Arylradikale, auch aromatische Radikale, entstehen beim homolytischen Zerfall aromatischer Verbindungen des Typs 1a oder 1b:

zentriert|rahmenlos|450px|Bildung eines Arylradikals, Variante 1

zentriert|rahmenlos|450px|Bildung eines Arylradikals, Variante 2

Ein konkretes Beispiel für eine aromatische Verbindungen des Typs 1a sind Diarylperoxide, die sich zu einem Arylradikal (Ar•), Kohlendioxid (CO2) und einem Aryloxyradikal [•O–(CO)–Ar] zersetzen.Ivan Ernest: Bindung, Struktur und Reaktionsmechanismen in der organischen Chemie, Springer-Verlag, 1972, S. 322–325, ISBN 3-211-81060-9. Typisch für den Typus 1b ist die Zersetzung von Azoverbindungen, dabei wird als XΞY ein Stickstoffmolekül (NΞN) gebildet.Ivan Ernest: Bindung, Struktur und Reaktionsmechanismen in der organischen Chemie, Springer-Verlag, 1972, S. 325–328, ISBN 3-211-81060-9. So zersetzt sich Dibenzoylperoxid thermisch oder photochemisch zu (instabilen) Phenylradikalen (C6H5•) und Kohlendioxid: zentriert|rahmenlos|600px|Zersetzung von Dibenzoylperoxid

Reaktionen Arylradikale sind sehr reaktionsfreudig und treten als Zwischenprodukte in zahlreichen synthetisch bedeutsamen Reaktionen auf:

Reaktion mit elektronenarmen Alkenen (Meerwein-Arylierung), Bildung von Diarylen durch Kupplungsreaktionen, Sandmeyer-Reaktion, Addition an Iminiumionen und Addition an Schwefeldioxid (SO2).

Biochemie Phenole können auch zu Arylradikalen oxidiert werden.Peter Nuhn: Naturstoffchemie, S. Hirzel Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 2. Auflage, 1990, S. 522–523, ISBN 3-7776-0473-9. Die dabei gebildeten Arylradikale dimerisieren in der Regel unter Ausbildung von Kohlenstoff-Kohlenstoff- oder Kohlenstoff-Sauerstoff-Bindungen. Im Stoffwechsel spielt die oxidative Kupplung von Phenolen eine Rolle bei der Bildung von

Bisanthrachinonen, Lignin, Gerbstoffen und Alkaloiden.

Einzelnachweise

Kategorie:Radikal (Chemie)