftaufnahme von Süden, Große Marktstraße von links nach rechts im mittigen Häuserblock mini|Große Marktstraße auf einem Stadtplan kurz nach 1886

Die Große Marktstraße war eine Straße in Magdeburg im heutigen Sachsen-Anhalt. Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Straße aufgegeben.

Lage und Verlauf Die Straße befand sich im östlichen Teil der Magdeburger Altstadt, nördlich des Rathauses Magdeburg. Sie begann am nordöstlichen Ende des Platzes Bei der Hauptwache und verlief von dort in nordöstlicher Richtung bis zur Stephansbrücke. Etwa nach der Hälfte des Verlaufs ging nach Norden die kleine Straße Gang zur Französischen Kirche ab. Etwas später zweigte nach Osten die Kleine Marktstraße ab. Die Länge der Straße betrug etwa 300 Meter.

Die Hausnummerierung verlief von der Nummer 1 an der südwestlichen Ecke am Platz Bei der Hauptwache auf der Südostseite der Straße entlang. Zwischen der Nummer 9 und 10 ging nach Osten die Kleine Marktstraße ab. Die Nummerierung verlief weiter bis zur Nummer 15 an der Stephansbrücke, um dann auf der Nordseite beginnend mit der Nummer 16 gegenläufig wieder zurückzulaufen. Zwischen Nummer 22 und 23 geht der Gang zur Französischen Kirche ab. Die letzte Nummer, wieder am Platz Bei der Hauptwache, war die Nummer 28.

Im westlichen Teil des Verlaufs der Großen Marktstraße befinden sich heute (Stand 2023) mehrere große Parkplätze. Im mittleren Teil besteht zum Teil eine Grünfläche, in Teilen erfolgte eine Überbauung mit den Verkehrsflächen von Julius-Bremer-Straße und Jakobstraße. Der östlichste Teil zwischen Jakobstraße und Stephansbrücke besteht als unbenannter Fußweg fort.

Geschichte mini|links|Blick durch die Große Marktstraße, rechts das Haus Zum goldenen Zepter mini|Abzweigung der Kleinen Marktstraße Die Große Marktstraße diente als Verbindung vom Alten Markt nach Nordosten zur Stephansbrücke und damit in Richtung Elbe. Etwa in der Mitte des Straßenzuges befand sich eine platzartige Erweiterung. Von hier ging die Kleine Marktstraße nach Osten ab. Mit dem Durchbruch der Jakobstraße im Jahr 1886 verschwand der Platz. Zunächst war eine Unterscheidung zwischen Großer und Kleiner Marktstraße unüblich, es wurde der Name Marktstraße verwendet. Erstmalig wurde im Jahr 1632 zwischen Marktstraße und Kleiner Marktstraße unterschieden. 1683 war dann auch die Bezeichnung Große Marktstraße in Benutzung, wobei die Benennung uneinheitlich behandelt wurde und auch weiter der allgemeinere Begriff Marktstraße gebräuchlich war. Mit Einführung der Hausnummerierung, war dann jedoch die Unterscheidung in Großer und Kleiner Marktstraße etabliert.Ernst Neubauer, Häuserbuch der Stadt Magdeburg 1631–1720, Teil 1, Herausgeber: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt, Magdeburg 1931, Seite 301

1891 gab es Überlegungen in der Großen Marktstraße den Neubau der Deutsch-reformierten Kirche zu errichten, die jedoch nicht weiter verfolgt wurden.Ralph Meyer, Geschichte der Deutsch-Reformierten Gemeinde zu Magdeburg, Zweiter Band, Verlag von Julius Neumann, Magdeburg 1914, Seite 576

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Magdeburger Innenstadt und dabei auch der Bereich der Großen Marktstraße schwer zerstört. In der Zeit der DDR erfolgte ein Wiederaufbau der Innenstadt, der sich in weiten Teilen nicht an die historische Stadtstruktur hielt. Die Große Marktstraße wurde dabei aufgegeben und mit Parkplätzen, einer Grünfläche bzw. durch veränderte neue Straßenzüge der Julius-Bremer-Straße und der Jakobstraße überbaut.

Historische Häuser der Großen Marktstraße