Poppe & Co ist eine Serie von Zeichnungen des deutschen Humoristen Loriot. Sie erschien zwischen Februar 1963 und September 1964 in 28 Folgen in der Illustrierten Quick. Die Zeichnungen stellen die Arbeit des titelgebenden Unternehmens dar, dessen drei Mitarbeiter allerlei Aufträge erfüllen. Einzelne Zeichnungen erschienen außerhalb der Serie in verschiedenen Sammelbänden Loriots.
Inhalt und Einordnung Das Unternehmen Poppe & Co besteht aus drei Mitarbeitern. Chef ist Wilhelm C. Poppe, dessen Familie das Unternehmen seit 1876 besitzt. Poppe ist als klassisches Knollennasenmännchen gezeichnet, wirkt durch seinen für Loriot ungewöhnlichen Mittelscheitel und seine Brille aber intellektueller und jünger als andere Figuren von Loriot. Neben ihm und Otto Brammel gehört die Sekretärin Frau Kleinschmitt, eine klassische loriotsche Knollennasenfrau mit geblümtem Kleid, zur Firma. Laut Selbstbeschreibung des Chefs in der ersten Folge umfasst das Angebot des Unternehmens vielfältige Tätigkeiten. So „führen [sie] Werbefeldzüge, errichten oder beseitigen Gebäude aller Art, stürzen Minister, vernichten Ungeziefer, lösen intime Eheprobleme, veranstalten bunte Abende, übernehmen Spionageaufträge und verrichten jede Arbeit in Heim und Garten.“ Zitiert in Stefan Neumann: Loriot und die Hochkomik. 2011, S. 195. Die Aufträge des Unternehmens sind Inhalt der Folgen von Poppe & Co.
Seit 1956 konzentrierte sich Loriots Werk vor allem auf Ratgeberserien wie Der gute Ton, bei denen Tipps für vermeintlich gutes Benehmen gegeben werden. Aus Sicht des Germanisten Stefan Neumann wollte Loriot sich mit Poppe & Co nun von diesem Schema lösen. Stattdessen zeichnete er diesmal abgeschlossene Folgen mit festem Personal, ein Stil, mit dem er sich an anderen Illustrierten-Zeichnern orientierte, etwa seinem Quick-Kollegen Manfred Schmidt.Stefan Neumann: Loriot und die Hochkomik. 2011, S. 194, 199. Ähnliche Projekte war Loriot schon Mitte der 1950er Jahre mit der Weltbild-Serie Familie Liebsam und der Quick-Serie Adam und Evchen angegangen, allerdings nur mit mäßigem Erfolg.Stefan Neumann: Loriot und die Hochkomik. 2011, S. 116 (Fußnote 444), 122, 163
Poppe & Co folgt dem für Loriot klassischen Muster, bei dem die absurden Situationen der Zeichnungen von einem betont sachlichen Legendentext begleitet werden. So zeigt eine Zeichnung der vierten Folge Poppes Panzertest, wie ein Panzer quer über ein großes Beet fährt und hinter sich kleine Bäume und einen Gärtner durch die Luft wirbeln lässt. In der Legende wird die Beschleunigung des Panzers auf 55 km/h in 6 Sekunden beschrieben, die der auf dem Bild zu sehende Gärtner Klaus H. schriftlich bestätigt habe.Stefan Neumann: Loriot und die Hochkomik. 2011, S. 197. Während der Laufzeit der Serie verschob sich der inhaltliche Schwerpunkt von solchen Aufträgen wieder zurück zu den Themen aus Loriots Ratgebern. Ein Beispiel dafür ist die 24. Folge Feiner speisen mit Poppe, in der absurde Hinweise für das Verhalten bei Tisch gegeben werden.Stefan Neumann: Loriot und die Hochkomik. 2011, S. 197–198.
Veröffentlichung Die erste Folge Die Sache mit der Mona Lisa, die auch die Vorstellung der Charaktere beinhaltet, war Teil der Quick-Ausgabe vom 10. Februar 1963. In den folgenden knapp anderthalb Jahren erschienen in unregelmäßiger Abfolge insgesamt 28 Episoden der Serie. Damit zählt sie zu den relativ lange laufenden Zeitschriftenserien von Loriot. Die letzte Folge war Teil der Ausgabe vom 20. September 1964.Stefan Neumann: Loriot und die Hochkomik. 2011, S. 199.
Im Gegensatz zu anderen Arbeiten Loriots für Zeitschriften erschien Poppe & Co nicht in einer eigenständigen Buchveröffentlichung. Für Stefan Neumann lag dies zum einen wohl daran, dass die Serie nicht zum Image Loriots passte, das er sich mit seinen Ratgeberzeichnungen aufgebaut hatte, zum anderen an der fehlenden Homogenität der Serie. Trotzdem erschienen Teile einiger Folgen, darunter Poppes Panzertest und Feiner speisen mit Poppe, in Sammelbänden von Loriot.Die Zeichnungen der Folge Feiner speisen mit Poppe finden sich zum Beispiel in Dasselbe Buch enthält auf den Seiten 126 und 127 auch Teile der Folge Poppes Panzertest. Bei diesen Veröffentlichungen wird allerdings kein Bezug zur Serie Poppe & Co hergestellt.
Folgenliste
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Zeichnung (Werk) Kategorie:Humor Kategorie:Loriot Kategorie:Quick (Zeitschrift)